Oranges Elsner Podcast Cover Folge #27 mit Portraits von Bastian Elsner, Nico Gräb und Janik Beuler Oranges Elsner Podcast Cover Folge #27 mit Portraits von Bastian Elsner, Nico Gräb und Janik Beuler

Elsner Podcast Folge #27: Die nächste KNX-Generation: Energieeffizienz, KNX Secure und vernetzte Gebäude – mit Nico Gräb und Janik Beuler

Worum geht’s in dieser Folge?

Was passiert, wenn junge Systemintegratoren mit echter Leidenschaft auf moderne Gebäudeautomation treffen? In Folge 27 spricht Bastian Elsner mit Janik Beuler und Nico Gräb von Systegro über ihren Weg in die KNX-Welt, die Herausforderungen in realen Projekten und darüber, warum intelligente Gebäude heute mehr leisten müssen als nur Licht und Beschattung zu steuern.

Im Mittelpunkt stehen gewerkeübergreifende Integration, Energieeffizienz und die Frage, wie sich Gebäudeautomation sinnvoll, wirtschaftlich und zukunftssicher planen lässt. Außerdem geht es um KNX Secure, Cybersecurity-Anforderungen durch den Cyber Resilience Act und die Vorteile offener Standards gegenüber proprietären Systemen.

Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie moderne KNX-Projekte heute gedacht werden – und warum gerade eine neue Generation die Branche aktiv mitgestaltet.

Nico Gräb

Zur Person

Nico Gräb ist Experte für KNX, Gebäudeautomation und intelligente Gebäudekonzepte. Als Geschäftsführer der SysTegro GmbH begleitet er Bauherren, Fachbetriebe und Planer bei der Umsetzung moderner und energieeffizienter Gebäudesteuerungen – mit einem klaren Fokus auf praxisnahe Lösungen, Nachhaltigkeit und zukunftssichere Systeme.

Sein beruflicher Weg begann in der technischen Praxis als KNX-Systemintegrator. Später unterstützte er als Fachberater für KNX und Gebäudesystemtechnik zahlreiche Fachbetriebe und Integratoren bei anspruchsvollen Automationsprojekten.

Mit seiner Weiterbildung zum Fachwirt für Gebäudeautomation verbindet Nico Gräb technisches Know-how mit einem tiefen Verständnis für Nutzerkomfort, Energieeffizienz und moderne Gebäudetechnik.

Portrait von Nico Gräb auf orangem HintergrundPortrait von Nico Gräb auf orangem Hintergrund
Janik Beuler

Zur Person

Janik Beuler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit intelligenter Gebäudetechnik, moderner Elektroinstallation und nachhaltigen Energiekonzepten. Als Geschäftsführer der SysTegro GmbH verbindet er technisches Fachwissen mit praxisnaher Projektarbeit – von smarten Wohngebäuden bis hin zu komplexen gewerblichen Anwendungen.

Sein beruflicher Weg führte ihn von der klassischen Elektroinstallation über die Projektleitung bis hin zur Beratung im Bereich KNX und Gebäudesystemtechnik. Dabei sammelte er umfangreiche Erfahrung in der Planung, Inbetriebnahme und Umsetzung von Projekten im privaten und gewerblichen Umfeld – von smarten Einfamilienhäusern bis hin zu komplexen Büro- und Gewerbeobjekten.

Portrait von Janik Beuler auf orangem HintergrundPortrait von Janik Beuler auf orangem Hintergrund

Transkript der Folge #27

Veröffentlichungsdatum: 21. Mai 2026

[Bastian Elsner] (0:00 - 0:54)
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast von Elsner Elektronik. Mein Name ist Bastian Elsner und heute spreche ich mit zwei Jungs, die fast genauso alt sind wie ich. Und das ist in der Branche ehrlich gesagt gar nicht so üblich.

Nicht, weil das irgendwie ein Problem wäre, ganz im Gegenteil. Es ist einfach selten und deshalb freue ich mich riesig, dass die beiden heute hier bei uns dabei sind. Der Punkt ist, Nico Gräb und Janik Beuler von SysTegro sind jung, sie sind leidenschaftlich und sie stehen im KNX.

Auf eine praktische, bodenständige Art, die ich extrem respektiere und genau darum freue ich mich riesig, dass die beiden heute hier bei uns dabei sind. Los geht's. Nico, Janik, ihr seid beide relativ jung in der KNX-Welt. Wie seid ihr überhaupt dazu gekommen und was reizt euch daran?

[Janik Beuler] (0:54 - 1:21)Schönen guten Tag zusammen. Ich glaube grundsätzlich kann man das ganz gut zusammenfassen, dass der Nico und ich beide eine große Leidenschaft für die Technik haben und sind ganz klassisch über das Elektrohandwerk im Detail irgendwann in die Gebäudeautomation oder tiefer in die modernere Gebäudesystemtechnik reingekommen. Und so hat sich unsere Leidenschaft für den Bereich, in dem wir jetzt tätig sind, entwickelt.

[Bastian Elsner] (1:21 - 1:47)
Wir haben uns ja auch vor ein paar Jahren mal in einem ganz anderen Kontext kennengelernt. Da wart ihr noch beim Großhandel. War das auch so ein bisschen der Startpunkt für euch in die Gebäudeautomationsbranche?

Ich weiß zum Beispiel auch von dir, Nico, du hast, bevor du wirklich in die klassische Gebäudetechnik reingegangen bist, hast du auch noch andere Sachen gemacht. Ich erinnere mich da noch an Photovoltaikanlagen und wirklich einen sehr großen Umriss eigentlich um die Technik, die bei uns in der Branche dazugehört.

[Nico Gräb] (1:47 - 2:29)
Genau, also ich habe in der Ausbildung in einem Betrieb gearbeitet, der sich sehr viel mit Photovoltaikanlagen beschäftigt hat. Nach der Ausbildung dann ins klassische Handwerk in Betrieb. Habe da dann aber schon viele Berührungspunkte dann mit KNX gehabt und habe da schon als Integrator gearbeitet.

Habe dann meinen Fachwirt für Gebäudeautomation gemacht und bin dort dann doch tiefer noch in die Gebäudeautomation reingerutscht. Und durch Sachen wie Energie Effizienzwerte von Gebäuden und dass die wirklich nur A oder B erreichen, wenn Automation drin ist, habe ich dann gemerkt, dass ich doch tiefer in die Branche will. Genau, wie du eben schon gesagt hast, bin ich dann zum Großhandel und der Janik, der ist glaube ich drei Monate nach mir, auch dann gefolgt dahin.

Und da haben wir schon als Integratoren dann beide gearbeitet, haben da quasi eine Abteilung mit aufgebaut.

[Bastian Elsner] (2:29 - 3:03)
Ja, finde ich total stark, auch was du eben gemeint hast, gerade mit den Energieeffizienzklassen. Das schmeißt mich im Prinzip auch jeden Morgen aus dem Bett, dass wir eben mit unseren Lösungen, also egal ob ich jetzt ein Hersteller bin und die Lösung herstelle oder wie in eurem Fall jetzt ein Systemintegrator und die Lösung dann integriere, weil es gehört eben immer beides dazu. Aber wir haben eben einen Hebel.

Wir lösen Probleme und ein ganz wichtiges Problem davon ist eben gerade die Energieeffizienz von Gebäuden und das ist ein Problem, das wir aktiv lösen, jeden Tag mit unserer Arbeit. Finde ich auch echt cool, dass da das Mindset in so eine Richtung geht.

[Janik Beuler] (3:03 - 3:40)
Ja, absolut, Bastian. Das ist auch genau das, was uns jeden Tag antreibt und das System lebt, wie wir es schaffen, Gebäude zum Leben zu bringen beziehungsweise Gebäude selber zum Handeln zu bringen. Und ja, wir schaffen dadurch eine recht hohe Energieeffizienz und können einfach viele verschiedene Gewerke, die man ja nun mal in einem Gebäude hat, egal ob es privat, gewerblich oder öffentlich ist, zusammenführen und schaffen es so, dass diese Gewerke miteinander kommunizieren, miteinander arbeiten und den größtmöglichen Komfort für den Nutzer und Betreiber erbringen.

[Bastian Elsner] (3:40 - 4:16)
Ja, finde ich klasse, wie du das auch jetzt hier gerade mal zusammengefasst hast, weil wenn ich mich in die technische Landschaft von Gebäuden, wenn ich mich dort so ein bisschen umschaue, dann ist das, was in den allermeisten Projekten gegeben ist, eigentlich ein großer Flickenteppich und was ich dann immer wieder sehe, ist eben unser Lieblingsbus KNX, der eben diesen Flickenteppich irgendwie zu einem Großen und Ganzen macht und auch dieses Thema natürlich Gebäude zum Leben erwecken, das höre ich als Sensorhersteller natürlich extrem gerne. Wenn ich jetzt an eure Firma denke, also an SysTegro, was ist da so euer Profil, was sind die Spezialitäten, womit arbeitet ihr am liebsten?

[Janik Beuler] (4:16 - 4:59)
Grundsätzlich ist es so, dass wir tatsächlich bei Gründung unserer GmbH recht offen waren. Jetzt kann man sagen, nach knapp 18 Monaten des Tuns, ja, hat sich jetzt schon ein Stück weit ein Weg ausgerichtet, dass wir primär in öffentlichen und auch gewerblichen Objekten, also wir sind tatsächlich so der Ansprechpartner oder entwickeln uns dahin, der Ansprechpartner zu sein, der wirklich größere Objekte zum Leben erweckt, wenn man bei dem Wort bleiben möchte. Und grundsätzlich sind wir eigentlich genau so, wie auch unser hauptsächliches System KNX.

Wir sind total offen, wir arbeiten mit vielen verschiedenen Herstellern zusammen und genau.

[Bastian Elsner] (5:00 - 5:30)
Sehr schön, also ich denke auch KNX ist da das Vehikel zur Intelligenz. Ich würde gerne nochmal auf die Gewerke zurückkommen, weil ich finde, das ist wirklich so mit eine der großen Challenges. Und wenn ich mich so noch richtig an unsere Vorgespräche erinnere, ist es eben auch ganz oft so, ihr kommt zu einem gewissen Zeitpunkt ins Projekt rein, da sind manche Sachen auch schon so ein Stück weit festgelegt.

Wie ist da eure Maßnahme oder über welches Gewerk kommt ihr überhaupt in diese Projekte dann rein?

[Nico Gräb] (5:31 - 6:27)
Ja, also wenn man jetzt von größeren Gebäuden spricht, ist quasi schon bei der Beschattung der Einstiegspunkt zum integrieren KNX-Welt beziehungsweise in die Buswelt geschaffen, weil gerade bei größeren in den Fassaden muss ja dann auch mit dem Windwächter gearbeitet werden, dass diese nach oben fahren. Und oft ist das wirklich der Einstiegspunkt, dass dann darüber nachgedacht wird, mehrere Sachen im Gebäude zu integrieren, ob es dann bei einer Beleuchtung anfängt oder im Endeffekt kommen wahrscheinlich immer mehr die Heizungen dazu. Dann kommt der Lüftungsbauer und sagt, ich habe eine Modbus-Schnittstelle oder ähnliches und der Heizungsbauer kommt noch um die Ecke.

Letztendlich bauscht sich so ein Projekt dann doch immer öfter sehr groß auf, bis dann alles integriert ist. Und im Nachgang, wenn man dann dem Kunden noch eine Visualisierung vorstellt, wo dann alles wirklich auf KNX-Seite steuerbar und visualisierbar ist, dann wird die meistens auch noch genommen. Und das ist quasi der Standard beziehungsweise das Fundament, wo dann alles läuft und auf die übergeordnete Steuerung eingebunden ist.

[Bastian Elsner] (6:27 - 7:53)
Ja, ich denke, da kommen wir wieder voll auf dieses gewerksübergreifende und auch auf die große Stärke von KNX in dem Sinne, dass es eben ganz viele unterschiedliche Aspekte, die eben alles wichtig sind für so einen ganzheitlichen Gebäudebetrieb, dann verknüpft. Und was mir aufgefallen ist, also ich gehe da auch voll mit, die Beschattung ist da wirklich ein super Einstiegspunkt, weil ich denke, das verstehen auch ganz viele. Ich sperre im Sommer aktiv die Sonne aus, um meine Kühlers zu reduzieren.

Und im Winter drehe ich eben genau diesen Spieß einmal um. Ich lasse die Sonne eben beabsichtigt rein. Und das muss natürlich passieren, wenn ich auch nicht zu Hause bin.

Und da sind wir wieder beim Thema Gebäude zum Leben erwecken. Und da brauche ich eben die entsprechende Sensorik. Und das finde ich auch total cool, dass wir hier irgendwie so einen fast schon Full-Circle-Moment haben, zwischen unserer Spezialität als Hersteller und den Merkmalen, die eben in den Projekten dann auch wirklich wichtig werden.

Jetzt ist es ja nicht so, das würden wir uns vielleicht wünschen, dass in 100 Prozent der Projekte KNX reinkommt. Das wird ja auch nach wie vor noch ganz viel konventioneller, also ganz klassisch Zweidraht gebaut. Und da werde ich ganz oft mit irgendwelchen Mythen und Vorurteilen konfrontiert rund um KNX.

Ich glaube eins der bekanntesten ist, KNX ist zu teuer. So aus eurer Perspektive, stimmt dieser Mythos wirklich oder was denkt ihr, woran das liegt, dass das so wahrgenommen wird?

[Janik Beuler] (7:54 - 9:41)
Ich glaube der Mythos, der hat ja tatsächlich, wenn man weit zurückdenkt, auch in die Zeit vor Nico und mir, wenn man mit Kollegen und Marktbegleitern spricht, die einfach schon seit 30, 35 Jahren dabei sind, dann ist an der Aussage ja auch viel Wahres dran. Natürlich hatte das KNX-System, als es angefangen hat auf den Markt zu kommen, hatte es natürlich seinen Preis. Aber da muss man auch ganz klar dazu sagen, da hat sich die letzten zehn, zwölf Jahre unglaublich viel getan, sicherlich auch aus Gründen der Energieeffizienz.

Wir haben irgendwann gemerkt, dass wir in Gebäuden einfach nicht mehr mit unseren Ressourcen so um uns werfen können. Und dadurch hat sich halt auch in der KNX-Welt am reinen Preis oder am reinen Pricing unheimlich viel getan. Und das hilft uns natürlich extrem weiter.

Teilweise haben wir natürlich Partner, die uns mit dieser Aussage noch entgegnen. Dadurch, dass der Nico und ich aber unsere Herkunft aus dem klassischen Handwerk haben und ich persönlich auch schon bei meinem vorherigen Arbeitgeber viel im Bereich Kalkulationen und Projektplanung gearbeitet habe, machen wir es auch gerne so, dass wir sagen, stellt uns bitte eure klassische, konventionelle Planung zur Verfügung und wir schauen uns einmal an, wie können wir das Ganze umbauen auf KNX. Und da schaffen wir es eigentlich immer wieder, dass unser Partner äußerst verwundert ist, dass wir da fast beim selben Preis rauskommen. Beziehungsweise ist dann das Thema Visualisierung noch ein Thema.

Wenn das oben drauf gepackt wird, dann sind wir natürlich ein paar Prozentpunkte teurer. Aber grundsätzlich ist der Mehrwert, den wir schaffen, der spiegelt sich definitiv nicht im Preis wieder. Und dann gibt es ja auch das schöne Wort Amortisierung.

Wenn man sich das dann noch gegenüberstellt, dann redet man von sieben bis maximal zehn Jahren, in dem sich dann auch die Mehrkosten, die man gegebenenfalls hat, definitiv durch Energieeffizienz wieder amortisiert haben.

[Bastian Elsner] (9:42 - 10:39)
Auf jeden Fall, das sehe ich ganz genau so. Und da haben wir jetzt noch gar nicht über den Wiederverkaufswert von so einem Gebäude gesprochen, weil es geht ja auch wirklich um die Zukunftssicherheit von solchen Gebäuden. Und ich denke, das ist auch wirklich ein Thema, super relevant für vielleicht den einen oder anderen Häuslesbauer, der sich auch in unserem Podcast verirrt, weil das ist wirklich ein Thema.

Ich habe schlichtweg Probleme in der Zukunft, Gebäude noch zu veräußern, wenn sie eben nicht dem Standard gebührt. Und wir merken es auch jetzt durch das Energiegesetz, zum Beispiel auch durch ganz viele europäische Regulatorik. Das ist alles im Kommen.

Und das Schöne ist, mit KNX haben wir bereits schon alle Lösungen am Start, die das Ganze möglich machen. Im Vorgespräch haben wir auch gesagt, falsche Planung ist ganz oft ein wahnsinniger Kostentreiber für KNX. Also so das Stichwort drei bis vier riesige Taste untereinander und dann noch ein richtig großer Bildschirm obendrüber.

Was sagt ihr dazu?

[Nico Gräb] (10:40 - 11:37)
 Ja, also klar, wenn man in die Gebäude reinkommt und die wirklich bedarfsorientiert plant und sagt, wirklich, man geht in den Raum rein, hat irgendwie eine Grundbedienebene für die grundlegenden Funktionen im Raum und dann wirklich ein Raum, wo dann mehrere Funktionen oder wirklich viele Funktionen im Raum sind, dass man da dann nochmal ein bisschen höher vielleicht eine übergeordnete Bedienebene setzt.

Kann ein Touchtaster sein, kann aber auch ein Taster sein mit mehreren Funktionen, wenn man jetzt nicht auf Touch steht. Ich denke, damit ist so ein Raum gut ausgestattet und wirklich der Bedarf von einem Raum auch gedeckt, sodass es übersichtlich ist. Aber wenn man dann manchmal in Gebäude reinkommt, wo dann wirklich quasi kein KNX installiert wurde, als wäre es konventionell, wo wirklich dann drei Dreifachsensoren an der Tür untereinander sitzen und das komplett unübersichtlich ist und man muss, man steht erstmal, sage ich mal, zwei Minuten vor den Tastern, bevor man überhaupt irgendwas bedienen kann.

Ja, da denke ich oder sind der Janik und ich uns einig, dass das den Sinn von effizienter Bustechnik nicht erleichtert? 

[Bastian Elsner] (11:37 - 13:07)
Ja, ich kenne es. Mein Lieblingsbeispiel ist dafür, irgendwie ein Bussystem zu nehmen, ohne Jalousie, einfach nur über Taster hoch und runter zu fahren, überhaupt keine Sensorik. Da bin ich ganz ehrlich, da hat man leider die Philosophie nicht so hundertprozentig verstanden und ich glaube, da sind wir uns wirklich einig, dass eben eine entsprechende bedarfsgerechte Planung dann ein KNX-System nicht unbedingt teurer macht als ein konventionelles System. Ich möchte gerne noch ein weiteres Argument reinbringen.

Janik, du hast vorhin das Lebenszyklus-Argument angesprochen, also die Amortisationszeit von so einer, ja, Businstallation. Ich habe mal gelernt, so die klassische Elektroinstallation ist eigentlich das Gewerk, was mit Abstand am längsten in einem Gebäude drin bleibt. Da sprechen wir von Zyklen bis 50 plus Jahre und das ist eben schon heftig.

Im Vergleich wird eine einfache Küche im Schnitt dreimal innerhalb von diesen 50 Jahren ausgetauscht und klar, für eine Küche kann man zu Ikea gehen oder man kann auch richtig viel Geld loslassen, aber ich habe auch schon Küchen gesehen und Angebote gesehen, da hätte man auch eine komplette Elektroinstallation kaufen können und da kämpfe ich persönlich immer so ein bisschen mit, auch mit Endkunden, dass einfach das ins Bewusstsein zu schaffen, was für ein massiver Wert eben auch dahinter steckt.

Wie seht ihr das, wenn ihr mit solchen, vielleicht aus einer Gebäudeprofi-Perspektive nicht so nachvollziehbaren Argumenten getroffen wird? Also sprich, lieber investiere ich das in eine richtig tolle Küche wie ein KNX-System? Mal ganz übertrieben gesagt.

[Janik Beuler] (13:07 - 14:54)
Ja, absolut richtig. Es gibt sehr, sehr viele Kunden, die dann einfach die Investitionen des gesamten Objekts, wenn man jetzt im privaten Bausektor bleibt, die natürlich mittlerweile auch enorm sind, die dann aber diese Themen lieber in Gewerke oder in Bereiche reinstecken, die dann vielleicht auch später im Leben, ja wie soll ich sagen, gesehen werden, ja auch von Gästen, Familien gesehen werden, wie beispielsweise eine Küche oder Badarmaturen, wie auch immer. Kann ich auch absolut nachvollziehen, aber da sind wir dann wieder an der Reihe einfach mit sinnvollen und guten Argumenten und ich glaube da ist auch so ein USP vom Nico und mir, das haben wir glaube ich ganz gut drauf, dem Kunden dann auch sensibel und sachlich zu erklären, warum jetzt vielleicht ein etwas größerer Aufwand im Bereich der Rohinstallation deutlich sinnvoller wäre. Dann ist natürlich zum einen das Argument, was wäre, wenn einem nach zwei Jahren auffällt, es wäre doch besser gewesen.

Dann stehen natürlich Änderungsarbeiten im Raum, die deutlich aufwendiger sind und deutlich kostenintensiver, aber grundsätzlich glaube ich, muss man dann immer den Kunden auch sehr, sehr ruhig gegenüber treten und einfach mit kurzen und prägnanten Beispielen erklären, warum es sinnvoller wäre, doch noch eine Wetterstation aufs Dach zu packen, um beispielsweise dann auch sich im Sommer und im Winter den Mehrwert von einer intelligenten Verschattung zu schaffen oder warum vielleicht ein Raumcontroller in einem offenen Esszimmer, Küche, Wohnbereich auch sehr sinnvoll ist und welche Funktionen man sich mit so einer übergeordneten Steuerung dann in den Räumen auch wieder erspart. Also alles das sind so kleine Punkte, wo wir es eigentlich recht oft schaffen, den Kunden auch dann doch von dem gewissen Mehrwert wieder zu überzeugen.

[Bastian Elsner] (14:54 - 16:20)
Ja cool, ich denke, das sind auch wirklich, wirklich gute Tipps für unsere Zuhörer, die eben vielleicht auch mit solchen Argumenten dann im Verkaufsgespräch konfrontiert werden. Was ich auch beobachten durfte in den letzten Jahren, es gab ja wirklich einen total guten Run auf Wärmepumpen oder zum Beispiel auch auf Photovoltaikanlagen und ich habe da wirklich auch einen Push für unsere eigenen Produkte gespürt, weil eben ganz viele Endkunden auch und viele Nutzer eben verstanden haben, okay, also das sind nicht nur Endkunden, das ist auch voll so im kommerziellen Bereich, da muss ich auch in unsere eigene Firma denken, wir haben auch sehr viel in die Energieinfrastruktur investiert und das ist natürlich wirklich ein Treiber und da bin ich total froh, dass wir bei uns in der Firma überall KNX haben, weil wir einfach alles damit entsprechend sinnstiftend verknüpfen können und da sind wir einfach in so einer, sage ich mal, Multiprotokoll-Ebene unterwegs, dass es völlig egal ist, ob die Wallbox jetzt irgendwie eine Modbus-Schnittstelle hat oder was anderes, weil wir eben alles im Prinzip in das KNX-System reinkriegen und dann am Ende wieder sinnhaft über einen Energiemanager oder wie du es vorhin auch genannt hast, über eine Visualisierung, sinnhaftig dann in ein Großes und Ganzes zu gießen.

Seht ihr das auch, dass durch diese Erweiterung und durch den Fokus auf Energieinfrastruktur-Erweiterung, dass das auch einen gewissen Push und mehr Verständnis für die Kernprodukte so im KNX-Bereich gibt?

[Nico Gräb] (16:20 - 16:53)
Ja, auf jeden Fall. Man merkt schon, dass in größeren Gebäuden oder wenn neu gebaut wird, dass da immer momentan der Fokus auf energieeffizientes Bauen liegt und dass wirklich Energieströme gesehen werden, wo gehen die Verbräuche hin, Lastmanagement bei mehreren Lagerpunkten, was wird priorisiert geladen, Überschussladen und das alles zu sehen und auch zu steuern für den Kunden direkt, gibt mehr Verständnis für den Kunden, für KNX und auch, wo die Ströme hinlaufen und ich denke, das ist für unsere Branche ein riesen Einstiegspunkt, um da noch weiterzukommen.

[Bastian Elsner] (16:53 - 18:13)
Das denke ich auch. Ich hoffe, auch das Thema wird noch weitergehen. Ich würde gerne einen kleinen Themenwechsel machen und wir haben auch vor Gespräch über ein Thema gesprochen, das in Gebäudeautomationskreisen sehr, sehr viel diskutiert wird und zwar es geht um ein Thema, wie grenzt sich KNX eigentlich zu verschiedenen proprietären Systemen ab?

Also es gibt das ein oder andere System, das macht ganz schön aggressiv Werbung und ich weiß auch, die sind ganz schön hinterher nach den Zielgruppen, wo ihr zum Beispiel absolut dazugehört, also wirklich junge Systemintegratoren, die viele Projekte am Start haben. Ich würde das Kind jetzt einfach mal beim Namen nennen. Also ich sehe von Loxone ganz viele Angriffe gegenüber KNX und ich selber habe da auch eine ganz klare Meinung dazu.

Ich finde, das kann man nicht so wirklich vergleichen, weil man hat eben auf der einen Seite hat man ein Produkt und ob das jetzt Loxone oder irgendein anderes proprietäres System ist, ist dabei glaube ich völlig egal. Ich bin mir sicher, ihr wurdet in den letzten Jahren auch damit konfrontiert, ob ihr auch Loxone-Projekte machen könnt, ohne ob ihr euch eher in den KNX-Bereich einschießen möchtet. Wie war das für euch?

Wie habt ihr das evaluiert? War das überhaupt mal eine Entscheidung, die ihr zu treffen hattet oder war das von vornherein direkt gesetzt, wir wollen nur KNX machen und fertig?

[Janik Beuler] (18:14 - 19:37)
Ja, spannendes Thema. Natürlich ist unsere Herkunft ganz klar die KNX-Welt und natürlich war es auch so, dass die letzten Monate oder auch die letzten Jahre auch in unserer vorherigen Zeit im Angestelltenverhältnis, man immer wieder mit diesem Thema konfrontiert worden ist oder mit diesem System, mit diesem Hersteller und ich bin da auch ganz, ganz offen und ehrlich. Ich habe noch nicht viel Schlechtes über das System gehört.

Ich habe es auch selber bei einem Partnerunternehmen in einem Showroom mal vorgestellt bekommen. Ja, die bauen gute Sachen, auch durchdacht und aber trotzdem ist das ganz klar unsere oder die Aussage, die der Nico und ich zu diesem Thema treffen, ist ganz klar die, dass KNX und Noxon, wie du schon richtig gesagt hast, nicht zu vergleichen sind. Genauso wie man KNX auch nicht mit vielen anderen Insellösungen vergleichen kann.

Wir reden in unserer Welt über 500 Hersteller, die in verschiedensten Bereichen und Nischen Produkte produzieren und entwickeln, die dann letztendlich wieder in unsere ganzheitliche Welt integriert werden können und deswegen mache ich mir da auch überhaupt keine Sorgen und denke auch ganz klar so darüber nach, dass wir da nicht irgendwie auch mit aggressiver Werbung und irgendwelchen Angriffen zurückschießen müssen, weil wir ja ganz einfach ein Alleinstellungsmerkmal haben und das kann man glaube ich auch ganz, ganz selbstbewusst und mutig so kommunizieren.

[Bastian Elsner] (19:38 - 20:22)
Besser hätte ich es eigentlich nicht zusammenfassen können und ich habe auch immer so ein bisschen das Gefühl, dass medial nur darauf gewartet wird, dass man da so ein bisschen einsteigt und dagegen schießt und ich finde das macht ja auch Spaß. Ich meine, das belebt wirklich das Geschäft und ich finde, es hat auch viele Themen reingebracht. Ich meine gerade das Thema Simplicity, die Einfachheit dann noch mehr irgendwie in den klassischen KNX-Bereich reinzubringen, das sind auf jeden Fall Punkte, die aus dem Markt an einen herangetragen werden, weil es wird ja immer gesagt, Loxon ist so extrem einfach und andere proprietärische Systeme sind auch extrem einfach in der Inbetriebnahme.

Das mag schon sein, aber ich würde jetzt auch einfach mal behaupten, die Flexibilität ist eben auch eine andere, wie wenn ich einfach auf ein komplettes KNX-System gehe.

[Janik Beuler] (20:23 - 20:52)
Absolut, ganz klar und wie gesagt, wir installieren heute ein Objekt, ganz egal für welchen Endkunden oder für welchen Nutzungsbereich und ich bin davon überzeugt, dass wir dann 40 oder in 50 Jahren alles auf links drehen können und können nach wie vor mit unseren Herstellern oder mit unserem System Dinge verändern, neue Gewerke integrieren und das ist ganz klar das, was KNX stark macht und was uns dieses Alleinstellungsmerkmal verschafft.

[Bastian Elsner] (20:52 - 21:28)
Super, danke für den Input an der Stelle. Wir haben uns erst vor ein paar Wochen tatsächlich persönlich getroffen, also relativ oft eigentlich in letzter Zeit. Erst mal kurz auf der Light + Building im März und dann direkt eine Woche später nochmal bei KNX Deutschland, auch wieder in Frankfurt.

Fand ich mega cool, das Abendessen, die Abendveranstaltung hat mir richtig viel Spaß gemacht und ist auch echt beeindruckend, wie KNX Deutschland da jetzt als Nationalgruppe, die ja noch eigentlich relativ jung ist im Vergleich zu anderen Nationalgruppen, wächst und finde ich total nice, dass ihr jetzt auch mit dabei seid. Was hat euch denn dazu bewegt, bei so einer Verbandsgeschichte mitzumachen?

[Nico Gräb] (21:29 - 22:15)
Ja, also bei KNX Deutschland mitzumachen, das war eigentlich recht schnell, da waren wir uns ja ziemlich einig, dass wir da zutreten wollen. Allein die Expertise im Verein, da sind Hersteller aller Art drin, da sind Integratoren drin, Planer, da ist eigentlich alles vertreten und man kann eigentlich nur profitieren von den gemeinsamen Gesprächen. Gerade auch, wie du eben die Abendveranstaltung angesprochen hast, man kommt an.

Ich meine klar, man hat sich eine Woche vorher die meisten auf der Light + Building gesehen, aber allein auf der Abendveranstaltung, die Gespräche und das Vernetzen, das bringt sehr viel in der Branche, finde ich und auch den Tag später an der Versammlung an sich. Mittlerweile, wie KNX Deutschland da mit den verschiedenen Arbeitsgruppen agiert, das bietet eigentlich Mehrwert für die ganze Branche und wir sind auf jeden Fall froh, darüber dort beigetreten zu sein.

[Bastian Elsner] (22:16 - 23:08)
Ja, das ist das perfekte Stichwort, Nico, gerade die Arbeitsgruppen, weil das ist eben das Thema. Wir sind nicht nur irgendwie, sage ich mal, Vereinsmaier, die sich einfach nur treffen und sich für die eigene Leistung im KNX-Bereich abfeiern, darum geht es eben nicht. Wir wollen eben wirklich was drehen, wir wollen Sachen bewegen und ich habe jetzt ja auch gehört, du bist in die Secure-Arbeitsgruppe von Christian Gräwe eingestiegen.

An der Stelle ganz schöne Grüße. Was versprichst du dir da davon mitzuwirken, weil das ist ja in erster Linie wirklich viel Arbeit, da gibt es regelmäßig Treffen. Ich weiß, ihr arbeitet auch ganz konkrete Sachen, die dann zum Beispiel in Standards reinfließen bei der KNX Association in Brüssel.

Das finde ich eben schon extrem cool, wie man auch als normales Mitglied da wirklich auf den Standard irgendwo einen Einfluss nehmen kann und das Vehikel dafür ist ganz klar die Nationalgruppe. Was hat dich dazu bewegt, gerade bei der KNX Secure-Arbeitsgruppe mitzumachen?

[Nico Gräb] (23:09 - 23:50)
Ja, genau, auf die Gruppe freue ich mich schon, auf die Expertise von Christian Gräwe, auch von meiner Stelle ganz liebe Grüße. Ich denke, KNX Secure oder diese Arbeitsgruppe allgemein ist ein sehr wichtiger Bestandteil momentan. Wir alle wissen ab 2027, der Cyber Resilience Act, was der alles für Neuheiten auch für unsere Branchen mitbringt und was dort alles geändert werden muss, was man beachten muss, wo wir auch unsere Kunden darauf hinweisen müssen, allein diese Sachen aufzudecken.

Da haben wir mit Christian auf jeden Fall einen Top-Mentor und genau, also es ist ein ganz, ganz wichtiges Thema dort im besten Fall alles zu wissen oder das meiste zu wissen über den Cyber Resilience Act, um dort auch unsere Kunden dann gut betreuen zu können.

[Bastian Elsner] (23:50 - 24:48)
Ja, das ist nicht nur auf eurer Seite eines der Hauptgesprächsthemen, das ist auch bei uns gerade wirklich das Thema, weil wir haben einige Produkte vor der Brust, die noch secure werden wollen, aber was ich eben beobachte, es sind nicht nur die Produkte, die sich ändern, es ist eben auch die Art, wie überhaupt programmiert werden muss. Ich meine, wir haben es auf einmal mit viel, viel, viel längeren Telegramm zu tun. Es ist auf einmal ein FRAM-Speicher gefragt, also ich möchte jetzt auf gar keinen Fall zu technisch werden.

Der FRAM-Speicher ist einfach nur dafür da, bei unseren Produkten zumindest, dass wir eine bestimmte Anzahl an Secure-Schlüsseln überhaupt mal austauschen können und das war für uns schon eine Lernphase, sage ich mal, in den letzten, ja, zwei, drei Jahren eigentlich. Dabei gibt es die Spezifikation schon seit 2008 und das hat mich eben auch, ja, ein bisschen vom Hocker gehauen, als ich das gehört habe. Ich weiß, auch dieses Jahr vom KNX Summit wird das das Thema sein und das ist natürlich extrem cool, wenn man direkt in den Arbeitsgruppen vorne mit dabei ist.

[Janik Beuler] (24:49 - 25:48)
Habt ihr schon Anfragen bekommen zu Secure-Projekten? Tatsächlich eine explizite Anfrage, die genau auf die Inbetriebnahme oder auf eine securefähige Inbetriebnahme gezielt hat, noch nicht, aber dadurch, dass wir auch mit einigen Partnern und Kunden im Bereich der öffentlichen Hand tätig sind, kommt es jetzt immer mehr und mehr oder es steht zumindest mal irgendwo rechts unten in einem Leistungsverzeichnis dabei, aber man muss auch ganz klar sagen, dass sich da der ganze Markt so ein Stück weit in der Findungsphase oder jeder fängt jetzt an davon zu hören und liest mal nach, aber ich glaube, dass es jetzt so langsam losgeht, dass sich wir Integratoren, aber auch die Planer, ja, vielleicht werden auch wir die sein, die auch die Planer da ein bisschen mit an die Hand nehmen müssen, dass halt der ganze Markt auch weiß, was passiert, wenn man ein Objekt securefähig ausschreibt, was steckt dahinter, ja, weil es einfach viele Aufgaben mit sich bringt, die sich doch noch mal deutlich von unserer standardmäßigen Tätigkeit die letzten Jahre absetzen.

[Nico Gräb] (25:48 - 26:23)
Ja, ich denke, wir müssen da auch ein Stück weit Aufklärungsarbeit leisten, beziehungsweise die Anfragen, inwiefern die kommen werden, direkt als secure Projekte, bin ich mal gespannt. Ich sage mal, ich glaube, dass wir an der Stelle diejenigen sein werden, die dort unsere Kunden und Auftraggeber und die Planer darauf hinweisen müssen, dass wir secure programmieren müssen. Ich denke, dass, ich sage mal, dass das auf dem Feld so unter dem, bis das bei den Planern und Auftraggebern ankommt, dass das gemacht werden muss, bis dahin müssen wir schon viel Aufklärungsarbeit leisten, dass das schon passiert wird und dass die meisten Projekte schon secure an den Start gehen.

[Bastian Elsner] (26:23 - 27:16)
Du sprichst mir aus dem Herzen, also ich denke, das ist genau so, wie du sagst, dass da, ich denke, auch die Hersteller sind da nicht ausgenommen, wir müssen da auch viel Aufklärungsarbeit leisten und das ist auch leider so ein bisschen mein Problem mit den Planungen bei uns in der Branche, weil ich sehe es heute eben noch, dass teilweise Produkte ausgeschrieben werden, die es seit über 25 Jahren bei uns im Portfolio nicht mehr gibt. Also wir machen das seit einer sehr langen Zeit, das Zeitsignal über GPS-Module, das war früher über DCF-Empfänger.

Ich finde, diese DCS-F-Empfänger immer noch in Ausschreibungen für Projekte, die in den nächsten Jahren realisiert werden sollen und ich hoffe, dass es da nicht zum Clash kommt, weil eigentlich die Lösungen da sind, die Regulatorik ist auch da, aber die Planung hängt noch so ein bisschen hinterher. Seht ihr da Probleme auf uns zukommen oder überbewerte ich das Thema gerade ein bisschen?

[Janik Beuler] (27:16 - 28:15)
Absolut nicht. Ein Riesenthema, wo auch Nico und ich ganz, ganz oft oder eigentlich fast jede Woche drüber sprechen, wenn es dann wieder heißt, wir sind in einem LV tief ins Detail gegangen. Wir finden tatsächlich immer Produkte von verschiedensten Herstellern, die einfach nicht mehr existieren.

Da muss man dann ganz vorsichtig die Verantwortlichen darauf aufmerksam machen. Glücklicherweise ist es so, dass wir natürlich dann direkt Alternativen herliefern können, aber warum und weshalb immer wieder es große Leistungsverzeichnisse gibt, wo viele, viele Produkte drin sind, die seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Markt sind, das ist für mich persönlich teilweise schon sehr, sehr fraglich und daran merkt man natürlich auch genau das, was der Nico eben sagte, dass wir da auch absolut in der Verantwortung sind und wir in der Informationspflicht sind, Hersteller, aber auch Planer, Kunden, Projektentwickler darüber zu informieren, was es gibt, was Vorschrift ist und was man machen kann.

[Bastian Elsner] (28:15 - 29:31)
Ja, ich denke auch, also die Regulatorik wird uns da auch als Treiber entgegenkommen. Ich denke, das wird wirklich nochmal einen richtigen Push geben. Wir haben vorhin kurz über proprietäre Systeme gesprochen und ich habe davon noch nichts gehört, wie die Verschlüsselung und wie eben dem Cyber Resilience Act gerecht werden kann.

Deswegen, ich sehe es nicht nur als Arbeit und auf die ein oder anderen Probleme, die auf uns zukommen, weil wir einfach die Arbeit, die wir schon gut kennen, jetzt ein Stückchen anders machen müssen, sondern das wird auch wirklich einen Bedarf nach Securenlösungen machen und da sind wir mit KNX Secure eben wirklich bestens aufgestellt. Also ich bin der Meinung, es kommen täglich neue Produkte raus. Es können alte Produkte sein, die auf Secure gehoben werden, aber wir sind da wirklich, wirklich bereit.

Also ich bin auch total gespannt, wie das sich mit Modbus-Produkten und noch mit ein paar anderen Protokollen Dali zum Beispiel und da bin ich total froh, auf das Pferd KNX gesetzt zu haben, weil wir eben wirklich bereit sind, mit unserer Verschlüsselung um den Cyber Resilience Act der Europäischen Union und damit natürlich auch den Umsetzungsgesetzen, also NIS 2 in Deutschland zum Beispiel, voll gerecht zu werden. Seht ihr das auch so, dass es uns eher pusht oder in erster Linie viel mehr Arbeit?

[Nico Gräb] (29:32 - 30:20)
Nein, also das pusht uns definitiv.

Man merkt überall, ich war letzte Woche wieder in einem Projekt, wo kein KNX verbaut wurde, sondern ein Funkbus von einem anderen Hersteller. Ich sollte mal drüber gucken und im Endeffekt habe ich dann nachher beim Hersteller angerufen, habe nachgeschaut, wie wir sowas auf dieser App einschränken und die Antwort war nur, der wird abgekündigt, weil ab 27 ist das eh nicht mehr möglich, also wird erst dann abgekündigt. Und die Themen haben wir alle nicht und ich denke, das wird für unsere Branche einen riesen Push geben und ich sage mal so, wenn das auch dann irgendwann bei den Planern und überall angekommen ist, werden die viel mehr KNX einsetzen und planen. Das ist die ganze Secure-Protokolle, weil wir das einfach können, weil wir das machen, weil wir uns zertifizieren für Secure und ich denke, dass wir dort dann die beste Werbung bieten. Ja, sehe ich auch so.

[Bastian Elsner] (30:21 - 30:41)
Wie sieht es denn bei euch aus? Macht ihr euch da auch Gedanken über so Cyber-Security-Management-Systeme, ISO 27001, weil das ist ein Thema, damit werden wir die letzten Monate schon ganz schön gequält, aber wir haben es bald rum. Wie macht ihr das?

Macht ihr da Fortbildungen? Wie informiert ihr euch überhaupt? Also vielleicht auch noch außerhalb der Arbeitsgruppe?

[Nico Gräb] (30:42 - 31:07)
Ja, also Janik und ich sind da eigentlich immer im stetigen Austausch. Wir informieren uns über die Dinge, wir richten uns wirklich für so Tage ein, wo wir zusammensitzen, wo wir uns informieren über so Sachen, schauen uns Webinare an und tun eigentlich alles, dass wir da immer auch im besten Stand sind und gehen auch eigentlich auf doch viele auch Schulungen, dass wir eigentlich alles auch direkt mitnehmen, wenn es rauskommt und doch da immer ein guter Ansprechpartner bleiben können.

[Bastian Elsner] (31:07 - 31:52)
 Ja, sehr schön. Ich denke, das ist auch wirklich das Allerwichtigste. An der Stelle muss ich nochmal den KNX Summit dieses Jahr erwähnen. Der wird im Juni in Hannover stattfinden und da ist wirklich das Hauptthema auch KNX Secure.

Ich durfte schon ein bisschen in das Speaker-Line-Up reinspickeln und das wird wirklich, wirklich interessant, weil eben nicht nur, sage ich mal, Leute, die sehr tief in der Branche mit drin dabei sind, sondern auch zum Beispiel IT-Fachanwälte, die eben, sage ich mal, die legale Seite von diesem Thema nochmal betrachten, weil das eben auch wirklich spannend ist und eben ganz anders im Vergleich zu der traditionellen KNX-Installation.

Deswegen an der Stelle auch wirklich eine herzliche Einladung und ich hoffe, ihr zwei seid am Start als KNX-Deutschland-Mitglieder.

[Janik Beuler] (31:52 - 32:15)
Ja, definitiv. Wir freuen uns auch. Gerade, wir haben eben schon mal drüber gesprochen nach dem Treffen, was wir kurz nach der Light + Building hatten.

Ja, wir halten sehr, sehr viel von diesem Team, von dieser Öffentlichkeitsarbeit, nenne ich sie mal. Und ja, ich glaube, das bringt für uns persönlich, für die ganze Gruppe und vor allem für KNX-Deutschland einen riesen Mehrwert.

[Bastian Elsner] (32:15 - 32:56)
Auf jeden Fall. Ich meine, ihr seid auch wirklich zur perfekten Zeit reingekommen. Wenn ich in die Vergangenheit schaue, da war KNX-Deutschland immer irgendwie als so ein fast schon Sidekick im ZVEH angesiedelt und dann ist er irgendwann rausgekommen und dann ist man direkt von 15 Mitgliedern mittlerweile auf ein bisschen unter 200 und das ist eben schon enorm, was wir da inzwischen auch für eine Fläche abdecken können.

Mit einem kleinen Blick auf die Zeit sind wir auch schon fast am Ende von der Aufnahme und ich habe noch so viele Fragen, die ich euch stellen möchte. Aber vielleicht jetzt erst mal für euch als Firma, also als Team SysTegro. Was ist euer Ausblick?

Wo seht ihr euch so in fünf Jahren? Was ist das große Ziel?

[Janik Beuler] (32:57 - 34:10)
Also wir haben klare Entwicklungsziele für unser Unternehmen und das geht ganz gezielt auch in den Bereich, über den wir jetzt ausführlich gesprochen haben, wirklich das Thema Secure aktiv nach vorne zu treiben, unser Team dementsprechend weiterzuentwickeln und einfach ein Ansprechpartner zu bleiben oder sich als Ansprechpartner zu festigen, der Kunden betreut, wenn es wirklich um eine ganzheitliche Gewerkeintegration geht. Und da sehen wir uns, da glauben wir auch, dass da die Zukunft der Gebäude stattfindet, wirklich vom Energie-Monitoring über eine Visualisierung.

Wir haben kürzlich auf der Messe wieder viel über Themen gesprochen, dass wir in KNX-Produkten uns jetzt einfach auf den Weg auch machen oder uns dahin entwickeln, dass wir wirklich auch MSR Schränke ganz klar ersetzen können mit verschiedensten Produkten, Gateways und Hersteller. Und das natürlich auch nochmal für einen ganz anderen Kostenpunkt, der, glaube ich, für viele Planer hochinteressant ist. Und ja, da soll der Weg hingehen oder den Weg haben wir, glaube ich, eingeschlagen, Nico und ich.

Und da wollen wir uns hinbewegen im Laufe der nächsten fünf Jahre. Und da freuen wir uns auch unheimlich drauf.

[Bastian Elsner] (34:10 - 34:18)
 Ja, cool. Ich bin sehr gespannt und freue mich auch, euch dann ein Stück weit auf der Reise begleiten zu dürfen. Nico, wie siehst du das? Was ist deine Ansicht zu der Frage?

[Nico Gräb] (34:19 - 35:02)
Ja, also wie Janik schon sagte, klar, die Themen wie GG 2024 oder auch kein Executor sind die Themen, die uns sehr interessieren und uns auch als Firma pushen. Janik hat schon kurz angesprochen mit den MSR Schränken. Wir wollen auch zeigen, dass man in der KNX-Welt mehr kann, wie nur die 1-Raum-Regelung steuern, dass wir auch schon vorher angreifen können und vielleicht dadurch auch im Erstellen der Anlage doch Kosten sparen können.

Wir haben am Anfang zu kämpfen gehabt mit KNX, dass wir zu teuer waren eigentlich oder wurde uns vorgeworfen, die Mythen, und dass konventionelle Installation günstiger ist. Und jetzt können wir ja auch mal zeigen, dass wir mit KNX in etwas günstiger Sinn in der Anschaffung und trotzdem dasselbe darbieten können. 

[Bastian Elsner] (35:03 - 35:19)
Ja, sehr schön, cool. Das ist für mich wirklich auch die KNX-Philosophie durch und durch. Wenn unsere Zuhörer jetzt noch mehr über euch erfahren wollen oder vielleicht ein Projekt haben, wo ihr die richtigen Partner sein könntet, wo können unsere Zuhörer denn noch mehr Informationen über euch finden?

[Janik Beuler] (35:20 - 36:13)
Grundsätzlich erstmal ganz klassisch über unsere Website www.Systegro.com. Da findet man alle Informationen, auch Kontaktinformationen, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Dort ist auch ein Bookingsystem hinterlegt.

Also wenn jemand Interesse hat, direkt mit uns irgendwie in ein detailliertes Gespräch zu einem Projekt einzusteigen, dann kann man sich da auch sofort seinen digitalen Termin blocken, indem wir ins Detail gehen. Ansonsten Instagram und LinkedIn. Die Plattformen versuchen wir so präsent wie möglich zu bespielen und dort auch unsere Kunden und Interessenten über unsere aktuellen Projekte und Themen, die uns bewegen, zu informieren.

Und ja, an der Stelle, sobald irgendjemand jetzt das Gefühl hat, da brennt was unter den Nägeln oder es steht ein Projekt an, wo SysTegro eingesetzt werden kann, dann sofort melden und wir freuen uns. 

[Bastian Elsner] (36:13 - 36:39)
Und ja, sehr schön. Man findet die Firma SysTegro natürlich auch bei uns, also auf der Seite der Firma Elsner und zwar unter dem Partnernetzwerk. Das heißt, auch wenn man irgendwie Themen mit Elsner-Produkten hat, kann man sich natürlich auch bei der Firma SysTegro melden. So ist es.

Nico, hast du noch was zum Abschluss hinzuzufügen? Ich würde dann noch so einen kurzen Wrap-up machen, was wir diese Folge noch so besprochen haben.

[Nico Gräb] (36:39 - 37:10)
Kurz zuzufügen zu dem Partnernetzwerk ist quasi, wir haben schon profitiert vom Partnernetzwerk. Janik war schon unterwegs. Da ging es mal nicht um KNX.

Wir wurden angeschrieben für eine klassische Wintergartensteuerung, wo eine Wetterstation defekt war. Ich glaube, da waren wir gerade vor zwei Wochen im Partnerprogramm drin. Das Projekt haben wir abgewickelt, wir haben alles getauscht, alles läuft.

Wir sind sehr dankbar für das Partnernetzwerk. Auch hier nochmal wirklich danke an die Firma Elsner und kann man nur empfehlen, man wird gesehen. Und ja, wie gesagt, ich hoffe, da kommen noch viele dazu. 

[Bastian Elsner] (37:10 - 37:54)
Sehr schön. Ja, es ist cool. Hat mich auch wirklich mega gefreut, dass es so funktioniert, wie wir uns das Ganze vorgestellt haben. Ich nehme aus unserem Gespräch heute drei Punkte mit:

Erstens der Preismythos von KNX und ist wirklich ein Mythos. KNX zu teuer. Das ist ein Mythos und es stimmt nicht, weil durch eine saubere Planung kann man das relativ einfach widerlegen.

Wenn jetzt vielleicht noch eine Wieso oder irgendwas anderes dazukommt, kann man etwas höher sein, aber eben durch die entsprechende Amortisationszeit und wie lang die Elektroinstallation tatsächlich in so einem Projekt ist, amortisiert sich das wirklich in Windeseile. Habt ihr da noch was zu ergänzen oder habe ich diesen Part richtig zusammengefasst?

[Nico Gräb] (37:54 - 37:58)
Nein, da gibt es noch nichts zu ergänzen. Das hast du super zusammengefasst.

[Bastian Elsner] (37:59 - 39:05)
Perfekt. Super. Dann das zweite Thema Lebenszykluskosten. Ich habe es eben schon angesprochen. Elektroinstallation ist das, was am längsten im Gebäude drin bleibt und deswegen ist es auch immer wichtig, nicht nur die initialen Kosten zu betrachten, sondern auch wirklich an den Lebenszyklus zu denken, weil das ist eben das Thema, wo wir dann eine gewisse Amortisation haben und dieses Argument, dass es zu teuer ist, wirklich nicht mehr trägt.

Drittens, für mich ganz arg wichtig, weil da sehe ich uns alle drei drin. Das finde ich ist auch so ein bisschen der gemeinsame Nenner. Wir stehen alle drei so ein bisschen für die nächste Generation und das gibt mir auch wirklich Hoffnung, weil wir sind ja keine Ausnahmen mehr. Ich hatte schon ganz viele Leute bei uns im Alter in so einem wirklich ganz strikten KNX-Podcast eigentlich und auch wirklich in der Branche.

Wenn man sich da umschaut, ja, da ist es noch ein bisschen seltener, aber ich mache mir da wirklich keine Sorgen mehr. Da kommt eine total coole neue Generation hinterher, die wirklich motiviert ist, da auch Dinge zu reißen und ich freue mich wahnsinnig, dass wir da auch so im Arbeitsleben irgendwie diesen Weg gemeinsam bestreiten können. Geht es euch auch so?

[Janik Beuler] (39:06 - 39:56)
Definitiv. Also wir freuen uns total auf die Zukunft. Das hat auch absolut in jeglicher Hinsicht die Light + Building noch mal bestätigt.

Wenn man jetzt gerade in unseren Bereich reinschaut, gab es wirklich so viele Themen, wo man gemerkt hat, welche Entwicklung dann doch immer stattfindet, welches Potenzial wir haben und wie unser Potenzial auch wirklich auf dem Markt angenommen, gesehen wird und dann letztendlich, und das ist ja für uns das Allerwichtigste, auch eingesetzt wird. Und wie du schon richtig gesagt hast, ich glaube, in vielen Bereichen ist ja Generationswechsel ein Riesenthema.

Und ja, ich glaube, gemeinsam, als Team immer gesehen, ausführendes Gewerk, Hersteller, Integrator, Planer können wir unglaublich viel bewegen die nächsten Jahre, Jahrzehnte und da freuen wir uns tierisch drauf.

[Bastian Elsner] (39:56 - 40:07)
Ein perfektes Schlusswort. Ich danke vielmals für die Aufnahme heute. Hat mir wieder mega viel Spaß gemacht und ich freue mich schon aufs nächste persönliche Treffen.

Nico, Janik, vielen Dank euch zwei. 

[Janik Beuler] (40:07 - 40:08)
Vielen Dank, dass wir zu Gast sein dürfen.

[Nico Gräb] (40:08 - 40:09)
Ganz lieben Dank, Bastian.

[Bastian Elsner] (40:09 - 40:54)
Hat echt Spaß gemacht. Und jetzt noch eine kurze Nachricht an unsere Zuhörer, weil das war es schon wieder mit der Folge 27 der Staffel 3 von "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast von Elsner Elektronik. Was mich natürlich wahnsinnig freuen würde, wenn ich eine 5-Sterne-Bewertung von dir auf Spotify bekomme, wenn ihr uns einen Kommentar schreibt, wenn ihr noch Fragen habt, wenn wir irgendwie in Themen tiefer einsteigen sollten, positives, negatives Feedback, alles herzlich willkommen.

Und bis dahin verbleibe ich bis zur nächsten Folge bei "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast von Elsner Elektronik. Tschüss.

Stand: 05/2026

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