Veröffentlichungsdatum: 23. Juli 2026
[Bastian Elsner] (0:03 - 0:56)
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Menschen, Lebensräume & Technik", Deinem Podcast von Elsner Elektronik. Mein Name ist Bastian Elsner.
Wer den Podcast schon länger hört, weiß, es gibt eine kleine Tradition. In jeder Staffel gibt es mindestens eine Folge, in der ich meine Co-Geschäftsführerin und Schwester Lina einlade und wir zusammen, im metaphorischen Sinne, die Hosen runterlassen. In Staffel 1 haben wir über Familie und Unternehmensnachfolge gesprochen.
In Staffel 2 haben wir über unsere Vision und unser Leitbild gesprochen. Jetzt in Staffel 3 wollen wir das wieder tun, jedoch mit mehr Abstand, mehr Erfahrung und einem klaren Blick nach vorne.
Was haben wir aufgebaut? Wohin wollen wir? Was beschäftigt uns wirklich?
Lina, schön, dass du wieder mit dabei bist. Los geht's.
[Lina Elsner] (0:56 - 1:07)
Hi Basti. Ja, ich freue mich auch sehr, wieder mit dabei zu sein in unserem hauseigenen Content-Studio, um mit dir aus dem Nähkästchen zu plaudern. Gehen wir gerne rein.
[Bastian Elsner] (1:07 - 1:32)
Sehr schön. Lina, wir machen das ja jetzt schon echt eine Weile mit dem Podcast. Also, wie vorhin schon im Intro erwähnt, in Staffel 1 haben wir hauptsächlich über die Unternehmensnachfolge gesprochen.
Dann kam die Folge mit Andrea. Da haben wir über das Leitbild und über unsere Mission und Vision von Elsner Elektronik gesprochen. Was ist diesmal vielleicht ein bisschen anders für dich?
Was willst du diesmal erzählen, was bisher noch nicht so rausgekommen ist?
[Lina Elsner] (1:32 - 3:11)
Ja, guter Einstieg und Anfang. Also, was es natürlich zu erzählen gibt seit dem letzten Mal, wo wir mit Andrea über das Leitbild gesprochen haben. Das Leitbild hat sich verfestigt.
Die Vision ist immer mehr in den Geschäftsprozessen drin, sei es kundenseitig, Mitarbeitendenseitig. Was sich in puncto Führung zum Beispiel auch verändert hat bei mir ist, dass ich auch immer mehr die Führungsaufgaben zum Teil mehr abgegeben habe. Sei es in Verantwortung selber übernehmen, selber Projekte irgendwie Head of Projekt XY zu sein und da eben auch ganz speziell dafür oder gerade Verantwortung abgeben, damit die Menschen sich selber entwickeln können und selber weiterlernen können und nicht auf der Stelle stehen bleiben können.
Dann ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist eben auch, dass wir die Branche mittlerweile nicht mehr nur auf die, ich sage mal, technischen Bausteine pro Produkt fokussieren, sondern es alles ein bisschen emotionaler sehen, mehr menschlicher, mehr geschichtengeladen, mehr lösungsorientiert. Und ich glaube wirklich, dass uns da auch diese Richtung geholfen hat, wo wir eigentlich hin wollen, das alles irgendwie noch mal mehr zu fokussieren oder dass wir beide das auch klarer sehen, was wir eigentlich überhaupt wollen. Und auch ein wahnsinnig wichtiger Punkt ist, dass auch unsere Mitarbeitenden vor allem wissen, was für einen gesellschaftsdienlichen Faktor unsere Produkte haben und wir sozusagen an Mehrwert an die komplette Gesellschaft weitergeben, auch für die Umwelt.
Ich glaube, das sind so die Hauptpunkte.
[Bastian Elsner] (3:11 - 3:46)
Auf jeden Fall, da gehe ich komplett mit. Ich meine, das ist ein Thema, habe ich schon mehreren Folgen gesagt, das treibt mich jeden Morgen aus dem Bett. Also gerade diese gesellschaftdienliche Komponente und auch, was du am Anfang noch gesagt hast, mit diesem Thema Verantwortung auch ein Stück weit abgeben.
Also ich bin mir sicher, wir kommen jetzt in der Aufnahme noch auf so ein paar Projekte, die du in der Vergangenheit gemacht hast. Vielleicht einfach so ein paar Beispiele. Der KI-Assistent ist von einem Geschäftsführungsprojekt voll zu einem Azubi-Projekt geworden und ich fand das so geil, wie die Kollegen da aufgeblüht sind in diesem Thema.
Aber ich denke, da kommen wir auf jeden Fall noch weiterhin dazu.
[Lina Elsner] (3:46 - 3:58)
Genau, da kommen wir noch mal dazu. Bassi, du machst unseren Elsner Podcast jetzt seit fast drei Staffeln. Was hat sich für dich im Podcast verändert und was hat es für dich mit der Firma gemacht?
[Bastian Elsner] (3:58 - 4:25)
Ja, echt eine spannende Frage. Also ich habe es mir vor dem Podcast eigentlich nicht wirklich erträumen können, was für Möglichkeiten daraus entstehen. Also vielleicht mal ein ganz konkretes Beispiel.
Ich habe letztes Jahr über eine Veranstaltung den Michael Schiedler von der SmartLivingNEXT kennengelernt. Darüber habe ich dann auch den Lars Thomsen kennengelernt, den Zukunftsforscher. Ich weiß nicht, ob du in die Folge reingehört hast, aber total cool.
Vielleicht auch für unsere Hörer, falls ihr die noch nicht kennt. Das lohnt sich auf jeden Fall.
[Lina Elsner] (4:26 - 4:26)
War spannend.
[Bastian Elsner] (4:26 - 5:06)
Und die beiden, beziehungsweise Michael hat mich dann einfach gefragt, ob ich eine Konferenz oder eine Panel-Diskussion in Berlin moderieren möchte. Das ist nur ein so ein kleiner Effekt, der durch den Podcast entstanden ist und das habe ich mir wirklich nicht zu träumen gewagt. Dann, was mich auch noch mega gefreut hat, das hast du mir mal erzählt, dass eine Bewerberin, die bei uns war für die Auftragsbearbeitung, hat sich irgendwie zur Vorbereitung auch den Podcast reingezogen, dass sie unsere Firma so ein bisschen besser kennt.
Und das freut mich natürlich total. Also mehr hätte ich mir nicht wünschen können. Und da habe ich noch gar nicht von den Projektanfragen angefangen, die wir uns erreicht haben von potenziellen Kunden, die unseren Podcast gehört haben.
[Lina Elsner] (5:06 - 5:15)
Cool. Nee, also da kann ich dir wirklich auch nur zustimmen. Wahnsinnig viele Kunden, die wir Wunschkunden.
Tolle Projekte, was dadurch entstanden ist.
[Bastian Elsner] (5:15 - 5:46)
Ja, sehe ich auch so. Lina, ich würde vorschlagen, wir gehen mal zum nächsten Blog über. Mama und Papa haben die Firma ja 1990 gegründet.
Das ist im Übrigen auch das gleiche Jahr, wie die Gründung der KNX Association. Du bist ja schon ein bisschen länger als ich in der Firma dabei. Möchtest du das noch einmal kurz wiedergeben, wie du überhaupt in die Firma reingekommen bist und wie es für dich so war, in eine bestehende Struktur, die du ja gar nicht mitentwickelt hast, dann bist du da quasi reingekommen.
Das gab es ja schon alles.
[Lina Elsner] (5:46 - 7:34)
Ja, mega cool. Also, wenn ich jetzt zurück überlege, wir haben jetzt, um kurz auch den Rahmen zu schaffen, Mai 26. Ich bin September 19 oder im Oktober 19 eingestiegen.
Also wirklich auch schon echt eine lange Zeit. Und ja, damals während dem Studium verschiedene Praktika habe ich überlegt, ja, was machen wir bei Elsner eigentlich gut oder was macht der Arbeitgeber aktuell gut. Aber der Bezug zu Elsner, der war nie weg und irgendwie war der Kopf bei mir immer in Ostelsheim bei der Firma.
Und so kam es dann eben eins zum anderen, dass ich dann nach dem Studium mit eingestiegen bin. Erstmal wirklich als, ich sag mal, klassisch Marketing. Da viel ausgeholfen, dann in der Auftragsbearbeitung viel ausgeholfen.
Einfach auch, dass man so die Basics, die Grundlagen kennt. Dann habe ich da schon mit der Buchhaltung angefangen. Ich bin da jetzt nach wie vor noch mit drin.
Und jetzt zum zweiten Teil der Frage, wie das für mich war, wie ich in der oder in der Familienstruktur reinzuwachsen. Also es war natürlich eine Herausforderung, ganz klar. Aber jetzt so rückblickend war, glaube ich, für mich das Wichtigste immer noch den Respekt vor dem Bestehenden.
Also so vor dem, was unsere Eltern beide aufgebaut haben, mit denen auch die Strukturen, die geschaffen wurden, die Prozesse, der Kundenstamm, der aufgebaut wurde, auch das Firmengebäude, in das wir 2015 umgezogen sind. Das sind ja alles bestehende Sachen, die wir ja glücklicherweise auch so annehmen durften und eben auch die Chance bekommen haben. Und für mich war es am Anfang schon auch eine Herausforderung, so meine eigene Identität mit meinen Aufgabengebieten.
[Bastian Elsner] (7:34 - 7:44)
Sorry, wenn ich dich unterbreche, aber da passt eben das Thema wirklich in große Fußstapfen reinkommen wunderbar dazu. Und ich glaube, da haben Mama und Papa einfach mächtig vorgelegt.
[Lina Elsner] (7:45 - 8:23)
Definitiv, definitiv. Und ich glaube, das war wirklich auch so ein Respektpunkt oder so ein Druck, den man sich am Anfang auch gemacht hat. Oh Gott, das schaffe ich ja nie.
Aber man muss auch sagen, das war ja am Anfang von unserem Berufsleben. Da muss man ja auch erstmal rein wachsen. Und ja, allgemein die Balance zwischen Tradition, Waren und Veränderungen anstoßen, mussten wir beide, glaube ich, erstmal lernen.
Aber wir sind, denke ich, auf einem ganz guten Weg. Und es waren jetzt so die Sachen oder die strukturellen Sachen von dem, was prägsam war bei mir die letzten Jahre.
[Bastian Elsner] (8:23 - 8:45)
Also ich hoffe und ich bin mir relativ sicher, wir kommen auf jeden Fall nochmal auf den Punkt Identität zurück, weil das ist ja gerade in der Nachfolgethematik dann noch mit den ganzen Familienaspekten ist das, glaube ich, schon ein ziemlich heißes Thema. Und vielleicht haben wir auch den ein oder anderen Nachfolger in unseren Zuhörern, bei unseren Zuhörern dabei. Und vielleicht kommt da der ein oder andere interessante Tipp noch bei rum.
[Lina Elsner] (8:45 - 8:55)
Und du, wann war das für dich klar, dass du das machst, was du heute machst? Gab es einen Moment, wo es Klick gemacht hat oder war es eher so ein schleichender Prozess bei dir?
[Bastian Elsner] (8:56 - 10:17)
Ich weiß nicht. Also ich habe mich da schon sehr damit identifizieren können, als du sagen konntest, ja, auch bei meinen anderen Arbeitsstationen, da war der Kopf irgendwie in Ostelsheim. Das war schon auch ein Faktor für mich.
Aber ich würde sagen, nicht so der ausschlaggebende Faktor. Also man kann schon das eigentlich runterbrechen auf eine Vorlesungseinheit in der Uni. Und jetzt grinsen sich die manchen Zuhörer ein, aber es war einfach so eine richtig klassische BWL-Vorlesung.
Und da habe ich erst mal so verstanden, was macht denn so ein Unternehmen eigentlich aus? Und was gibt es da alles für Möglichkeiten? Und das war irgendwie auch so ein bisschen der Moment oder die Zeit, wo ich überhaupt mal verstehen, verstanden habe, was Mama und Papa da eigentlich aufgebaut hat. Und was das für ein geiles Ding ist und wie wertvoll das ist, das irgendwie auch in die nächste Generation weiterzutreiben. Und ich glaube, da kann ich für uns beide sprechen. Wir wurden nie irgendwie gezwungen, ihr müsst das machen.
Wir wussten immer, dass das eine Möglichkeit für uns ist und dass es den Eltern natürlich total Freude bereiten wird, wenn wir das tun. Aber dieser Zwang kam nie so richtig. Und ich glaube für mich selber, das liegt vielleicht auch so ein bisschen an meinem Typ, wenn man mich zu irgendwas zwingt, dann wird es eher nicht.
Das musst du überhaupt nicht. Das muss schon irgendwie von, ich weiß nicht, vielleicht geht es auch jedem so, aber das muss irgendwie von innen kommen. Und da hatten wir, wie gesagt, so eine BWL-Vorlesung echt ein bisschen die Augen geöffnet.
[Lina Elsner] (10:17 - 10:35)
Ja, weil es ist auch wirklich so, wenn man keinen Spaß an der Sache hat oder wenn man da gar keine Lust drauf hat, dann macht man es auch nicht gut gerne und schon gar nicht lange. Und wir sind ja schon auch mit dem Ziel in die Firma gegangen, das langfristig einfach aufs nächste Level zu heben. Ganz klar.
[Bastian Elsner] (10:36 - 10:55)
Sehe ich genauso. Aber sag mal, was hat sich denn für dich so am meisten verändert, seitdem wir beide so, ich sag mal, so richtig führen? Weil am Anfang war das ja schon noch so alles ziemlich gedoppelt mit Mama und Papa.
Hat sich Papa immer mehr zurückgezogen, Mama zieht sich immer mehr zurück. Aber sag mal, was hat sich für dich so am allermeisten verändert?
[Lina Elsner] (10:55 - 11:35)
Ja, also große Veränderungen waren natürlich das, wie du eben schon gesagt hast, am Anfang, da hat sich alles gedoppelt. Man muss natürlich auch dazu sagen, dass unser Papa immer die Technikseite abgedeckt hat und du ja zum Beispiel auch kein gelernter Techniker bist. Und ich bin ja auch kein gelernter Finanzexperte, habe mir viel beigebracht.
Meine Mutter hat mir viel beigebracht, die Mitarbeitenden. Aber trotzdem mache ich nicht dieselben Aufgaben wie meine Mutter. Also ich glaube, wir sind beide jetzt nicht so in die Aufgabenfußstapfen von unseren Eltern getreten, sondern haben beide einfach ja immer mehr gemerkt, in welche Richtung wir wollen, welche Aufgaben wir machen wollen.
[Bastian Elsner] (11:35 - 11:44)
Vielleicht auf den Techniker zurückzukommen, selbst wenn ich es wollen würde. Ich könnte es ja gar nicht. Ich bräuchte erstmal noch ein paar Jahre, bis ich überhaupt mal in die Befähigung reinkomme.
[Lina Elsner] (11:45 - 12:10)
Und was zu deiner Frage eben gerade auch noch ganz gut passt, ist, dass wir eben auch die eigene Identität finden mussten. Und jeder hat seine eigene Persönlichkeit und man kann jetzt nicht sagen, okay, ich mache das jetzt 100 Prozent so wie Mama, du wie Papa und der nächste Mitarbeiter macht es genauso wie der vorherige Mitarbeiter. Das wird ja nie so sein, weil jeder seine Stärken und Schwächen und Positionen einfach hat.
[Bastian Elsner] (12:11 - 12:53)
Ja, das sehe ich auch so. Und ich glaube, wir kommen in den nächsten Fragen nochmal wirklich auf so ein paar Details, was sich so tatsächlich verändert hat. Aber vielleicht jetzt erstmal noch so einen kleinen Überblick.
Also du hast ja eben auch schon erwähnt, du bist mehr so in dem Bereich Finanzen und Personal unterwegs. Bei mir sind mehr so die technischen Themen, der Vertrieb, aber auch das Produkt an sich angesiedelt. So auf den ersten Blick klingt das total sauber getrennt, aber ich glaube so offen können und sollten wir hier auch sein.
So sauber trennen wir das natürlich nicht in der Realität. Also vielleicht können wir auch so ein paar Beispiele geben, wo du vielleicht mal so ganz klar in Anführungszeichen in meinen Bereich reingekommen bist oder ich zum Beispiel in deinen.
[Lina Elsner] (12:54 - 14:35)
Das sehe ich absolut genauso. Ich meine, wir sind jetzt 60 Mitarbeitende hier im Standort und was man auch sagen muss, die Kommunikation ist bei uns so schnell. Wenn da kurz was besprochen wird, dann geht man da hin und klärt kurz die Sache.
Gerade wenn jetzt zum Beispiel irgendwas Technisches falsch läuft, man dazu aber noch ein Personalgespräch führen muss, ist man schon wieder im Bereich vom anderen irgendwie durchmischt drin und dann führen wir die Gespräche zusammen. Ich glaube, der größte Punkt, wo es bei uns überschneidet, sind wirklich Investitionen bei Finanzplanungen. Ich meine, was man nicht vergessen darf, wir investieren und wir wollen auch weiter investieren, aber da wird keiner irgendwie jetzt eine Entscheidung alleine treffen.
Ja, ich kaufe jetzt hier 20 neue Tische oder Stühle oder sonst was. Das wird ja immer zusammen abgestimmt und da wird auch geguckt, okay, für was wollen wir jetzt denn noch mehr Geld ausgeben? Wo sagen wir jetzt, okay, nee, brauchen wir gerade nicht.
Ist jetzt nicht Prio 1. Ich denke mal, das ist schon das Größte, wo es da Überschneidung gibt und definitiv auch Personalentscheidung, weil selbst wenn die ganze Orga und das Operative zur Einstellung bei mir auf dem Schreibtisch liegt, da redet man trotzdem noch oder passt diese Bewerber, diese Bewerberin menschlich ins Team. Und ich glaube, da ist auch noch ein ganz wichtiger Punkt, das ehrliche Interesse am anderen auch, dass man jetzt nicht sagt, okay, hey, mich interessiert dein Finanzquark nicht, das ist deine Baustelle oder was in der Entwicklung abgeht, interessiert mich überhaupt nicht.
Da ist ja schon echt ein gegenseitiges Interesse da, wo wir auch immer drüber sprechen, wenn es da was Neues gibt.
[Bastian Elsner] (14:36 - 15:09)
Ja, das sehe ich ganz genauso und das ist mir auch wirklich extrem wichtig in der Zusammenarbeit. Also jetzt gar nicht mal nur auf uns beide bezogen, wie wir beide miteinander arbeiten, sondern ich sehe das fast schon auf die komplette Firma bezogen. Wir sind ein zu kleines Team, dass wir den Luxus haben, uns Scheuklappen aufzuziehen und sagen, okay, ich bin jetzt eben nur Auftragsbearbeitung oder nur Vertrieb und will mit Marketing nichts zu tun haben.
Okay, das ist jetzt vielleicht ein krasses Beispiel, aber das ist, so ist es eben bei uns.
[Lina Elsner] (15:09 - 15:12)
Umso größer, desto getrennter.
[Bastian Elsner] (15:12 - 15:42)
Ja, das sehe ich auch so. Aber das finde ich wirklich gut, weil das verschafft uns, extreme Vorteile dadurch, dass der Vertrieb eben weiß, was im Marketing gerade so die Themen sind und auch wirklich weiß, wer es ist. Also ich bin mir nicht sicher, wie viele Firmen es gibt, wo wirklich so der Marketing-Vertriebsleiter und die Entwicklungsleitung, wo die wirklich an einem Tisch sitzt und guckt, was wird die nächsten Monate passieren.
Und gerade dieses Alignment, ich finde, das machen wir ganz gut vor.
[Lina Elsner] (15:42 - 16:16)
Und was ich dazu noch gerne sagen möchte, ist, dass, was mir auch eine wahnsinnige Sicherheit gibt, wenn ich jetzt weiß, okay, ich bin jetzt mal im Urlaub oder ich bin mal zwei Tage nicht da. Wenn ich da weiß, du bist hier, okay, die Leute können dich genauso fragen und du bist da nicht komplett ab vom Schuss und weißt von gar nichts, was da jetzt irgendwie Sache ist und anders genauso. Da findet man immer eine Lösung, zumal wir auch alles gut dokumentiert haben und strukturiert auch in diversen neuen Tools, die wir auch angeschafft haben, ist das alles wesentlich transparenter und es gibt auch eine unfassbare Sicherheit.
[Bastian Elsner] (16:16 - 16:19)
Sehe ich genauso, kann ich nichts weiter dazu sagen.
[Lina Elsner] (16:19 - 16:28)
So Basti, wie erlebst du meine Arbeit im Alltag? Was siehst du davon und was glaubst du, siehst du nicht?
[Bastian Elsner] (16:28 - 18:01)
Das ist echt eine super, super spannende Frage und bitte, bitte nicht falsch verstehen. Aber ich glaube, da ist irgendwie so Personal und Finanzen auch so ein bisschen undankbar. Also ich möchte mal ein Beispiel machen.
Ich muss zum Beispiel morgen nach Norwegen auf eine Messe oder darf nach Norwegen auf eine Messe, freue ich mich total drauf. Also wir nehmen die Folge jetzt gerade Ende Mai auf und die Messe ist auch am 28. Mai, deswegen passt es vom zeitlichen Kontext vielleicht nicht so gut, deswegen möchte ich es an der Stelle nochmal einordnen.
Und da muss ich ja nicht einfach hingehen, das muss ich ja entsprechend vorbereiten beziehungsweise da brauche ich erstmal eine A1 Bescheinigung für alle unsere Hörer, die das kennen. Diese A1 Bescheinigung, die liegt, bevor ich auf eine Reise gehe, bei mir auf dem Schreibtisch und da muss ich nicht dran denken, weil du, also Lina, weil du im Prinzip schon weißt, okay, sie muss auf eine Reise, außer von der EU, da denkt ihr eh nicht dran, also brauche ich da jetzt die A1 Bescheinigung. Und ich glaube, das ist jetzt nur mal exemplarisch für sowas, aber du hast ja gefragt, wie ich deine Arbeit erlebe und ich glaube, ich würde das erst so richtig, richtig, richtig spüren, wenn ich meine Arbeit nicht mehr machen muss.
Also einfach, dass es einfach läuft und dass es funktioniert und dass auch die Themen dran sind. Und für mich ist es wirklich so ein Thema, den Rücken freihalten. Also ich könnte mich nicht so in die Marketing- und Vertriebsthemen rein stürzen, macht mir auch total viel Spaß dieses Reinstürzen, aber es würde schlichtweg nicht gehen, wenn du mir so toll den Rücken freihalten würdest.
Ich hoffe, das beantwortet die Frage. Ich glaube, ich sehe ganz viel nicht und ich würde es aber direkt sehen, wenn es nicht mehr passieren würde, spätestens beim Zoll.
[Lina Elsner] (18:01 - 18:19)
Genau und das ist ja auch oft so der Punkt, weil was ich glaube ich bei uns auch so, die nicht Besonderheit ist, aber wie wir uns auch ein bisschen aufgeteilt haben, ist ja, dass du mehr der Elsner Außenminister bist und ich mehr die Elsner Innenministerin mit den jeweiligen Aufgaben.
[Bastian Elsner] (18:21 - 18:49)
Wir haben ja schon, oder wie soll ich sagen, also ich glaube, das finden wir beide so, wenn es nie Reibung gibt, wenn wir einfach immer nur mit allem einverstanden sind, dann kann es auch keine Hitze geben und kann es irgendwann kein Feuer geben und ich sage, Feuer ist in vielen Sachen was Positives. Deswegen vielleicht die Frage, hast du gerade irgendwie so ein Beispiel im Kopf, wo wir mal so komplett unterschiedlicher Meinung waren und wie ist das Thema dann ausgegangen? Wollen wir so viel aus dem Nähkästchen plaudern?
[Lina Elsner] (18:49 - 19:42)
Ja, können wir gerne machen. Ein konkretes Beispiel fällt mir ein, so apropos Podcastaufnahme aktuell. Also ich muss ja sagen, ich bin so nicht der klassische Podcasthörer und jede Mittagspause und abends und spazieren, Podcast auf die Ohren, eigentlich gar nicht.
Und als du dann um die Ecke gekommen bist mit dem Thema Podcast und hier Equipment kaufen und da Zeitaufwand, dachte ich, ich weiß es nicht so richtig. Da hatte ich wirklich extrem große Zweifel und habe auch erst mal gesagt, ich weiß nicht ganz, was es uns wirklich bringen soll. Aber ich wurde ja wirklich eines Besseren belehrt und bin mega happy, dass du das durchgezogen hast, dass du mich wirklich mit richtig geilen Argumenten überzeugt hast, dass wir oder dass du das jetzt auch seit drei Jahren als Podcasthost erfolgreich machst.
Und ich meine, die Zahlen sprechen für sich definitiv.
[Bastian Elsner] (19:42 - 20:45)
Ja, ich habe gerade mal so ein bisschen unsere Analytics aufgemacht. Ich erinnere mich noch dran. Ich glaube, das Argument, mit dem ich dich und auch Mama gecatcht habe damals, das war irgendwie so, komm, lass uns das mal bitte für eine Staffel ausprobieren.
Wenn das nicht klappt, dann verkaufe ich eigenhändig das Equipment, alles auf eBay Kleinanzeigen. Aber wenn wir es hinkriegen, mit zehn Folgen über 1000 Hörer zu akquirieren, dann ist das doch ein Erfolg. Wenn uns wirklich in zehn Folgen über tausend unterschiedliche Menschen zuhören, dann ist das ein wahnsinniger Erfolg.
Und wenn ich jetzt auch heute nach drei Staffeln, also nach gerade mal 30 Folgen in die Statistik reingucke, dann haben wir diese tausend Hörer bereits monatlich und das steigern wir von Folge zu Folge. Und da bin ich natürlich mega froh, dass ich recht hatte, aber ich bin noch viel froher, dass du dich darauf eingelassen hast und dass wir jetzt hier auch zusammensitzen, weil ich finde echt, das ist eine coole Tradition und ich habe auch, als wir uns auf das Gespräch vorbereitet haben, es ist schon nice, dass auch so ein bisschen Revue zu passieren, was wir alles schon so gewuppt haben in den letzten Jahren.
[Lina Elsner] (20:45 - 21:17)
Nee, ich finde es auch mega und allein das Feedback, wenn zum Beispiel, ich erinnere mich an ein Gespräch auf der Light & Building, wo, das war nicht nur ein Gespräch, da wurden wir von mehreren gelobt. Hey, das ist doch der Basti, ich kenne doch den vom Podcast von euch und so. Also mega cooles Feedback und auch die Folge, die war super interessant und das habe ich mitgenommen und also kommt echt sehr, sehr gut bei rum und was ich halt feststelle, dass es auch extrem die richtigen Leute hören und an den richtigen Stellen ankommt und das ist ja auch mit das Wichtigste überhaupt.
[Bastian Elsner] (21:17 - 21:46)
Ja, also für mich ist natürlich, wir hatten es ja vorhin schon, ich bin kein Techniker von Haus aus, ich bin einfach eigentlich Wirtschaftspsychologe von meiner Ausbildung her, also habe ein Bussystem und kann X eigentlich überhaupt gar nichts am Hut, aber ich durfte so viele Branchen-Koryphäen in den letzten drei Jahren, Interviewen, wirklich tolle, tolle Gespräche führen, auch dadurch viele neue Kontakte gemacht und für mich ist es wirklich eine Learning Opportunity, also für mich ist es eine ganz tolle Lernmöglichkeit. Ich darf viel durch den Austausch mit den Gästen im Podcast lernen.
[Lina Elsner] (21:46 - 21:46)
Richtig cool.
[Bastian Elsner] (21:47 - 22:04)
Ich würde gern noch auf das Thema eingehen, was uns gerade denn so richtig beschäftigt und gerade ist vielleicht so eine Momentaufnahme schwierig, deswegen würde ich die Frage gern für dich so ein bisschen weiter auffächern, aber wenn du so auf dein letztes halbes Jahr schaust, was hat dich da so am meisten gefordert?
[Lina Elsner] (22:05 - 22:54)
Ja, das ist eine sehr gute Frage. Also einfach war das letzte halbe Jahr definitiv nicht, zumal, wenn man überlegt, wir haben jetzt Ende Mai, das erste halbe Jahr in 26 ist jetzt auch schon bald vorbei und wir haben schon vieles gewuppt, es wird aber noch ein anstrengendes Jahr mit Zertifizierungen, wo wir gleich noch zu sprechen kommen, mit diversen Projektabgaben, mit vielen, vielen coolen, neuen auch Produkten und Investitionen. Ja, gerade bei dem Energiemanagement, Investitionen, wo wir neue Sachen im Wert von einer Viertelmillion einfach investieren, um die Firma noch mehr unabhängig zu machen von allem, was kommen könnte. Einfach, dass wir Firma Elsner gesichert sind für die Arbeitsplätze, dass wir unabhängig sind.
[Bastian Elsner] (22:54 - 23:20)
An der Stelle möchte ich unbedingt noch was erwähnen und zwar diesen Investitionsentschluss über eine Viertelmillion Euro in unsere Energieinfrastruktur, den haben wir übrigens schon Ende letzten Jahres, also Ende 2025 beschlossen. Ich möchte es nur sagen, weil das gar nicht so viel mit der Krise im Iran zu tun hat. Das ist jetzt, das hat uns nur in der Entscheidung bestätigt, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.
Also Resilienz, extrem wichtiges Thema für uns.
[Lina Elsner] (23:20 - 24:13)
Ja, mega guter Punkt. Danke, dass du den noch eingefügt hast. Weitere Punkte sind definitiv auch die personelle Situation.
Man kann sagen, wir sind sehr gut aufgestellt. Finde ich wirklich in den Abteilungen, das läuft. Wir haben super, super Team zusammen.
Aber was mich da natürlich auch beschäftigt, inwieweit müssen wir uns verändern für die Zukunft? Wie verändern sich die Strukturen, die Märkte, die Aufgabenbereiche, die Ausbildungsberufe, das Studium, wie wird sich das im Arbeitsmarkt verändern? Sind wir da irgendwie am Draht der Zeit?
Aber ich glaube, da sind wir schon sehr gut vorbereitet, auch weil wir ein duales Studium im wirtschaftlichen Bereich und im technischen Bereich anbieten. Also ja, wie gesagt, die ganze Budgetplanung sind viele Herausforderungen. Man kann es irgendwie auch gar nicht so konkret an Projekten fassen, sondern an dem Gesamtbild der Situation.
[Bastian Elsner] (24:14 - 24:48)
Was ich da noch gerne ergänzen möchte, ist gerade auch so ein bisschen die KI-Strategie, weil wir merken ja wirklich, dass ganz viele Tätigkeiten, die wir vorher irgendwie sehr viel Zeit gebraucht haben, dass es jetzt einfach schneller geht und dass sich da auch irgendwie, haben wir ja neulich erst drüber gesprochen, dass wir auch die Stellenausschreibungen, dass die sich gerade innerhalb sehr kurzer Zeit eigentlich verändern.
Und das wird, glaube ich, schon ein Thema, das begleitet uns für eine lange Zeit. Deswegen finde ich es auch sehr cool, dass wir da bald den Workshop angesetzt haben, um einfach mal so ein bisschen eine KI-Roadmap bei uns auch zu machen.
[Lina Elsner] (24:48 - 25:00)
Ein mega wichtiger Punkt, ja. Basti, du treibst das Thema KNX Secure-Thema ja sehr stark an. Was steckt da genau dahinter und was würde passieren, wenn wir das nicht hätten?
[Bastian Elsner] (25:01 - 25:41)
Ja, spannende, spannende Frage und tatsächlich das Thema, das mich eigentlich so die letzten zwei bis drei Jahre eigentlich mit am meisten gefordert hat. Also einmal KNX-Secure, ganz klar, der Cyber Resilience Act kommt. Die Vollpflicht ist am 11.12.2027. Das heißt, bis dahin dürfen wir nur noch KNX-Secure-Produkte in unsere Projekte entsprechend positionieren. Das ist natürlich mal so eine legale Sichtweise. Aber, und ich muss da auch ganz ehrlich sein, dieses Thema am Anfang KNX-Secure, ich dachte, oh Gott, nee, bitte nicht. Jetzt müssen wir das alles im Prinzip nochmal anfassen.
[Lina Elsner] (25:42 - 25:43)
Jedes einzelne Produkt.
[Bastian Elsner] (25:44 - 27:02)
Genau, jede Leiterplatte. Du musst überall den Controller austauschen. Du brauchst den FDSK.
Du musst erst mal die Infrastruktur bei uns aufsetzen. Dann müssen wir uns erst mal ISO 27001 zertifizieren lassen. Davon kannst du ein Lied singen.
Das heißt, da sind erst mal so ein paar Pflichtübungen, die wir machen müssen, bis wir überhaupt mal mit dem Thema anfangen können. Und wie gesagt, am Anfang erst mal ein wirklich dickes Brett für ein Unternehmen mit 60 Mitarbeitern, ein paar 100 KNX-Produkten im Portfolio. Aber inzwischen macht es wirklich Spaß, weil wir einfach die Möglichkeit haben, die Produkte so cool zu optimieren.
Und ich wage es auch zu bezweifeln, ob wir, wenn der Cyber Resilience Act und die Secure-Pflicht nicht kommen würde, ob wir diese Produkte tatsächlich angehen. Ich glaube, das kennt jeder Unternehmer oder jeder, der irgendwie was mit Produkten zu tun hat. Wenn ein Produkt erst mal fertig ist und wenn damit Geld verdient wird, tut man sich da wirklich schwer damit, nochmal so eine Revision zu machen.
Also das kenne ich zumindest von uns so. Das ändert sich jetzt damit. Da ist wirklich Aufbruchsstimmung am Start.
Und genau deswegen, um dafür an die Frage zurückzukommen, was würde passieren, wenn wir das nicht hätten? Ich glaube, früher oder später werden unsere Produkte einfach nicht mehr state-of-the-art. Und deswegen mit eines der wichtigsten Themen überhaupt.
[Lina Elsner] (27:03 - 28:16)
Mega. Also richtig wichtiger Punkt. Und wenn ich überlege, was wir da auch gerade gemeinsam im Produktmanagement mit unserem Application-Ingenieur für, ich sage mal, Hirnschmalz alles reinmachen.
Wie können wir die Produkte, weil wir müssen die Produkte sowieso anfassen, verändern. Und dann können wir da auch einfach gleich eine noch geilere Version draus machen, wie es eh schon ist. Und ich glaube, da sind wir auf einem sehr guten Weg.
Es ist natürlich manchmal viel Kopfschmerz, gerade auch seitens Einkauf. Wo kriegt man jetzt wieder die neuen Sachen her? Oder ja, es ist alles nicht so einfach.
Aber wenn es einfach wäre, wäre es natürlich auch was ganz, ganz anderes. Und ich glaube, es ist jetzt schon gut, so wie es ist. Aber auch ich musste mich, wie du es man kann, exekuieren, die ISO 27001 reinfinden.
Ich glaube, anderthalb Jahre Vorbereitung, hohe Geldbeträge, was da schon reingeflossen ist in diese Zertifizierung. Aber es ist definitiv absolut wichtig für die Zukunft. Allein, wenn man auch in den Nachrichten hört, hier wieder versucht, in irgendein System reinzukommen.
Absolut furchtbar. Und das kann natürlich auch geschäftsschädigend sein. Und da wollen wir natürlich alles dran machen, dass wir da auch niemanden in unser System lassen.
[Bastian Elsner] (28:17 - 29:13)
Klar. Also jetzt mal abgesehen von den Nachrichten. Ich meine, vorhin erst in der Mittagspause hat uns eine Kollegin erst berichtet, dass die Firma von ihrem Mann, Lebensgefährten, ich bin mir gerade gar nicht sicher, dass die gehackt worden ist.
Und als ich die Story gehört habe, mir ist es wirklich eiskalt den Rücken runtergelaufen. Und das sind so heftige Themen. Und auch da muss ich mich nochmal wiederholen.
Bin ich so froh, dass du mir den Rücken frei hältst. Und das sind nicht wirklich unsichtbare Themen. Am Ende hast du dieses ISO 27001 Logo auf deiner Website.
Aber was da eben alles dazugehört, bis du zu diesem Logo kommst, das passiert eben meistens im Hintergrund. Aber ich finde es auch cool, dass wir da heute so ein bisschen drüber sprechen können. Lina, ich glaube, du hast gerade eben schon so ein bisschen die Frage beantwortet.
Aber ich würde sie jetzt einfach nochmal trotzdem stellen. Wo berühren sich unsere beiden Baustellen eigentlich? Also ich sage mal ganz lapidar dein Personalthema und mein KNX-Secure Thema.
[Lina Elsner] (29:14 - 29:58)
Sehr gute Frage. Also passt eigentlich wirklich schon auch zu der Antwort davor. Aber um das nochmal alles Detaillierte zu sagen.
Gerade wir haben ja das Thema KNX Secure, was wir machen müssen, wo wir auch nicht drumherum kommen. Und da braucht man natürlich alle, oder ich sage mal neue Aufgaben, neue Prozesse, dass man das einfach schnell, effizient durchhauen kann. Dass man trotzdem irgendwie nicht stehen bleibt und weitere andere Produkte entwickeln kann.
So haben wir zum Beispiel, aber das war auch Gemeinschaft von uns beiden, eine Application Engineer, die interne Stelle gegründet und einfach das allgemeine Produktmanagement und dann noch weitere Stabstellen in der Entwicklung drin, dass wir einfach an den jeweiligen Projekten und Arbeitsschritten arbeiten können. Ich glaube, das ist so ein extrem wichtiger Punkt. Und da wird es niemals ohne den anderen auch funktionieren.
[Bastian Elsner] (30:09 - 31:03)
Ja, ich erinnere mich noch an die Gespräche. Das hast du da wirklich total gut gesagt. Oder da gehe ich zu 100 Prozent mit.
Wir müssen den Leuten, also unseren Mitarbeitenden, müssen wir den Fokus ermöglichen und den Rücken freihalten, um jetzt vielleicht noch mal auf den Applikationsingenieur zurückzukommen. Bei uns war es in der Vergangenheit so, dass ein Full-Stack-Entwickler, dass er am Ende eben auch das Manufacture-Tool, womit die ITS-Applikationen gemacht werden, aber auch die Registrierung und sowas gemacht haben. Eine Applikation ist so ein wichtiger Teil.
Und da haben wir auch gesagt, das darf eigentlich nicht nebenher laufen. Das darf kein Teilaspekt sein. Das muss wirklich als ein kleines eigenes Projekt gesehen werden.
Und ohne die Schaffung von einer Application-Ingenieursstelle hätten wir, wüsste ich nicht, wie wir es gewährleisten sollen. Vor allen Dingen auch den Zeitraum, in dem wir eben die Secure-Produkte fertig bekommen müssen, weil es gibt eben die Frist mit dem 27.11. Genau.
[Lina Elsner] (31:04 - 31:05)
Und genauso da wieder...
[Bastian Elsner] (31:05 - 31:07)
11.12.27, sorry.
[Lina Elsner] (31:07 - 31:26)
Ja, genau, 11.12.27. Ne, genau. Und da eben auch der weitere Punkt. Natürlich sind bei mir die ISO-Zertifizierungen, ja, ich sage mal, auf meinem Schreibtisch, aber der Cyber Resilience Act ist genauso ein Teil der Zertifizierung und somit eben auch KNX Secure.
Also es hängt alles wie eine Spirale miteinander zusammen.
[Bastian Elsner] (31:27 - 31:37)
Da sehe ich auch so, Lina, wir haben noch kurz drüber gesprochen. Was haben wir denn so ein bisschen verändert? Das ist mir gerade auch noch in den Kopf gekommen.
So ganz traditionell war das Produktmanagement eigentlich immer bei Papa.
[Lina Elsner] (31:37 - 31:37)
Ja.
[Bastian Elsner] (31:38 - 31:57)
Also Papa hat sich da so komplett um das Produktmanagement gekümmert und das habe ich ja, sage ich mal, ohne zu fragen, versucht einfach alles zu übernehmen. Und dann haben wir ja gemerkt, ups, das kann der Wirtschaftspsychologe vielleicht nicht so gut wie jemand, der tatsächlich ein bisschen technischen Background hat. Wirklich gut gemeint, aber ja, so.
[Lina Elsner] (31:58 - 32:06)
Aber das ist auch das, wo wir erst mal in unsere Aufgaben Identitäten reinfinden mussten in der Firma. Ist eben auch ganz klar, ja.
[Bastian Elsner] (32:06 - 32:29)
Ganz genau. Lina, vielleicht auch mit so einem kleinen Blick auf die Zeit sollten wir so langsam mal in die Flussfragen kommen. Ich möchte auf jeden Fall noch deinen Ausblick hören.
Was ist deine Vision für Elsner in den zehn Jahren? Vielleicht jetzt nicht so die Technik-Version, sondern mehr so die Menschen- oder Mitarbeitenden-Vision. Wie soll die Firma als Arbeitgeber, als Struktur oder auch als Team aussehen?
[Lina Elsner] (32:29 - 33:01)
Definitiv als attraktiver Arbeitgeber in der Nischen-Technologie. Und ja, meine Vision auch für uns beide, dass wir als zweite Generation bei Elsner einfach noch mehr unseren Stempel auch aufdrücken können und einfach die Basis, die unsere Eltern geschaffen haben, nochmal on top zu heben, nochmal mehr zu machen und das einfach für die Zukunft richtig geil nochmal aufstellen. Des Weiteren natürlich den Firmenwachstum mit Substanz.
[Bastian Elsner] (33:01 - 33:01)
Ganz wichtig.
[Lina Elsner] (33:02 - 33:32)
Es soll sich jeder Mitarbeitende entfalten können. Jeder soll hier auch die Chance haben, wirklich sich in seinem Fachgebiet, in dem, wo er wirklich motiviert ist und gut ist, zu arbeiten und so die Firma dann eben auch weiterzubringen. Also das ist so, jetzt sage ich mal, aus der Nicht-Technik-Version, wo wir einfach hinwollen.
Basti, du technisch-strategisch, wo steht Elsner in zehn Jahren und was sind die zwei, drei Dinge, die du unbedingt erreicht haben möchtest?
[Bastian Elsner] (33:32 - 34:30)
Ich fange mal an. Pflichtprogramm KNX Secure. Die Range ist durch bis Ende 2027.
Das ist auf jeden Fall ein Ziel. Ich muss ehrlich sein, ist noch ein dickes Brett, aber kriegen wir hin. Bin ich optimistisch.
Dann geht es weiter. Für mich so ein bisschen die Firmenidentifikation auch als Sensorexperte und dass wir uns wirklich mit unserer Sensorik ein Stück weit differenzieren können. Also ich meine, das weißt du ja auch.
Du hast die Einstellungen gemacht. Da gab es entsprechende Einstellungen wirklich in die Richtung Naturwissenschaften, um eben unsere Sensorik-Kompetenz auch hier, auch wenn es ein bisschen abgedroschen ist, ich sage es jetzt einfach, aufs nächste Level heben. Und natürlich auch die KI-Revolution irgendwie intern: Was geht noch? Wie können wir die Jobs, die vielleicht auch nicht so viel Spaß machen, eher von einem Large-Language-Model abbilden lassen, dass wir es eben selber nicht mehr machen müssen?
[Lina Elsner] (34:30 - 34:55)
Genau und somit gerade nochmal auf das KI-Thema einfach, dass wir uns, ich weiß, wir haben das jetzt auch schon öfter in dieser Folge erwähnt, aber dass wir uns eben auf unsere Kernkompetenzen und den Fokus konzentrieren können und die Sachen, die auch eine KI übernehmen kann, gerne von einer KI übernehmen lassen können. Und ja, dass wir einfach schneller, besser arbeiten können und Ältere so weiter voranbringen.
[Bastian Elsner] (34:55 - 35:13)
Und ich denke, ein weiteres Ergebnis davon ist, dass das Arbeiten einfach ein bisschen mehr Spaß macht. Und ich glaube, das ist auch ein Ziel. Wir wollen, dass die Leute gern hier kommen.
Also ich komme gern hierher und ich hoffe, ich hoffe, dass es den anderen Kollegen auch so geht. Und da geben wir uns natürlich entsprechend Mühe, dass wir, dass es auch so ist.
[Lina Elsner] (35:14 - 35:14)
Genau, ja.
[Bastian Elsner] (35:15 - 35:30)
Alright, Lina, ich glaube, das ist ein Thema jetzt für alle Unternehmer, die uns zuhören. Eine Frage, mit denen sich, glaube ich, viele beschäftigen, die ja für die 10-12-Stunden-Tage auch mal normal sein können. Wie trennst du Firma und Privatleben oder machst du das überhaupt?
[Lina Elsner] (35:31 - 36:34)
Ich sage mal so, also an manchen Tagen klappt es wirklich super, wo ich den Kopf abschalten kann. Aber manchmal, da hänge ich noch bis abends am Laptop und mache mir Gedanken. Allgemein, was ich an unserer Zusammenarbeit gut finde, was wir ja auch nicht vergessen dürfen, wissen ja auch Bruder, Schwester, nicht nur Co-Geschäftsführer von der Elsner.
Und dass, wenn du mich mal anrufst oder ich dich anrufe, dass wir dann sagen können, hey, absolut kein Kopf gerade, können wir morgen sprechen? Oder passt es dir dann und dann? Ich mache es mir auf Wiedervorlage, trage mir einen Kalender ein, whatever.
Dass man sich das da auch nicht gründen lässt, sondern das dann auch respektiert bei dem anderen. Wenn wirklich einmal die, ich sage mal, Luft raus ist und man eine Pause braucht. Trotz allem finde ich es auch gut, dass wir abends dann, wenn einfach wichtige Sachen anstehen, wenn Deadlines anstehen, wenn Entscheidungen nicht verschoben werden können, wir abends einfach nochmal telefonieren, wenn es während der Arbeit nicht gereicht hat.
Aber so an sich freue ich mich auch, als wir auch bei dir letztens zum Grillen waren. Das war auch ein ganz normaler Familientag.
[Bastian Elsner] (36:35 - 36:37)
Ohne Business, oder? Also ich erinnere mich zumindest nicht dran.
[Lina Elsner] (36:37 - 36:59)
Wo auch unsere Oma da war. Also es war echt, das war wie so Bruder, Schwester, Familien-Tag oder Mittag. Und das werden wir auch immer beibehalten.
Aber der Fokus ist natürlich auch bei der Arbeit, weil das ist irgendwie auch ein wahnsinnig wichtiger Bestandteil im Leben von uns beiden. Und ist ja auch nicht wegzudenken, wenn wir da zu zweit irgendwas machen.
[Bastian Elsner] (37:00 - 37:19)
Ja, und ich glaube, wollen wir auch nicht. Und ich denke, das fasst es auch super gut zusammen. Wir haben eben unterschiedliche Hüte.
Das ist einmal der Co-Geschäftsführer-Hut, aber es ist eben auch der Bruder- und Schwesterhut. Und die sind beide da und die haben beide ihre Zeitpunkte. Aber man muss eben auch wissen, wann man die Hüte absetzen kann, um bei dem Bild zu bleiben.
[Lina Elsner] (37:19 - 37:20)
Richtig, genau.
[Bastian Elsner] (37:21 - 37:27)
Alright. Lina, ich muss nochmal einen Blick auf die Zeit werfen und ich würde tatsächlich schon so ein bisschen ins Outro kommen.
[Lina Elsner] (37:27 - 37:28)
Alright.
[Bastian Elsner] (37:28 - 37:39)
An der Stelle würde ich dich bitten, fall mir einfach ins Wort, füge einfach hinzu, was du hinzufügen möchtest. Ich versuche mal, unser Gespräch so in zwei, drei Punkten zusammenzufassen.
[Lina Elsner] (37:40 - 37:41)
Gerne.
[Bastian Elsner] (37:41 - 38:02)
Erstens, Führung ist Komplementarität, nicht unbedingt Konsens. Lina und ich sind nicht immer einer Meinung und das ist kein Problem. Das ist ein Modell.
Zwei Menschen, die unterschiedliche Welten wirklich verstehen, treffen bessere Entscheidungen als eine allein. Vorausgesetzt, beide vertrauen einander.
[Lina Elsner] (38:03 - 38:24)
Das sehe ich absolut genauso. Hinzufügen kann ich da kaum mehr was. Du triffst wirklich alles auf den Punkt und gibst mir auch wirklich Sicherheit, wenn ich weiß, es stehen irgendwie wichtige Zeiten, dann weiß ich, okay, ich kann dir vertrauen, dann kann ich mich auch mal zurücknehmen oder dann kannst du dich mal zurücknehmen.
Also passt wirklich wunderbar.
[Bastian Elsner] (38:24 - 38:29)
Es ist eben schon was anderes und auch wirklich was Besonderes, mit der Familie zusammenzuarbeiten.
[Lina Elsner] (38:29 - 38:30)
Definitiv, ja.
[Bastian Elsner] (38:30 - 39:03)
Als zweiten Punkt nehme ich mit, ein Familienunternehmen denkt in Generationen. Klar, können wir, das tun wir auch, kurzfristig optimieren, aber 35 Jahre Firmengeschichte ist eben schon eine Aussage an sich für Verlässlichkeit, für die Kunden, für Mitarbeiter und für die Branche. Das heißt, für uns kein Interesse an einem super, super schnellen Wachstum.
Wir wollen Wachstum mit Substanz und nicht über unsere Strukturen hinauswachsen.
[Lina Elsner] (39:04 - 39:33)
Ne, sehe ich genauso. Und vielleicht auch, wenn es ein bisschen komisch klingt, aber Familienunternehmen sind Marathonläufer und keine Sprinter. Und das merken wir auch jetzt gerade in Zertifizierung, in Produktentwicklung.
Das ist nicht in einer Woche und dann ist es irgendwie Schrott, sondern wir geben uns da Mühe, wir überdenken, wir wollen das Beste vom Besten in einer herausragenden Qualität machen. Das kriegt man nur hin, wenn man den Marathonläufer auch mal rauslässt.
[Bastian Elsner] (39:33 - 39:35)
Ja, und nicht den Sprinter, sehe ich genauso.
[Lina Elsner] (39:35 - 39:35)
Genau.
[Bastian Elsner] (39:36 - 40:12)
Drittens, die Technik, auch die Technik, die wir hier bei Elsner herstellen, ist nur dann gut, wenn sie wirklich für Menschen gemacht ist. Ob das KNX Secure, KI, Meta oder irgendwelche anderen Protokolle sind, das sind alles irgendwo nur Mittel und keine Ziele. Das Ziel für uns als Firma und das durch unsere Produkte erreicht wird, sind Lebensräume, die einfach funktionieren, die sicher sind und die man auch gern mal vergisst, einfach weil sie da sind und funktionieren.
Dafür machen wir das und das ist auch das, was wir mit gesellschaftsdienlich meinen.
[Lina Elsner] (40:12 - 40:35)
Ja, absolut. Damit bin ich richtig einverstanden und ich bin auch sehr, sehr froh, dass wir die Aufnahme jetzt wirklich auch aus dem Nähkästchen geplaudert haben und da Input gegeben haben, wie es bei uns läuft, Insights. Also wirklich auch danke wieder für die Folge und den tollen Austausch.
Auch mal alles zusammengefasst der letzten Monate.
[Bastian Elsner] (40:36 - 40:48)
Ja, mir hat es auch wieder super, super viel Spaß gemacht und ich hoffe, wir behalten die Tradition bei. Würde mich total freuen, nächstes Jahr nochmal so eine Aufnahme zum Besten zu geben.
[Lina Elsner] (40:48 - 40:50)
Mal schauen, was mich bis dahin dann verändert hat.
[Bastian Elsner] (40:50 - 40:53)
Ich denke einiges, wenn es in dem Tempo weitergeht.
[Lina Elsner] (40:53 - 40:54)
Ich denke auch.
[Bastian Elsner] (40:54 - 40:58)
Cool, Lina, vielen, vielen Dank, dass du dabei warst. War ein cooles Gespräch.
[Lina Elsner] (40:59 - 40:59)
Gerne.
[Bastian Elsner] (40:59 - 42:04)
Alright, und jetzt noch für euch da draußen: Wenn euch die aktuelle Folge von "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast von Elstern Elektronik, gefallen hat, dann lasst uns doch super gerne ein Abo da. Was mich noch viel mehr freuen würde, wäre natürlich eine 5-Sterne-Bewertung bei Spotify, bei Deezer oder auch bei Apple Music.
Weil unseren Podcast, den gibt es nämlich überall, wo es Podcasts gibt. Falls ihr irgendwie noch einen Kommentar machen wollt zu der Folge, das geht natürlich auch auf den gängigen Podcast-Plattformen, aber Lina und ich sind auch super gut über LinkedIn zu erreichen. Falls ihr noch mehr über uns erfahren wollt, packe ich euch auf jeden Fall Linas LinkedIn-Profil, mein LinkedIn-Profil, die Firmenseite und noch so ein paar erweiterte Informationen runter in die Shownotes.
Und ich würde mich total freuen, euch bei der nächsten Folge von "Menschen, Lebensräume & Technik" wieder begrüßen zu dürfen. Das war's und bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Stand: 06/2026