Veröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026
[Bastian Elsner] (0:00 - 0:19)
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Menschen, Lebensräume & Technik", dein Podcast von Elsner Elektronik. Mein Name ist Bastian Elsner und heute habe ich Verstärkung dabei, Christian Gräwe. Christian, stell dich unseren Hörern doch mal am besten kurz selbst vor.
[Christian Gräwe] (0:19 - 0:54)
Ja hallo zusammen, mein Name ist Christian Gräwe. Ich bin wieder hier, vielen Dank nochmal für die zweite Einladung mittlerweile und ich sitze im Vorstand der netyard AG, einem IT-Systemhaus und Gebäudeinstallationsbetrieb, wo wir uns sehr ausgiebig mit dem Thema KNX, Modbus, BACnet und alles was dazu gehört beschäftigen. Wir sind also ein Inbetriebnehmer für große Gebäudeautomationsanlagen, wenn man so will und da ist natürlich jetzt auch das aktuelle Thema Secure absolut bahnbrechend. Es kommt halt, wir müssen uns damit beschäftigen und quasi unumgänglich.
[Bastian Elsner] (0:55 - 2:13)
Ganz genau und genau darum soll es auch heute gehen. Da würde ich noch kurz was hinzufügen. Wir haben uns beide im Rahmen von KNX Deutschland kennengelernt, da haben wir beide das Vergnügen zusammen im Beirat sitzen zu dürfen und Christian macht auch noch den Vorsitz von der Arbeitsgruppe KNX Secure. Also es gibt wirklich keinen besseren Co-Moderator für das Thema, das wir heute bearbeiten wollen. Deswegen an der Stelle, Christian, super cool, dass du nochmal mit dabei bist.
Ich will das Ganze kurz einordnen, weil das ist wirklich eine super spezielle Folge heute. Wir sind nämlich gemeinsam auf dem KNX Summit in Hannover. Heute ist der 11. Juni (2026) und wir nehmen sowohl heute als auch morgen auf, weil in den nächsten zwei Tagen versuchen wir die Stimmen einzufangen, die KNX Secure gerade in die Fläche bringen. Dabei wollen wir mit anderen Herstellern, Distributoren, Integratoren aber auch Planern sprechen. Dabei interessieren uns vor allen Dingen die Perspektiven, die Erfahrungen und die offenen Fragen. Los geht's.
### Systemintegrator: Jascha Fettköther
[Bastian Elsner] (2:00 - 2:13)
Also wie angesprochen, wir wollen heute möglichst viele Perspektiven an einen Tisch bekommen und alle zum Thema KNX Secure. Anfangen tun wir mit der Gruppe der Systemintegratoren und da haben wir heute den Jascha am Start. Jascha, würdest du noch ein paar Worte zu dir sagen?
[Jascha Fettköther] (2:13 - 2:24)
Ja, ich bin Systemintegrator aus Hannover. Ich beschäftige mich mit KNX Secure seit sieben Jahren und durfte halt auch schon viel dabei jetzt lernen und mitentwickeln.
[Bastian Elsner] (2:25 - 2:33)
Super, perfekt. Dann haben wir schon einen richtig guten ersten Interviewee, den wir etwas mit unseren Fragen quälen können. Christian, möchtest du mal loslegen mit der ersten?
[Christian Gräwe] (2:34 - 2:53)
Ja, Jascha, wir beide sind Systemintegratoren. Wir stoßen quasi ins gleiche Horn, wenn man so sagen will. Wir beide kämpfen an der vordersten Front mit KNX Secure. Und eine der ersten Fragen, die mich brennend interessieren. Erzähl doch mal, wie bist du zu deinem allerersten Projekt gekommen, zu der großen Anlage? Wie ging das vonstatten?
[Jascha Fettköther] (2:53 - 3:53)
Also das war kein Secure-Projekt. Das war ein ganz normales KNX-Plain-Projekt, so wurde es geplant und auch angeboten. Und dann kam zwei Wochen vor der Inbetriebnahme das langersehnte Gespräch mit der IT und die IT sagte in einer Einleitung schon, also eins muss euch bewusst sein, in dieses Objekt kommt nur KNX Secure. Das basiert auf IP und auf Data Secure. Ich habe da fünf Minuten dann gesessen und erst mal nach Luft geholt, weil ich zwar wusste, was Secure bedeutet oder was Secure ist und wusste zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, was mich erwartet, weil ich halt auch nicht wusste, welche Hardware ist dafür möglich, welche nicht. Zwei Wochen später bin ich dann auf der Light + Building losgerannt und habe erst mal nach Herstellern gesucht mit dem blauen Wappen und musste feststellen, oh, da gibt es gar nicht so viele. Bei den Herstellern selber war auch noch eine sehr große Wissenslücke und dann habe ich mir Stück für Stück die Hersteller zusammengesucht mit den Geräten, die ich brauche und dann habe ich angefangen.
[Christian Gräwe] (3:53 - 4:16)
Jetzt ist das ja die erste Anlage gewesen und ich weiß ja von dir, wir haben uns unterhalten. Die Anlage ist ja weitestgehend, sagen wir mal, mehr oder weniger gerade in Umsetzung. Sie wird weiter fertiggestellt. Aber was erzählst du denn neuen Kunden, also neuen Interessenten, wenn jetzt neue Anlagen entwickelt werden sollen oder aufgebaut werden sollen? Wie kannst du den Betreibern, den Liegenschaftsbetreibern erklären, warum ist das so wichtig? Was ist deine Argumentation?
[Jascha Fettköther] (4:17 - 5:03)
Das kommt immer darauf an, was es halt jetzt ist. Es ist eine Versicherung, also unterliegt sie der DORA oder der NIS und dann ist es meistens so, dass die Kunden sagen, ja, wir haben davon gehört, dass wir das machen sollen, wissen aber nicht, wieso, weshalb, warum. Und dann ist es heutzutage so, dass ich den Kunden dann sage, ihr habt für eure IT immer ein Audit, wo halt kontrolliert wird, was ist bei euch kritisch, was ist weniger kritisch, was vernachlässigbar. Und genau das Gleiche müsst ihr jetzt mit der Gebäudeleittechnik machen. Ob es KNX, BACnet, Modbus, egal was, das müsst ihr intern bei euch erstmal einmal zertifizieren lassen oder auditieren lassen. Und dann können wir anhand dieses Audits das ausarbeiten und dann geht halt die Ausarbeitung los. Aber es ist immer das Gleiche.
[Christian Gräwe] (5:03 - 5:15)
Zuerst die große Frage oder die große Antwort, ja, was soll denn da schon großartig passieren? Da kann dann mal jemand das Licht ein- und ausschalten oder sowas in die Richtung. Das ist ja der Klassiker, der dann immer wieder herkommt. Aber wir kennen es alle.
[Jascha Fettköther] (5:16 - 6:01)
Da hoffe ich immer, dass diese Gespräche entweder im Winter oder im Hochsommer stattfinden. Ich habe die wirklich schon gehabt. Also ich habe genau diese Gespräche gehabt und habe das, das werde ich nicht vergessen, bei einer Bank im Dezember. Und die haben gesagt, das brauchen wir nicht, das ist vollkommen uninteressant für uns. Ich bin dann nur aufgestanden, habe alle Fenster aufgerissen und daraufhin kamen dann nach zwei Minuten vom IT-Leiter und vom Vorstand, könnten wir die Fenster wieder zumachen, es ist kalt. Ich sage, nee, die Fenster sind gar nicht auf, sondern die Heizung ist aus und die Klimaanlage läuft auf 100 Prozent. Wie meinen sind das jetzt? Ich sage, wir haben gerade eine Hackerattacke hier. Die Fenster sind nicht auf. Sie haben gerade selber gesagt, das ist uninteressant. Wir frieren jetzt hier, wir können weiterarbeiten. Fünf Minuten später sind die dann aufgestanden, haben die Fenster gespült und haben gesagt, wir haben es verstanden.
[Christian Gräwe] (6:01 - 6:15)
Und damit man das mal ganz klar ausspricht für alle, die das jetzt hier hören. Es ist ja nicht nur Heizung, Klima, Lüftung, Licht oder sowas in der Richtung. In modernen Gebäuden sind es auch die Pumpen, die das Wasser in die zehnte Etage hochpumpen, die mit der Toilettenspülung funktioniert.
[Jascha Fettköther] (6:15 - 6:36)
Genau und das gleiche Spiel habe ich dann halt noch mit dem Licht gemacht. Ich bin dann aufgestanden an den Lichtschalter, Licht an, Licht aus, Licht an, Licht aus und konnte dann innerhalb von zehn Minuten den Leuten, die knallhart gesagt haben, es ist vollkommen uninteressant. Es spielt bei uns keine Rolle. Dazu bringen, okay, das ist ein Thema, worüber wir jetzt wirklich nachdenken müssen und wir müssen das Ganze doch mal in Betracht ziehen.
[Bastian Elsner] (6:37 - 7:09)
Das muss man sich wirklich merken, auch für alle unsere Zuhörer. Wenn es mal irgendwie Schwierigkeiten gibt, wirklich die Notwendigkeit von Secure rüberzubringen, bei Kunden, bei Bauherren, bei Planern auch, dann einfach mal an diese Beispiele denken, die wir heute so ein bisschen durchzitiert haben. Zum Abschluss. Wir haben jetzt schon die eine oder andere Frage geklärt, aber wir wollen ja heute auch noch so eine kleine Bierdeckelfrage stellen. Und zwar, wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren über KNX Secure wissen müssen, was steht drauf?
[Jascha Fettköther] (7:10 - 7:47)
Das ist eine ganz einfache Aussage. Ich fange jetzt mal von hinten rum an. Es sagen immer alle, ja, Secure ist halt nicht praktisch, weil wenn die Datei weg ist, muss ich die Anlage neu programmieren. Darauf kann ich dann einfach nur antworten und das ist jetzt meine Bierdeckelantwort. Wenn ihr von eurer EC-Karte oder von eurer Visa den PIN verliert, dann habt ihr keinen Zugang mehr zu eurem Geld. Das wollt ihr, weil es soll sicher sein. Darum schreibt keiner diese Zahl auf die Karte. Und genau so ist es halt. Sicherheit ist Sicherheit. Darum auch bei einem KNX Secure Projekt, was sicher sein soll, darf es halt einfach keine Backdoor geben.
[Bastian Elsner] (7:47 - 7:58)
Perfekt. Jascha, vielen, vielen Dank für deine Perspektive zu dem Thema, das uns heute und morgen auch noch beschäftigen wird. Christian, hast du noch was zum Abschluss zu unserer allerersten Interviewrunde zu sagen?
[Christian Gräwe] (7:58 - 8:13)
Ich habe noch eine ganz kurze Frage. Was würdest du jedem Integrator ans Herz legen wollen zum Thema Schulung oder wo holt er sich die Informationen rein und deine Meinung? Was ist die erste Anlaufstelle als Integrator, der noch nie was von Secure gehört hat, sich erstmal zu informieren? Was würdest du da sagen?
[Jascha Fettköther] (8:14 - 8:32)
Von Jung beziehungsweise vom DI (?) gibt es Fortbildungen, die du machen kannst, wo du auch zertifiziert wirst. Das Ganze wird auch in absehbarer Zeit ja von der KNX Association kommen. Aber das sind halt alles nur, wie soll ich sagen, Schulungsvorlagen, die du kriegst.
[Christian Gräwe] (8:32 - 8:43)
Ja, jeder erzählt das ja auch in seiner Brille. Das muss man dazu sagen. Jeder Hersteller hat zwar seine eigenen Informationsseiten, wo man sich einlesen kann, aber es gibt noch nichts wirkliches praxisnahes im Sinne eines Gesamtobjektes.
[Bastian Elsner] (8:44 - 8:45)
Ja, das ist korrekt.
[Jascha Fettköther] (8:46 - 9:16)
Also auch wenn ich mir jetzt viel Feinde mache, meine Aussage zu diesem Thema ist immer wieder, KNX Secure programmieren lernen heißt einmal programmieren komplett neu lernen, weil es halt von der Struktur her ganz anders aufgebaut ist. Und jeder von uns hat, ob er nun vor 30 Jahren angefangen hat oder vor einem Jahr, du hast die Schulung gemacht, hast dich hingesetzt und hast einfach losgelegt, hast zu Hause im Büro gesessen und hast deine Sachen gemacht. Genauso musst du es bei Secure auch machen, weil du musst Erfahrungen sammeln, du musst ganz andere Workarounds für dich entwickeln.
[Bastian Elsner] (9:17 - 9:21)
Wie immer, einfach machen.
[Jascha Fettköther] (9:21 - 9:21)
Genau.
[Bastian Elsner] (9:21 - 9:22)
Ja, super. Ich danke euch beiden.
[Jascha Fettköther] (9:22 - 9:23)
Nicht dafür.
[Bastian Elsner] (9:23- 9:37)
So, es geht weiter. Wir bringen die nächste Perspektive mit an den Tisch. Und was dann natürlich nicht fehlen darf, ist ein Hersteller. Marco, vielen Dank, dass du heute bei uns mitmachst. Willst du noch ein paar Worte zu dir sagen?
### Hersteller: Marco Streloww (MDT)
[Marco Strelow] (9:37 - 9:48)
Basti, schön, dass ich hier sein kann. Ich bin der Marco Strelow, arbeite seit anderthalb Jahren bei MDT und bin dort im Bereich digitaler Vertrieb und Vertrieb Osteuropa tätig.
[Bastian Elsner] (9:47 - 9:48)
Sehr schön, vielen Dank.
[Bastian Elsner] (9:48 - 9:50)
Christian, willst du loslegen mit unseren Fragen?
[Christian Gräwe] (9:50 - 10:35)
Ja, das können wir mal machen. Dafür sind wir ja hier. Marco, schön, dass du da bist. Freut mich sehr. Und wir beide kennen uns ja auch schon was länger. Und ja, die drei großen Buchstaben aus Engelskirchen, wer kennt sie nicht? Ich glaube, jeder, der diesen Podcast hört, hat MDT irgendwie auch schon mal gehört oder sogar in der Hand gehabt. Das ist einfach in der Natur der Dinge. KNX Secure, ein Riesenthema auch für euch. Das muss man sagen. Deswegen sind wir hier in Hannover. Deswegen unterhalten wir uns hier gerade wegen dem ganzen Thema Secure. Meine Frage an dich, an MDT. Wie organisiert ihr jetzt die Übergangsphase mit den parallelen Produkten, die es als plain, also nicht secure und als secure gibt? Wie unterstützt ihr eure Kunden dahingehend aktuell?
[Marco Strelow] (10:35 - 10:51)
Also wir sagen, dass wir jetzt schon fähig sind, ein Projekt KNX Secure umzusetzen. Und wir haben unseren Außendienst, der auch unterwegs ist und der kann angesprochen werden. Und da unterstützen wir dabei auch dann, wenn es nötig ist, die passenden Produkte dann für ihn zurecht zu suchen.
[Christian Gräwe] (10:51 - 11:22)
Ja, das kriegen wir tatsächlich mit. Ihr habt richtig Gas gegeben. Gerade in den letzten Jahren, muss man wirklich sagen. Ich habe eine Zahl gehört, 200 Produkte werden jetzt nach und nach aus eurem Haus mit Secure oder sind schon da, werden kommen, Schrägstrich. Also ich weiß jetzt nicht ganz so genau. Finde ich super. Und wird es auch Unterstützung für die Integratoren geben? Weil es ist ja schon ein bisschen speziell. Man kann ja jetzt nicht hingehen, ETS-Projekt, so wie wir es früher mal gelernt haben. Also der gleiche Weg ist es in der Form so nicht. Wird es da auch Unterstützung geben für uns Integratoren?
[Marco Strelow] (11:22 - 11:49)
Selbstverständlich. Natürlich. Das ist die Idee, dass wir als Hersteller da die Systemintegratoren unterstützen, auch das Verständnis mit unterstützen. Das ist etwas, was nicht vom Markt getrieben gewesen ist, sondern etwas, was die EU uns vorgegeben hat. Also für alle, die in der Kette beteiligt sind, wisst ihr noch gar nicht so richtig, warum brauchen wir das jetzt? Was wollen wir denn eigentlich machen? Und da ist unsere Rolle schon dabei, dann alles zu unterstützen, dass es auch dann reibungslos einfließen kann.
[Christian Gräwe] (11:50 - 12:41)
Interessant ist es ja auch, dass sogar teilweise Liegenschaftsbetreiber gar nicht wissen, dass sie es eigentlich brauchen. Also auch das haben wir schon mitbekommen. Bastian, du kennst es auch, wenn man den Leuten einmal wirklich sagt, wir haben es gerade beim Jascha ja auch schon gehört, wir reden ja von NIS2, wir reden von DORA. Wenn wir also ein Gebäude haben, was irgendwie mit dem Finanzwesen verbandelt ist. Das sind ja alles Themen, die muss man wirklich im Kopf halten. Das ist ja ein riesen Apparat, der da auf uns zukommt.
Und für den Systemintegrator, den es seit Jahren gibt, da kann es tatsächlich schon mal ein bisschen schwieriger werden jetzt am Markt. Das ist halt einfach so, weil er muss mehr bedenken, er muss mehr Aufgaben abbilden, er muss das ganze Überblick sag ich mal mehr im Kopf haben. Und das wird schon eine Herausforderung, gerade für die, ohne dass das böse gemeint ist, die Alteingesessenen, die jahrelang halt dafür gesorgt haben, dass das Licht an und aus ging und die Jalousie rauf und runter fuhr. Da ist jetzt ein bisschen mehr.
[Marco Strelow] (12:41 - 13:12)
Für uns ist es aber auch eine neue Chance. Das kann ich auch an der Stelle sagen. Wir haben natürlich erkannt, okay, wir müssen jetzt die Produkte überarbeiten, sie müssen jetzt alles Secure machen. Das können wir. Dafür sind wir MDT und das machen wir dann auch. Und gleichzeitig haben wir gesagt, ja, wenn wir schon mal dran sind, dann überarbeiten wir die Produkte auch mit neuen Applikationen und neuen coolen Funktionen, die wir in die Produkte mit reinbringen. Also quasi der Fokus ist für uns, wenn wir es schon mal machen, dann machen wir es richtig. Und wir machen es in Zukunft nochmal mit Secure dazu. Also für uns ist dieses Secure-Machen einfach nur ein weiterer Baustein dazu.
[Bastian Elsner] (13:12 - 13:46)
Ich finde auch, das ist eine super schöne Herangehensweise. Das halten wir bei Elsner tatsächlich ganz ähnlich und dazu noch sehr gut. Vielleicht noch so ein bisschen aus der Herstellerbrille meinerseits. Ich glaube, es ist immer ganz arg schwierig, so ein Produkt, wenn das erstmal am Laufen ist und auch sehr gut am Laufen, das überhaupt nochmal anzufassen. Wir kennen alle die Sprüche, never change a running system. Am Anfang dachte ich, oh Gott, was müssen wir da jetzt für ein Brett bohren inzwischen. Ich freue mich wirklich drüber, weil es sind wirklich Chancen und vermutlich Chancen, die man nicht ergriffen hätte, wenn das nicht gekommen wäre. Also da spreche ich jetzt natürlich für die Firma Elsner. Aber das habe ich auch beobachtet. Inzwischen mehr eine Chance wie eine Qual.
[Christian Gräwe] (13:47 - 14:09)
Aber jetzt muss ich aus Integratoren-Sicht sagen, wir haben die wenigsten Anlagen draußen am Markt, wo nur wirklich ein Hersteller drin ist. Das heißt, egal ob es jetzt in deinem Fall Bastian Elsner oder bei dir Marco MDT, irgendwo kommen wir immer wieder zusammen. Und das ist ja gerade das Schöne beim KNX. Wir haben ja halt die Vielfalt der annähernd 600 Hersteller weltweit und wir können sie miteinander verbinden. Und wenn wir das Ganze jetzt auch noch sicher gestalten können, ist doch super.
[Bastian Elsner] (14:10 - 14:27)
Absolut, sehr schön. Perfekt. Marco, vielen, vielen Dank für deine Eindrücke und deine Erzählungen. Jetzt am Schluss noch eine letzte Frage: Wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren über KNX Secure wissen müssen, was steht drauf?
[Marco Strelow] (14:27 - 14:42)
Es tut gar nicht weh. Einfach mitmachen.
[Bastian Elsner] (14:30 - 14:42)
Super, vielen, vielen Dank Marco. Auf den Punkt getroffen, kann man nicht besser sagen.
[Marco Strelow] (14:36 - 14:42)
Würde ich so sagen, ja. Hat mir Riesenspaß gemacht. Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß und weiter dranbleiben.
[Bastian Elsner] (14:42 - 14:43)
Sehr schön, vielen Dank. Danke.
### Systemintegrator & Hersteller & Trainingcenter: Kai Burkard
[Bastian Elsner] (14:43 - 15:00)
So, wir wollen ja heute möglichst viele unterschiedliche Perspektiven mit an den Tisch bekommen und eine darf natürlich nicht fehlen, die von einem Systemintegrator. Wir hatten vorhin schon mal einen da, aber heute können wir das, glaube ich, nochmal aus einem bisschen anderen Blickwinkel betrachten.
Kai, herzlich willkommen. Willst du noch ein paar Worte zu dir sagen?
[Kai Burkard] (15:01 - 15:13)
Vielen Dank erstmal für die Einladung. Ja, Kai Burkard von Splendid Minds. Wir sind Systemintegrator. Wir sind aber auch Hersteller und wir sind auch Trainingcenter. Das heißt, wir machen die volle Palette im KNX-Umfeld.
[Bastian Elsner] (15:14 - 15:17)
Sehr schön, perfekt. Christian, möchtest du mit den Fragen einsteigen?
[Christian Gräwe] (15:18 - 15:44)
Ja, Kai, wir Kollegen, kann man so sagen, wir kennen uns ja auch schon etwas länger und arbeiten hier und da auch zusammen, auch bei der KNX Deutschland, wo wir ja auch gerade sind. Und was mich bei dir ganz besonders interessiert, du bist ja wirklich sehr tief im Bereich Smart Home mit KI. Das ist ja ein großes Wort. Alle reden davon, KI. Erzähl doch mal ein bisschen was darüber. Was ist KI? Was bedeutet KI für dich im Bereich von Smart Home?
[Kai Burkard] (15:45 - 16:11)
Genau, also künstliche Intelligenz haben wir jetzt schon ganz lange natürlich mit am Start und nutzen das auch schon länger in unseren Projekten. Wir wissen alle, wir haben Regelaufgaben, die wir immer wieder tun müssen, die einfach aufwendig sind. Und eine Zeit lang haben wir das parallel gemacht. Wir stellen aber jetzt hier auch auf der KNX Summit vor, dass wir das quasi direkt in die ETS integriert haben und damit die KI quasi direkt die ETS steuert und ganz viel Arbeiten für den Systemintegrator erreicht dann kann.
[Christian Gräwe] (16:12 - 16:20)
Siehst du denn noch Lösungen, dass die KI nachher im Betrieb, also losgelöst von der ETS, sondern wirklich im Gebäude selbst unterstützen wird?
[Kai Burkard] (16:20 - 16:46)
Das sehen wir ja mehr und mehr. Also zum einen unterstützt es dich auch natürlich, wenn das Gebäude schon im Betrieb ist, zum Beispiel für Änderungen oder Rekonstruktionen oder Ähnliches. Es unterstützt dich aber auch bei der Bedienung. Alexa Plus wurde vor kurzem veröffentlicht und ich kann jetzt in natürlicher Sprache mein Gebäude bedienen und kann auch Folgeaktionen auslösen, ohne wieder ein Aktivierungswort zu sagen. Also es findet überall Einzug und es wird einfach damit wesentlich niederschwelliger, so ein Smart Home zu nutzen.
[Christian Gräwe] (16:46 - 16:49)
Auch secure? Siehst du da auch Anwendungsfälle?
[Kai Burkard] (16:49 - 17:15)
Naja, die Voraussetzung ist natürlich, dass die Anlage secure aufgebaut ist. Das heißt Augen auf bei der Herstellerwahl oder bei der Komponentenwahl. Man sollte natürlich auf Hersteller setzen, die secure einsetzen und die das auch können. Wichtig ist vor allen Dingen und da ist momentan noch so ein bisschen der Brechpunkt, dass die Visualisierung oder die Komponente, die quasi die Integration zur KI-Welt oder zur Außenwelt macht, dass die auch secure sprechen kann. Da ist der Markt schon noch überschaubar.
[Christian Gräwe] (17:15 - 17:30)
Das stimmt. Da gebe ich dir vollkommen recht. Das ist so. Die Möglichkeiten, die man da jetzt aktuell heute zur Bearbeitung hat, sind sehr begrenzt. Aber das wird sich ja in den nächsten, denke ich mal ein, zwei, drei Jahren auch drastisch ändern, wenn man so sagen will.
[Kai Burkard] (17:30 - 17:40)
Genau. Also momentan ist ja die Lösung, du machst ein Gateway zwischen was dann secure zu unsecure, koppelt im Schrank. Ich hoffe, dass ich da künftig bessere Lösungen finde.
[Christian Gräwe] (17:41 - 17:56)
Erzähl uns doch mal von deinem ersten, sagen wir mal, secure Projekt, was du so hattest, wo du mit deiner Lösung Ansätze bearbeitet hast. Bist du da ein bisschen stolperig rein? Ging das gut? Lief alles wunderbar? Oder denkst du da heute mit gemischten Gefühlen daran zurück?
[Kai Burkard] (17:56 - 18:36)
Es ist eine Änderung, dass man einfach sagt, man muss gut dokumentieren, man muss die Seriennummern, die Codes aufrechterhalten. Wir haben uns da ehrlicherweise, viele Hersteller liefern ja auch diese Aufkleber hier mit, Vorlagen einfach gemacht, die wir dann abheften, wo du die Sachen rein klebst. Einfach secure fordert qualitativ hochwertiges Arbeiten. Das ist gut, das sollte ein Integrator sowieso machen. Aber das war einfach so ein bisschen der Stolperstein. Beim allerersten Mal hatten wir diese Vorlage nicht und hatten dann ganz viele Aufkleberchen und haben gedacht, okay, wie halten wir Codes und Geräte zusammen? Und da ist die Lernkurve unglaublich steil, weil wenn du dann anfängst zu suchen, was gehört zu was, dann weißt du, dass du diesen Fehler nicht wiederholst.
[Christian Gräwe] (18:36 - 18:53)
Gut, dass wir alles sauber und ordentlich arbeiten. Da möchte ich bitte alle daran erinnern, weil wir Integratoren, wir sorgen dafür, dass das nachher funktioniert und die Hersteller müssen dafür sorgen, dass hervorragende Produkte bei rumkommen und alles zusammen sorgt dafür, dass der Bewohner sich nachher oder der Nutzer des Gebäudes sich wirklich wohlfühlt.
[Kai Burkard] (18:53 - 19:23)
Du merkst nur den Unterschied. Bisher war es so, du hast das Gerät programmiert und ob du den Originalcode von dem Gerät hattest, hat keine Rolle gespielt. Im Zweifel hast du das Gerät resetet, hast es nochmal neu programmiert mit deinem neuen physikalischen Adresse und das Leben war gut. Leider tun nicht alle Hersteller den QR-Code nochmal auf dem Gerät unterbringen. Es gibt Hersteller, die machen das wunderbar, da ist er nochmal auf dem Gerät drauf. Manche liegen aber nur bei. Und wenn dann die Karte weg ist oder der ausführende Elektriker das vielleicht andersrum eingebaut hat, dann kann das ärgerlich sein.
[Christian Gräwe] (19:24 - 19:38)
Da gebe ich der Forderung ganz recht. Wobei die, wenn es ganz streng genommen ist, natürlich tatsächlich auch von den Geräten irgendwann entfernt werden müssten und sollten, sofern die irgendwie zugänglich sind. Also ja, alles hat Vor- und Nachteile. Das ist ein riesen Apparat. Deswegen unterhalten wir uns ja auch dafür.
[Kai Burkard] (19:39 - 19:48)
Ich will ja keine Hersteller jetzt nennen, aber es gibt ein paar, die haben den Aufkleber dann so halb dran geklebt. Das heißt, es klebt erst mal noch am Gerät, aber du kannst ihn danach ziemlich gut wieder abziehen. Das gibt es auch.
[Bastian Elsner] (19:48 - 20:00)
Das steht auch in einigen Spezifikationen drin von manchen Herstellern. Also das gibt es. Ob das wirklich so praktikabel ist, ich denke, das werden wir auch erst noch in den nächsten Jahren, wenn das so richtig in die Fläche kommt, herausfinden. Ich denke, wir müssen da noch alle was lernen.
[Kai Burkard] (20:01 - 20:08)
Ich glaube, die große Herausforderung, Bastian, wird sein, wenn wir zur Rekonstruktion von solchen Projekten irgendwann schreiten. Dann wird es richtig schwierig.
[Bastian Elsner] (20:09 - 20:47)
Ja, das sehe ich genauso. Ich finde so, als gemeinsamen Tenor, wir sind ja hier auch bei KNX Deutschland. Unsere Mission ist, dass Menschen ihren Lebensraum lieben. Und da wollen wir alle mitnehmen, die am Bauprozess beteiligt sind. Und ich meine, wir sind hier schon eine Gruppe aus Herstellern, Systemintegratoren. Wir haben später auch noch Distributoren hier, die da eben auch noch was reinbringen. Aber gerade auch durch deine Ausführungen ist es bewusst geworden, es kann nicht nur der Systemintegrator sein. Da gehört ganz wichtig der Hersteller zu, aber auch der Distributor, der entsprechend berät. Und ich denke natürlich auch die Planer. Ich denke, da könnt ihr mitgehen. Das muss auch erst mal verstanden werden, dass eine Secure-Planung eben auch ein bisschen anders aufgebaut werden muss.
[Kai Burkard] (20:47 - 20:48)
Genau. Völlig.
[Christian Gräwe] (20:48 - 21:14)
Jetzt haben wir wirklich gerade beide gedacht, Kai, entschuldige bitte. Die muss völlig anders geplant werden. Also wir haben ja gerade die Arbeitsgruppe Secure bei der KNX Deutschland und im Zuge dieser wurde schon festgestellt, dass sich teilweise sogar streng Leistungsphasen der HOAI verschieben. Das ist ein völlig konträres Arbeiten, wie wir es noch standardmäßig bis vor zwei Jahren, drei Jahren, vier Jahren gemacht haben.
[Bastian Elsner] (21:14 - 21:29)
Ich danke euch zwei, viermal für die Einblicke. Ich hätte jetzt noch eine Abschlussfrage und zwar, lieber Kai, wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren über KNX Secure wissen müssen, was steht drauf?
[Kai Burkard] (21:30 - 21:38)
Erstens, richtige Komponentenwahl. Zweitens, arbeitet ordentlich und dokumentiert gut und legt euch das verdammt sicher ab. Vielen Dank.
[Bastian Elsner] (21:38 - 21:39)
Danke dir.
[Kai Burkard] (21:39 - 21:40)
Sehr gerne.
### Distributor: Raphael Huckert (Voltus)
[Bastian Elsner] (21:40 - 21:53)
So und wir machen weiter mit der nächsten Perspektive, die wir heute noch nicht so am Tisch haben. Lieber Raphael, herzlich willkommen bei unserer Spezialaufnahme. Möchtest du dich kurz einmal unseren Zuhörern vorstellen?
[Raphael Huckert] (21:54 - 22:00)
Sehr gerne, Bastian. Moin, ich bin Raphael Huckert. Ich darf bei Voltus die Geschäftsentwicklung und das Produktmanagement vorantreiben.
[Bastian Elsner] (22:00 - 22:06)
Sehr schön, vielen Dank. Christian, ich bin mir sicher, du hast die eine oder andere Frage für den Raphael.
[Christian Gräwe] (22:06 - 22:31)
Ja, Raphael, erstmal vielen Dank, dass du hier bist und dass du dich auch bereit erklärt hast, hier uns Rede und Antwort zu stellen. Voltus, muss ich jetzt nicht viel zu sagen. Jeder wird es wahrscheinlich kennen, schon mal gehört haben oder gar auch was bestellt haben. Ihr als Händler, wie schätzt du den aktuellen Stand der Secure-fähigen Produkte am Markt ein? Ist es mittlerweile durchgehend vorhanden oder fehlt da noch ein bisschen was? Wie ist also eure Einschätzung?
[Raphael Huckert] (22:32 - 23:33)
Ja, also ich denke mal, die Verpflichtung auf Secure zu gehen hat ja bei dem einen oder anderen Hersteller schon für Nervosität vielleicht auch gesorgt. Weil auf einmal muss man ein Sortiment oder ein Produkt anpassen und das hat glaube ich den einen oder anderen Herstellermarkt schon berührt. Kann ich aus Herstellersicht bestätigen. Ich würde jetzt den aktuellen Stand eigentlich als sehr gut bezeichnen. Mittlerweile muss man sagen, es gibt den einen oder anderen Hersteller, der hat bestimmt noch da eine Lücke, vor allem bei irgendwelchen alten Produkten, die schon seit 35 Jahren am Markt sind. Aber im Grunde genommen ist das schon recht gut ausgestattet, muss ich sagen. Für uns als Händler muss ich aber sagen, dass es über alles hinweg wirklich gute Situation da ist. Denn wir können, sobald ein Kunde herstellerneutral oder herstelleroffen ist, ihm auf jeden Fall eine gesamte Lösung anbieten, um sein gesamtes Gebäude von A bis Z secure auszustatten. Vielleicht nicht immer mit einem Hersteller spezifisch, aber auf jeden Fall mit einer Herstelleroffenheit und das ist ja das Thema für KNX. Auf jeden Fall, damit ist es machbar.
[Christian Gräwe] (23:33 - 23:40)
Jetzt brauche ich die zweite Frage gar nicht mehr zu stellen. Ich hatte eigentlich vor, welche Chancen siehst du gerade bei secure für die Hersteller am Markt?
[Raphael Huckert] (23:41 - 24:16)
Ja, ich würde es auf der einen Seite Chancen als auch Risiken hineinbringen, auch für mich als Händler. Wir haben als Händler, vor allem als Fachhändler, natürlich die Aufgabe, das Sortiment für den Kunden darzustellen, am besten auch auf Lager zu haben. Und es ist natürlich eine Zeit, wo der Hersteller sagt, ich habe ein altes Sortiment, das fahre ich runter, das andere fahre ich hoch. Im schlimmsten Fall gleichzeitig haben wir natürlich den Ansatz, dass wir alle Produkte auf Lager haben. Das heißt, wir müssen neue Produkte anlegen, wir müssen alte Produkte aus dem Sortiment herausbringen und das ist schon ein riesiger Aufwand für uns als Händler, das auch darstellen zu können.
[Christian Gräwe] (24:17 - 24:30)
Kann man Trends erkennen von einigen Herstellern, wo man sagt, da hat einer mal was herausgebracht, was ich sage jetzt mal im weitesten Sinne sicher ist und wo man sich heute quasi eine Anlage gar nicht mehr ohne vorstellen kann?
[Raphael Huckert] (24:30 - 25:13)
Da muss ich in der Tat wirklich nachdenken. Auf Anhieb wird mir jetzt mal keiner einfallen, der da wirklich heraussticht. Es gibt den einen oder anderen Hersteller, die haben schon vor drei, vier Jahren angefangen, Secure rauszubringen, wo sich eigentlich jeder gedacht hat, ach dieses Secure, das ist doch eigentlich nur so eine Maschinerie zum Geldverdienen. Das hat doch gar kein echtes Bewandtnis. Und ich glaube, diese Hersteller haben jetzt große Vorteile, weil sie haben kein altes Sortiment mehr. Andere, die jetzt quasi so, ach übrigens, das ist ja schon nächstes Jahr. Die haben mögliche Herausforderungen, weil vor allem die Produkte im Markt sind. Das heißt, der Kunde kennt das bestehende Portfolio und das kann zu Problemen führen nachher, dass die Ablösung von Non-Secure auf Secure schwierig wird.
[Christian Gräwe] (25:13 - 25:45)
Es gibt ja so Produkte, die haben jetzt nicht wirklich was mit der Sache Secure in Form von Data Secure zu tun, aber wir denken alle zurück, als ESE rauskam mit dem Remote Access oder auch jetzt Gira S1 oder auch die Firma Enertex Bayern, die haben ja auch den ENA. Das sind ja Lösungen, die eine gewisse Sicherheit ja auch schon hereingebracht haben und tatsächlicherweise heute kaum mehr wegzudenken sind. Das hat jetzt nichts mit Data Secure auf der Ebene, obwohl die es auch können, aber im ersten Schritt zu tun. Aber das war ja ein Trend, eine Innovation, die dort Einzug gehalten hat.
[Raphael Huckert] (25:45 - 26:22)
Also ich finde es als Chance, was ich wirklich begrüße bei Secure, endlich ist jedes KNX-Gerät mit einer Seriennummer versorgt. Das war vorher, war ein KNX-Schaltaktor oder was bei euch eine Wetterstation war, vergleichbar mit einer Steckdose. Das war irgendein Artikel, der nicht greifbar war. Und für mich als Händler ist es sehr, sehr interessant, mit einer Seriennummer auch perspektivisch arbeiten zu können, um ein Produkt einem Kunden, einem Auftrag zuzuweisen. Und vor allem auch für den Hersteller hat es natürlich den Charme, ich kann auch Produkte mal nachverfolgen. Wie ging das Produkt eigentlich in den Markt rein? Das heißt, eine gewisse Transparenz bringt es mit uns und das finde ich eigentlich ganz cool.
[Christian Gräwe] (26:22 - 26:39)
Das ist übrigens ein Wahnsinns-Verkaufsargument aus meiner Sicht, dass wir auch die Geräte über die Seriennummer nachher adressieren können. Das heißt, ich muss jetzt auch nicht mehr die Leiter hoch, Knöpfchen drücken, Leiter wieder runter, sondern das ist ja einer der größten Benefits, die wir überhaupt haben. Neben der Thematik, dass es nebenbei auch noch sicher ist.
[Raphael Huckert] (26:40 - 26:58)
Absolut. Ich glaube, ihr könnt ein kleines Risiko mit auftragen für uns als Händler. Jetzt stellt man sich vor, der Kunde hat vielleicht dann doch falsch bestellt, möchte das Ding vielleicht, ob was kaputt ist, zurückgeben und wehe, der QR-Code ist nicht mehr da. Was ist dann? Du nimmst, Bastian, das Produkt ist eigentlich kaputt.
[Bastian Elsner] (26:58 - 27:21)
Nicht zu gebrauchen, das ist so. Und ich denke, da haben wir auch noch die ein oder anderen Themen zu klären. Aber ich glaube, das wird erst auf uns zukommen, wenn das so richtig in die breite Masse kommt. Ich würde dir gerne am Schluss noch eine Frage stellen. Und zwar, wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren über KNX Secure wissen müssen. Was steht auf deinem Bierdeckel, Raphael?
[Raphael Huckert] (27:22 - 27:46)
Mit KNX Secure hat der Integrator, der Installateur, der Endkunde auf jeden Fall die Chance, dass seine Anlage, egal ob klein oder groß, auch die technischen Anforderungen von morgen heute schon kann. Und das ist der große Vorteil gegenüber anderen proprietären Systemen, die da meines Erachtens so ein Fragezeichen für mich mitbringen. Weil da weißt du nicht, was ist morgen denn noch sicher bei diesem System.
[Bastian Elsner] (27:46 - 27:49)
Da habe ich persönlich überhaupt nichts hinzuzufügen.
Christian, wie sieht es bei dir aus?
Christian Gräwe] (27:49 - 28:50)
Absolut, absolut. Das ist ja genau, deswegen arbeiten wir mit KNX. Das ist ja überhaupt das Zugpferd überhaupt schlechthin. Ich meine, wir haben das schon häufiger erlebt, dass ein System dann irgendwann abgeschaltet wurde, weil es sich nicht mehr gelohnt hat oder aus Gründen, ist ja jetzt egal was. Aber wenn man nur ein proprietäres System hat, dann haben wir auch nur einen Anbieter, wir haben eine Lösung, wir haben einen Hersteller. Und wenn der aus irgendwelchen persönlichen oder anderen Gründen sagt, ich möchte das nicht mehr tun, dann haben ganz viele Kunden ein Problem. Und das muss man einfach mal so sagen. Und deswegen KNX. Und wir sind safe, wir sind secure, wir sind seit über 30 Jahren da. Ach, länger, länger. Und wir können es immer noch. Und wie oft wurde das schon gesagt, zu langsam oder was weiß ich was. Da kamen ja die tollsten Argumente in den letzten Jahren, die wir uns da anhören durften. Aber hey, es funktioniert und wir sind immer noch hier und es funktioniert besser denn je. Und das darf man nicht vergessen und es wird immer weiterentwickelt.
[Bastian Elsner] (27:48 - 27:50)
Ich danke euch zwei ganz herzlich.
[Raphael Huckert] (28:50 - 28:53)
Ich danke euch beiden. Schön, dass ich da sein durfte. Vielen Dank.
### Hersteller: Raphael Tkacz (Albrecht Jung)
[Bastian Elsner] (28:53 - 29:03)
Gut und wir kommen zur nächsten Perspektive live vom KNX Summit in Hannover. Und wir haben einen weiteren Hersteller am Start.
[Bastian Elsner] (29:03 - 29:23)
Raphael, möchtest du ein paar Worte zu dir sagen?
[Raphael Tkacz] (29:03 - 29:23)
Ja, gerne. Hallo Bastian, hallo Christian. Herzlichen Dank für die Einladung hier. Mein Name ist Raphael Tkacz. Ich bin Referent für Verbandskommunikation bei Albrecht Jung und habe die Aufgabe, die Botschaft zwischen dem Unternehmen und den Verbänden und den Gremien zu übertragen, sozusagen als Brückenbauer.
[Bastian Elsner] (29:23 - 29:28)
Sehr schön. Vielen Dank. Christian, wie immer, ich würde das Wort mal an dich richten mit deinen Fragen.
[Christian Gräwe] (29:29 - 29:45)
Hersteller, ich liebe sie. Raphael, es ist mal schön, dich hier zu sehen und es freut mich mal wieder, dass wir nebeneinander stehen dürfen. Du sag mal, Jung, kennen wir alle, großer Hersteller von Anfang an dabei. Wie sieht denn bei euch so das Portfolio aus hinsichtlich KNX Secure?
[Raphael Tkacz] (29:45 - 30:40)
Ich glaube, wir dürfen mal uns durchaus auf die Schulter klopfen und natürlich auch dieses Kompliment an die Produktentwicklung, dass die Weitsicht relativ früh geboren ist, auf KNX Secure zu setzen und das, was relativ früh angegangen ist, zahlt sich heute aus. Also eigentlich ist das gesamte Portfolio jetzt mittlerweile auf KNX Secure ausgelegt und vielleicht eine kleine Anekdote hier noch am Rande. Gerade letztes Jahr bei der deutschen Meisterschaft im Handwerk hatten wir uns auch mit eingebracht und da sind wir gebeten worden vom ZVEH (?), Aktorik beizustellen und da ist sie natürlich von der Artikelnummer her als die übliche Aktorik ausgeschrieben gewesen und wir haben natürlich sofort die Initiative ergriffen. Das ist auch dankbar angenommen worden und auch gerade bei den Gesprächen später bei den Gesellen hat man gehört, das ist es. Also die sind auch auf die Zukunft vorbereitet. Von daher hat man eigentlich gezeigt, das Thema lebt.
[Christian Gräwe] (30:41 - 31:09)
Ja, jetzt ist es ja so, die Frage kann ich tatsächlich sogar an euch beide stellen. Jetzt ist es aufgrund der Tatsache so, dass wir alles securefähige Geräte am Markt haben müssen, das musste ja irgendwann mal eingeführt werden. Das heißt, irgendwann kam irgendjemand bei euch im Büro auf euch zu und hat gesagt so, übrigens damit ihr es wisst, ab morgen secure. Was waren denn da so die Hürden oder die anstrengendsten Schritte, um das ganze Ziel zu erreichen bei euch? Das würde mich mal interessieren.
[Raphael Tkacz] (31:09 - 32:04)
Also ich glaube, man muss sich das schon vorstellen, wenn man in eine zukünftige Technologie investieren möchte, muss man die Leute auch von der Emotion hier abholen und ihnen wirklich zeigen, das wird funktionieren. Auch wenn die Gesetzgebung beziehungsweise die Vorschriften von der EU auch soweit eindeutig vorgeschrieben waren, aber man hat es ja auch im Vergleich mit anderen Herstellern im Markt festgestellt, nicht jeder hat die gleiche Denke gehabt. Von daher sind wir schon sehr dankbar, dass da einfach der Funke übergesprungen ist, relativ früh auf das gesamte Portfolio sukzessive zu setzen. Und ich glaube, ein Punkt, auf den wir uns durchaus jetzt auch ein wenig ausruhen können beziehungsweise auch darauf stolz sein können, dass wir frühzeitig auf die Speicherkapazität in der Aktorik gesetzt haben, sodass wirklich auch größere Projekte mit Leichtigkeit und mit der großen Anbindung der unterschiedlichen Gewerke umgesetzt werden können. Von daher ein bisschen leichtes Schulterklopfen, gut gemacht.
[Christian Gräwe] (32:05 - 32:09)
Was bedeutet der Cyber Resilience Act für euch als Firma Albrecht Jung?
[Raphael Tkacz] (32:09 - 33:03)
Ich glaube, das ist auch wie für die anderen Hersteller eine ganz, ganz große Chance. Also wir brauchen diese Technologie auf jeden Fall. Wir wissen ja letztendlich, wie die Welt nun mal eben nicht ganz sanft mit allem umgeht und wir müssen darauf vorbereitet sein. Wir müssen die Infrastruktur auch schützen und ich glaube, wir sind jetzt gefordert, das, was auch in der Akademie von Jung immer wieder vorgebracht worden ist, guter Know-how-Transfer, auch relativ enge Zusammenarbeit mit KNX Associations, um die Zertifizierung voranzutreiben, um genau die Macher draußen im Markt so weit zu befähigen, dass sie auch ein gutes Geschäft generieren können, dass sie auch wirklich vom Markt angenommen werden. Von daher ist es auch in unserem Interesse, das Know-how zu transportieren, die Leute zu absoluten Profis zu machen, dass sie auch die Botschaft drüber bringen können. Ja, KNX Secure ist notwendig. Ich bin selbst vorbereitet als Profi. Ich kann das. Lass uns mal das Ding umsetzen.
[Bastian Elsner] (33:04 - 33:36)
Ich glaube, da muss man an der Stelle auch unbedingt erwähnen, vielleicht was wir auch für eine Arbeit hier bei KNX Deutschland machen. Also allein, wenn ich an die Arbeitsgruppe denke, wo du die Leitung inne hast, Christian. Das ist ja eine wahnsinnig tolle Möglichkeit. Ich hatte erst vor ein paar Wochen auch Mitglieder aus dem Verband, sind auch gute Kunden bei uns, Podcasts und sie haben auch davon gesprochen, wir zehren davon. Wir kennen uns noch nicht so gut mit Secure aus, aber wir dürfen mit solchen Koryphäen wie Christian uns alle paar Wochen zusammensetzen und eben in dieses Thema, das für uns noch neu ist. Und du hast es gesagt, wir brauchen diese Macher und vor allen Dingen bei uns in der Branche.
[Raphael Tkacz] (33:37 - 33:57)
Genau, also wir sind ja natürlich die Theoretiker und die Umsetzer der Technik, aber die Technik ist ja weiterhin dumm. Das, was letztendlich die Leute im Land, draußen machen, von Projekt zu Projekt, die Situation verstehen und auch letztendlich wirklich tatsächlich optimale Lösungen von Gebäude zu Gebäude umsetzen können. Da ist die Intelligenz eigentlich erst, wird eigentlich die Intelligenz richtig umgesetzt.
[Christian Gräwe] (33:58 - 34:24)
Wobei man aber auch sagen muss, gerade der kontroverse Austausch in dieser Arbeitsgruppe ist ja genau das, was die Erfahrung nochmal bringt und wir merken jedes Mal wieder, dass es immer wieder hier und da kleinere Stellschrauben gibt oder Hürden, die es zu überwinden gilt oder es ist wirklich sehr, sehr, sehr komplex tatsächlich manchmal und das ist ja das Gute. Ich meine, wir sind eine große Familie, wenn man das so sagen darf und wir tauschen uns aus und davon profitieren wir am Ende alle.
[Raphael Tkacz] (34:24 - 34:44)
Das ist in unserem gemeinsamen Interesse genau dieser Austausch, weil keiner von uns einzeln, ob das der Hersteller ist oder das ist der Integrator, alles überblicken kann und wir haben noch nicht den Überblick von allen Gebäuden, von allen Gegebenheiten. Wir sind am Lernen, aber genau dieses Lernen und dieser Austausch, das ist genau die Dynamik, die wir alle gemeinsam brauchen.
[Bastian Elsner] (34:44 - 35:12)
Und das ist auch genau das, was wir uns bei KNX Deutschland auf die Fahne geschrieben haben. Alle am Bauprozess Beteiligten an den Tisch bekommen und ich glaube, da haben wir auch heute mit unserem Podcast echten kleinen Beitrag geleistet. Freut mich wahnsinnig, dass du dir auch die Zeit genommen hast, heute mitzumachen, aber ich möchte unbedingt noch eine Abschlussfrage stellen und zwar, Raphael, wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren über KNX Secure wissen müssen, was steht auf deinem Bierdeckel?
[Raphael Tkacz] (35:13 - 35:26)
Ach, der Bierdeckel. Ich habe noch kein Bierchen gehabt, aber wenn ich mir irgendwas überlegen dürfte, vielleicht so etwas wie KNX Secure, wow, tue Gutes und sprich darüber. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht.
[Bastian Elsner] (35:27 - 35:45)
Super. Ich danke euch zwei recht herzlich. Herzlichen Dank für die Gelegenheit, viel Spaß noch.
### Fachmedien: Annika Eklhoff-Schoenen (Fachverlag Dr. Helmut Arnold GmbH)
[Bastian Elsner] (35:27 - 35:45)
Tag zwei heute beim KNX Summit in Hannover und wir bringen die nächste Perspektive an den Tisch. Liebe Annika, super schön, dass du heute auch bei uns mitmachst. Kannst du dich mal kurz für unsere Zuhörer vorstellen?
[Annika Eklhoff-Schoenen] (35:46 - 36:10)
Ja, zunächst mal ganz herzlichen Dank für die Einladung. Mein Name ist Annika Eklhoff-Schoenen, ich bin Geschäftsführerin vom Verlag Arnold. Wir sind ein kleines Familienunternehmen mit zehn Mitarbeitern am Standort in Dortmund und Freiburg und drei Publikationen und die hier wichtige ist die Bussysteme, eine Zeitschrift für Gebäudeautomation, primär für Systemintegratoren und das Thema KNX ist für uns wahnsinnig wichtig und deshalb bin ich heute hier.
[Bastian Elsner] (36:10 - 36:28)
Sehr schön, ich freue mich auch wahnsinnig auf deine Perspektive, weil es wirklich noch mal eine ganz andere ist im Vergleich zu den anderen Gästen. Weniger in der Technik, es geht mehr um die Kommunikation und wirklich wie man die Themen dann auch kommunikativ in die Breite treibt. Christian, ich denke du hast da auch ein paar spannende Fragen. Erst mal auch von mir einen wunderschönen guten Morgen.
[Christian Gräwe] (36:29 - 36:43)
Ja, Annika, die Bussysteme, die neuste Ausgabe, die erscheint jetzt zum Summit und dort ist ja auch Secure Schwerpunkt. Warum jetzt und warum kommt vor allen Dingen die Branche mit Lösungen oder mit noch offenen Fragen aus deiner Sicht, aus Sicht der Redaktion?
[Annika Eklhoff-Schoenen] (36:44 - 38:45)
Also ehrlicherweise war es ein sehr glücklicher Zufall, als wir letztes Jahr die Mediadaten gemacht haben. Mit der Themenplanung wusste ich noch überhaupt nicht, dass das Thema Sicherheit hier auf dem Summit ein so großes Thema sein wird. Was wir uns gedacht haben bei der Ausgabenplanung war eher, das ist die Ausgabe nach der Light+Building und wir hatten die Erwartungshaltung, dass wir auf der Light + Building viel Neues hören zum Thema Secure und das war eigentlich die Grundlage.
In der weiteren Planung war es natürlich dann eine super Gegebenheit, dass auch der Summit das Thema aufgreift und ja letztlich war ich dann so ein bisschen, es ist so ein bisschen zwiegespalten. Ich hatte mir noch mehr Impulse erhofft nach der Messe ehrlicherweise. Wir haben schon auch gemerkt, dass das Thema ein sehr sehr komplexes Thema ist, dass auf der einen Seite wir glaube ich schon an dem Punkt sind, wo jedem Hersteller klar ist und auch jedem Systemintegrator. Es ist ein wahnsinnig wichtiges Thema, an dem wir nicht vorbeikommen. Ich glaube die Ausgestaltung und die Unsicherheit, da merke ich schon, dass viele Fragen offen sind. Herstellerseitig hatte ich mir bei der Light + Building wie gesagt ein bisschen mehr versprochen. Von daher haben wir jetzt tatsächlich letztlich den Schwerpunkt in der Ausgabe auch gar nicht so tief gefasst, sondern werden das über das Jahr hinweg auch noch spielen und es wird auch ein kontinuierliches Thema bleiben.
Ich habe auch jetzt gestern einige Themen schon mitgenommen, die ich auch gerne noch aufgreifen würde und ja ich finde es aber einfach wichtig aufzuklären und das Thema Unsicherheit anzugehen. Und du Christian, du steckst wahnsinnig tief drin in dem Thema. Man merkt, du hast viele große Projekte, wo sich auch gar nicht die Frage stellt. Also ich finde das ist ja auch aus unserer Perspektive immer so dieses Thema. Ist es ein Hype-Thema? Ist es ein Thema, was gemacht werden muss? Und du bist nun auch in vielen Projekten, wo sich die Frage gar nicht stellt. Wenn ich natürlich in dem Umfeld bin, natürlich im Zweckbau ist es auch was anderes als im Wohnbau.
[Christian Gräwe] (38:45 - 39:54)
Absolut, absolut, ja. Jetzt ist es ja so, wir hatten gestern schon einige Gespräche hier natürlich auch mit Integratoren, also quasi Kollegen von mir, mit Herstellern und jetzt hat die das ganze Thema Secure kann man von zwei Seiten quasi bereden, wenn man sich jetzt unterhält. Wir haben einmal die Seite, wo wir wirklich, ich sage jetzt mal liebevoll von Nerd zu Nerd reden. Da können wir auch nördisch reden. Das ist eine eigene Sprache, die nur wir verstehen. Jetzt sind aber eure Leser natürlich nicht Nerds. Das sind ganz normale Menschen, das sind teilweise Entscheider, das sind teilweise Menschen, die wirklich nur aufgrund von Fakten und Basis irgendwelche Entscheidungen treffen müssen. Was ist denn aus deiner Sicht das Wichtigste, was die verstanden haben müssen, wenn die jetzt so einen Artikel lesen?
Also du hast es gerade eigentlich schon fast beantwortet, die Fragen, dass du es ja wirklich verständlich rüberbringen musst und das wird sehr schwer, weil die Entscheider, die dafür das notwendige, die notwendigen Mittel, das sind natürlich auch finanzielle Mittel letzten Endes, die müssen das ja auch verstanden haben. Da muss man sicherlich ein bisschen Fingerspitzengefühl aus redaktioneller Sicht mitbringen, wenn ich das jetzt mal so wiedergeben darf.
[Annika Eklhoff-Schoenen] (39:55 - 40:37)
Also ich glaube, was da einfach wichtig ist, ist, dass man deutlich machen muss, was passiert, wenn wir KNX nicht einbauen an der einen oder anderen Stelle. Und ich glaube, das muss man wirklich ohne Panikmache dem einen oder anderen vor Augen führen, was für Konsequenzen es hat. Es gibt sicher Gebäudebereiche, wo die Auswirkungen nicht so dramatisch sind. Es gibt aber auch durchaus Immobilien, wo es fatal ist, wenn KNX nicht umgesetzt wurde. Und ich glaube, da muss man schon auch noch sensibilisieren und das ist schon auch unsere Aufgabe. Das sehe ich auch als unsere Aufgabe als Branche. Das sehe ich als Aufgabe von KNX Deutschland, aber auch sicher von uns als Bussystemer.
[Bastian Elsner] (40:37 - 41:11)
Wenn ich da noch reinhaken darf, also wir hatten ja jetzt auch die ersten Workshoprunden hinter uns und zumindest in meiner Gruppe ist das auch ganz klar rausgekommen. Es ist wirklich die Aufklärungsarbeit und klar, da seid ihr natürlich anders in der Verantwortung als andere. Das ist eure Hauptaufgabe, die Kommunikation. Aber ich denke, da sind trotzdem alle am Bauprozess Beteiligten gefragt, um auch erst mal dieses Verständnis entsprechend herzustellen. Weil am Ende des Tages, die Leute müssen es verstehen, weil Cyber Security ist auch Chefsache am Ende des Tages, also gerade die Entscheider müssen sich mit diesen Themen auseinandersetzen, ob es Spaß macht oder nicht.
[Annika Eklhoff-Schoenen] (41:11 - 41:25)
Es ist definitiv Chefsache und es ist auch die große Frage, wer macht's. Also wer steht in der Verantwortung, sich damit auseinanderzusetzen? Im Endeffekt sind es alle, aber man muss sich auch klar machen, wenn was passiert, wer trägt die Verantwortung?
[Bastian Elsner] (41:26 - 41:40)
Ich möchte am Abschluss unbedingt noch eine Frage stellen. Und zwar, wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren unbedingt über KNX Secure wissen müssen. Was steht auf deinem Bierdeckel, Annika?
[Annika Eklhoff-Schoenen] (41:41 - 41:47)
Sie müssen wissen, was ist die Konsequenz, wenn ich es nicht einsetze im Einzelfall meiner Arbeit.
[Bastian Elsner] (41:47 - 41:50)
Sehr schön, vielen Dank. Christian, hast du noch irgendwas zu ergänzen?
[Christian Gräwe] (41:50 - 41:53)
Nein, alles wunderbar, super. Ich freue mich auf die nächsten Gespräche.
[Annika Eklhoff-Schoenen] (41:53 - 41:54)
Danke für die Einladung.
### Außenperspektive: Désirée Schneider (Moderatorin KNX Summit 2026)
[Bastian Elsner] (41:54 - 42:21)
Sehr gerne. Und weiter geht's. Tag zwei vom KNX Summit 2026 aus Hannover. Und wir haben die nächste Perspektive am Tisch. Liebe Désirée, vielen Dank, dass du heute mitmachst bei unserer ganz spontanen Podcastaufnahme. Du hattest ja eine wirklich besondere Aufgabe hier am Summit. Möchtest du dich ganz kurz unseren Hörern vorstellen, was dich hierher treibt und was auch deine Aufgabe die letzten zwei Tage war?
[Désirée Schneider] (42:22 - 43:03)
Ja, vielen Dank, Bastian. Eine sehr, sehr tolle Aufgabe hat mich hierher getrieben. Ich durfte den Summit moderieren und zwar zum zweiten Mal. Letztes Jahr in Stuttgart auch schon. Und ja, das war ein wahnsinns Act tatsächlich wieder, vor allem der gestrige Tag, weil wir wirklich vollgepackt waren mit Themen. Drei Themenblöcke hintereinander. Nicht so viel Pause dazwischen. Vorträge, auch hochkarätig, inhaltlich. Also ich muss sagen für mich in der Vorbereitung als fachfremde Person, ich habe ja nur so grenzwertige Berührungen mit dem Thema. Ich würde sagen, ich verstehe so das Übergeordnete, aber natürlich im technischen Detail gar nicht. Das ist alles eine ganz schöne Herausforderung.
[Bastian Elsner] (43:03 - 43:18)
Umso spannender, dass ich dann mit Christian zusammen deine Perspektive auch noch ein bisschen einfangen kann. Weil Christian, ich glaube, das bestätigst du. Wir haben bis jetzt nur mit Personen gesprochen, die eigentlich schon sehr, sehr tief im Thema drin sind. Deswegen deine Perspektive jetzt noch mal umso spannender.
[Christian Gräwe] (43:18 - 43:44)
Absolut, absolut. Das ist ja eigentlich das Schöne, dass man auch mal Menschen befragen kann, die sich jetzt nicht so tief mit der Technik beschäftigen. Weil wir hatten es ja gerade mit den Nerds, das Thema war gerade schon präsent. Von daher meine Frage an dich, wie siehst du denn das ganze Thema Secure? Also das ganze Brimborium, was wir jetzt gerade hier veranstalten, das steht ja unter dem Thema Sicherheit im weitesten Sinne. Wie ist denn da deine Meinung, deine Einschätzung zu?
[Désirée Schneider] (43:45 - 44:41)
Ich spüre hier total raus, dass es ein riesengroßes Thema ist und ich spüre hier ehrlich gesagt immer noch viel Überforderung zu dem Thema. Also ich bin hergegangen tatsächlich mit der Ansicht, dass die einzelnen Branchen, die beteiligt sind, mehr wissen darüber und weiter sind. Gerade beim Thema Cyber Resilience ist es mir sehr aufgefallen, dass da wirklich ja auch noch in allen Bereichen, also nicht nur beim Nutzer, sondern tatsächlich auch bei den Personen, die es umsetzen sollen, extrem viel Aufklärungsbedarf ist. Das hat mich sehr überrascht, hat mich aber auch beruhigt. Dann habe ich mich nicht so doof gefühlt.
Es gibt auch wahnsinnig viel Bedarf noch an Abstimmung und das ist ja etwas, was sich ja schon seit Jahren durch die Branche zieht, was man immer wieder merkt. Die Schnittstellen nicht nur zwischen den Geräten, zwischen den Standards, sondern eben auch zwischen den Menschen. Da fehlt es einfach oft noch und deswegen ist ja so ein Summit auch so wichtig.
[Christian Gräwe] (44:42 - 45:23)
Ja, am Ende irgendwo steht immer der Mensch. Das muss man einfach mal sagen und wir diskutieren hier nicht nur von Fachleuten zu Fachleuten, das Thema hatten wir gerade auch schon mal, sondern es sind ja auch einfach Nutzer nachher und die müssen das Ganze ja auch noch bedienen können und trotzdem muss es ja auch sicher sein. Das heißt, dieser Grad, den wir auch einhalten müssen zwischen absoluter Sicherheit, zwischen Ausfallsicherheit, Redundanz, das hatten wir gerade alles in den Workshops auch, die ganzen Themen, die müssen wir genauso gut beachten wie die Usability, damit auch der, ja damit auch die Moderatorin das Licht einschalten kann, um es mal wirklich auf den Punkt runterzubrechen. Das ist ja gerade, weil da kommen ja Menschen rein, die sich zwangsläufig nicht mit diesem Thema beschäftigen, die wollen ja halt einfach nur, dass es funktioniert.
[Désirée Schneider] (45:24 - 46:08)
Richtig und die Frage ist ja auch, wie sehr muss ich mich dann überhaupt damit beschäftigen müssen? Wir haben jetzt gerade, ich war jetzt gerade im Workshop Cyber Resilience und wir haben gemerkt, dass das große Thema auch sein könnte, dass der Kunde gar nicht weiß, vielleicht also, dass die Szenarien gar nicht so relevant für den Kunden erscheinen, dass man sich sagt, na ja, ich weiß nicht, wozu brauche ich das denn, dann bin ich auch nicht bereit dafür Geld auszugeben und dann ist die nächste Frage aber auch, kann der, ich sag mal der Umsetzer, der an dem Kunden dran ist, es dem Kunden überhaupt so verkaufen? Ist er selber überzeugt von Secure?
Das ist die erste Frage und kann er es so verkaufen? Wir haben gesagt, es braucht Verkaufstraining vielleicht für Secure, um an die Leute ranzukommen und nur so kriege ich auch wiederum die Kunden. Also das finde ich, das ist ein wahnsinnig spannende Bubble, die sich hier nochmal aufgemacht hat.
[Christian Gräwe] (46:09 - 46:19)
Aber ich kann rausfahren, für dich ist das durchaus ein Thema. Also du möchtest schon, dass die kritischen Gebäudestrukturen, die davon betroffen sind, dass die auch wirklich funktionieren, wenn sie funktionieren müssen. Das ist ein Thema für dich?
[Désirée Schneider] (46:20 - 46:36)
Na also jetzt mehr als davor auf jeden Fall. Also wenn ich eins mitnehme vom Summit, dann ist es die, ich habe es gerade aufgeschrieben im Workshop auf einen Zettel, Secure oder Gebäudesicherheit ist systemrelevant und das finde ich mein Take-away.
[Bastian Elsner] (46:36 - 46:37)
Gesellschaftsdienlich vielleicht.
[Désirée Schneider] (46:37 - 46:51)
Ja genau, ja und das ist mir vorher jetzt, eben weil die Szenarien fehlen. Ich muss jetzt hier mit Fachleuten sprechen, um rauszufinden, ach so, das kann alles passieren. Ja okay, dann habe ich ja vielleicht doch nochmal ein größeres Interesse dran.
[Bastian Elsner] (46:51 - 47:03)
Würdest du vielleicht auch mit der Aussage mitgehen, dass vielleicht diese Fachleute das auch nochmal ein bisschen üben müssen, wie sie das für den Normalsterblichen auch wirklich rüberbringen, sodass man es versteht?
[Désirée Schneider] (47:03 - 47:38)
Das meinte ich so ein bisschen mit Verkaufstraining tatsächlich. Also Kommunikationstraining. Wir hatten auch gerade, wie wird das Thema denn auch überhaupt an die Fachleute? Da fängt es ja schon mit an, also zum Beispiel in einer Ausbildung oder in einer Schulung. Wie wird es denn überhaupt an die herangebracht? Und wenn das ein so ein Riesen, wenn es so ein Druck ist und wenn das, da ist ja gar nichts Schönes dran. Das ist ja ein wahnsinns Druck, ein Riesenmuss, ein Riesenkatalog von Sachen und da steht man davor und sagt, oh Gott, jetzt bin ich total erschlagen und dann kann ich es doch auch nicht weitergeben. Ja, also da fängt es irgendwo an einem Punkt an.
[Bastian Elsner] (47:38 - 47:56)
Das sehe ich genauso. Ich würde gerne noch eine Frage zum Abschluss stellen und ich glaube die knüpft da auch ganz gut an. Liebe Désirée, wenn du auf einen Bierdeckel schreiben müsstest, was Integratoren oder Bauherren unbedingt über KNX Secure wissen müssen, was steht auf deinem?
[Désirée Schneider] (47:56 - 48:01)
Das ist der Punkt, den ich gerade schon gesagt habe. Gebäudesicherheit ist systemrelevant.
[Bastian Elsner] (48:01 - 48:02)
Sehr schön. Danke. Vielen Dank.
[Christian Gräwe] (48:03 - 48:08)
Absolut super Statement. Braucht man auch eigentlich fast nichts mehr dazu zu sagen. Also da können wir einen Haken dranmachen.
[Bastian Elsner] (48:09 - 48:11)
Sehr schön. Vielen, vielen Dank für deine Teilnahme.
[Désirée Schneider] (48:11 - 48:12)
Sehr, sehr gerne. Danke euch.
Abschluss: Bastian Elsner & Christian Gräwe
[Bastian Elsner] (48:13 - 48:18)
So, okay. Christian, wir sind am Ende. Das waren jetzt echt zwei
[Christian Gräwe] (48:19 - 48:20)
spannende Tage.
[Bastian Elsner] (48:20 - 48:44)
Also ich muss sagen, das Energielevel, das war höher als wir hier angekommen sind, aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Ich durfte viel lernen und auch für mich so als Podcasthaus, das war so eine einmalige Situation, jetzt wirklich so viele Profis, Branchenkoryphäen, das muss ich einfach so sagen, an den Tisch in den Podcast zu bekommen und die dann auch noch mit dir zu interviewen. Also wirklich total cool.
[Christian Gräwe] (48:44 - 49:25)
Also was mir unheimlich viel Freude gemacht hat, war die unterschiedlichen Sichtweisen auch mal zu hören. Wir hatten ja nochmal halt jetzt beim Raphael von Voltus hatten wir quasi einen Großhändler oder einen Händler. Wir hatten also die Sicht, wie das aus einem Händler halt gesehen wird, was so über den Tresen geht. Wir hatten Kollegen von mir, also Systemintegratoren. Hersteller, Kollegen von mir quasi. Von dir einen Hersteller, genau, einen Kollegen. Also das ist, und die unterschiedlichen Sichtweisen, jeder sagt ja, es ist gut, es ist positiv. Also das ist ja der O-Ton, der immer ein bisschen mitschwingt natürlich. Aber die einzelnen Sichtweisen der Personen dann nochmal zu hören und dazu zu ordnen, das ist dann immer wieder sehr spannend, finde ich, weil jeder hat ja seine persönliche Meinung.
[Bastian Elsner] (49:25 - 49:58)
Ich würde auch sagen, das ist wirklich so eine der super Besonderheiten bei KNX Deutschland, weil wir werden wirklich so unserem, das was wir uns auf einen Zettel geschrieben haben, dem werden wir gerecht. Wir bringen die Leute, die am Bauprozess beteiligt sind, an einem Tisch, damit Menschen ihren Lebensraum lieben. Also ich finde, das haben wir, das haben wir wieder gut gemacht und das können wir uns wirklich so auf die, auf die Fahne schreiben. Und an der Stelle auch nochmal ein riesen Dankeschön, dass du die Vorbereitung mit mir gemacht hast und jetzt auch die Moderation mit mir. Ich weiß, das ist, das kostet Zeit, das kostet Kraft, aber macht auch Spaß.
[Christian Gräwe] (49:59 - 50:14)
Absolut, das, also zum einen macht es unheimlich viel Spaß, es hat auch jetzt wieder sehr viel Freude bereitet. Ich würde mich freuen, wenn du das bei den nächsten Veranstaltungen auch nochmal machst und ich finde das super. Ich freue mich wirklich, wenn es zu hören ist und ja, danke dir für die Möglichkeiten.
[Bastian Elsner] (50:15 - 50:54)
Sehr schön, war cool. Und jetzt noch für euch, die Zuhörer von unserem Podcast. Wenn euch der Podcast gefallen hat, wenn ihr was mitnehmen durftet oder wenn euch vielleicht auch irgendwas nicht so gefallen hat, dann freue ich mich auch über diese Kommentare, weil wir wollen natürlich auch besser werden. Und wenn ihr noch mehr über mich oder über Christian erfahren wollt, ich haue euch einfach mal unsere LinkedIn-Profile unten in die Shownotes, dann könnt ihr da auch noch so ein bisschen den Blick hinter die Kulisse bekommen. An der Stelle sage ich schon mal vielen herzlichen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Ausgabe bei "Menschen, Lebensräume & Technik".
Stand: 06/2026