Veröffentlichungsdatum: 09. März 2026
[Bastian Elsner] (0:00 - 1:40)
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast von Elsner Elektronik. Mein heutiger Gast prägt KNX seit fast zwei Jahrzehnten maßgeblich mit. Heinz Lux steht wie kaum ein anderer für die Entwicklung der KNX Association in den letzten Jahren und für die strategische Ausrichtung des wichtigsten offenen Standards in der Gebäudeautomation.
Wir sprechen heute über Wachstum, Ausbildung, Energiemanagement, Künstliche Intelligenz und darüber, wo KNX heute wirklich steht. Heinz, schön, dass du da bist. Willkommen im Podcast.
[Heinz Lux] (0:43 - 1:48)
Ja, hallo Bastian. Schön, dass du da bist vor allem. Ich möchte erst mal die Gelegenheit nutzen, weil wir uns noch nicht gesehen haben, dir zu gratulieren.
Du bist gewählt worden am Montag als neues KNX Executive Board Mitglied. Das heißt, du bist jetzt nicht nur ein KNX Mitglied, sondern auch im Executive Board. Das ist das höchste Gelenk der KNX, den wir haben.
Du verantwortest mit 16 anderen Kollegen die Geschichte, die Zukunft auch des weltweiten Wachstums von KNX. Dafür mein Glückwunsch. Große Würde, aber große Bürde und beides weiß ich.
Das ist als Dankeschön natürlich an deine sehr wichtigen Beiträge, die du bei deinem Podcast zur KNX-Technologie trägst. Das ist wirklich hervorragend und bemerkenswert, was du auf diese Weise zur KNX-Bekanntheit dazu trägst. Insofern bin ich stolz, heute dabei zu sein.
Du hast gesagt "Menschen, Lebensräume, Technik". Wir sind schon zwei Menschen, über Lebensräume und Technik sprechen wir jetzt. Ich bin gerne dabei.
Ich freue mich auf das Gespräch.
[Bastian Elsner] (1:49 - 2:40)
Sehr schön, Heinz. Vielen, vielen Dank erstmal für die Gratulation und auch für die ganzen Tipps und für die Gespräche, die wir im Vorhinein für die Wahl schon besprochen haben. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Zusammenarbeit.
Ich hatte ja schon in der Vergangenheit das
Vergnügen, mit dem einen oder anderen Board Mitglied im Rahmen von KNX Deutschland zusammenzuarbeiten und jetzt das Ganze aber nochmal auf eine andere Ebene zu heben. Da freue ich mich wirklich extrem drauf. Neue Gesichter kennenzulernen und auch wirklich noch viel lernen zu dürfen und natürlich auch die Entwicklung von KNX mitgestalten zu dürfen.
Und das bringt mich eigentlich auch schon zu der ersten Frage, die mich wirklich brennend interessiert für unsere Aufnahme heute. Wenn du jetzt mal selber als Geschäftsführer der KNX Association, wenn du auf die letzten Jahre zurückblickst, wie entwickelt sich KNX aktuell gerade?
[Heinz Lux] (2:41 - 6:06)
Also ich würde sagen bombastisch, aber jeder kann es sehen, wie er es sehen will. Ich kenne natürlich nicht die Zahlen von meinen Mitgliedern. Ich erfahre bloß hier und dort, dass das Wachstum stetig ist und zweistellig immer, so wird mir berichtet.
Aber ich gehe jetzt aber auf nur meine eigenen Zahlen, die sind viel wichtiger. Und dazu nenne ich einfach mal drei, die sehr wichtig sind. Wir verkaufen ja die ETS, wir entwickeln und verkaufen die ETS.
Dann kann ich sehen, wie die Bekanntheitsgrad in verschiedenen Ländern zu sehen ist. Ich kann bestätigen, dass die ETS als Verkauf seit Jahren, Jahrzehnten muss ich fast schon sagen, stetig im Wachstum ist. Es gab noch nie einen Einbruch, auch nie eine Pandemie, sogar da gab es die größten Umsätze.
Das heißt, wir rennen eigentlich vom Jahr zu Jahr neue Umsatzrekorde beim Verkauf der ETS. Wobei, es geht nicht um die Umsätze, es geht um die Stückzahl, um die Lizenzen. Die Lizenzen entwickeln sie weiter sehr stark, auch weltweit vor allem.
Man könnte sagen, inzwischen müsste doch jeder in Deutschland eine ETS-Lizenz haben. Also, ich würde mal sagen, nach 35 Jahren entwickelt sie auch in Deutschland sehr stark. Trotz dem Baukonjunktur haben wir sehr hohe Zuwächse in neuen Lizenzen.
Punkt zwei, die Bestätigung, wie es keines gibt. Die Grundlage für alle Projekte sind immer die ausgebildeten Systemindikatoren. Und da kann ich was Erfolglos sagen.
Wir haben jeden Tag, und wir haben 365 Tage im Jahr, jeden Tag 30 neue ausgebildete KNX-Partner weltweit. Und das ist wirklich eine Bestätigung für das Thema, weil man muss sich mal vorstellen, der Systemindikator, der KNX-Partner, der geht zuerst mal eine Schulung. Dafür muss er sich Zeit nehmen, die ganze Woche bekanntlich.
Dann muss er natürlich auch die Schulung schaffen mit einer Prüfung. Er muss das Indikator erlangen. Er muss reisen.
Er zahlt auch für die Schulung. Schulung ist ja kostenpflichtig. Er zahlt Geld dafür.
Und das sind sehr viele, sage ich mal, zuerst mal Investitionen, die er leistet. Und dass es trotzdem jeden Tag 30 sind, bewundernswert und auch dankbar dafür. Ja, und drittens, auch die Grundlage für gute Zukunft für KNX bedeuten auch gute Hersteller mit guten Produkten.
Du bist eines davon sehr erfolgreich seit sehr, sehr vielen Zeiten. Dafür danke ich der Firma Elsner, muss ich wirklich sagen. Gute mittelständische Firma, die seit vielen Jahren stetig das Thema KNX entwickelt.
Für solche Firmen, das sind die Grundlage der KNX, bin ich dankbar. Kommen wir aber dazu, wie entwickelt es sich heute? Letztes Jahr, alleine in einem Jahr sind 74 neue Hersteller der KNX-Verbund beigetreten.
Obwohl es tatsächlich, würde man sagen, alle Produkte sind schon da, alle Hersteller sind schon da. Es gibt immer noch genügend Hersteller, die Interesse haben an neuen Produkten, neuen Innovationen und das freut mich. Damit lebt auch natürlich eine Technologie durch neue Ideen, durch neue Innovationen und verlässt nicht nur auf den Bestand, sondern auch auf den Wachstum.
Also, wie gesagt, neue Tätigungslizenzen, neue KNX-Partner jeden Tag und neue Hersteller, die dem KNX-Verbund beitreten. Das sind nur drei Zahlen. Ich könnte jetzt ständig mehr reden, aber das ist, glaube ich, Bestätigung, dass sich das immer noch auf dem stetigen Wachstum befindet.
Freut mich natürlich persönlich auch.
[Bastian Elsner] (6:06 - 7:27)
Super, vielen Dank für den kurzen Abriss. Ich habe da zwei Themen, da möchte ich unbedingt anknüpfen. Du hast ja gesagt, die Firma Elsner entwickelt auch schon seit einer ganzen Zeit.
Lustigerweise haben wir das gleiche Geburtsjahr wie die KNX Association auch. Also, uns gibt es auch seit 1990. Da liegen wir nur ein paar Monate auseinander.
Das heißt, da haben wir auch ein ganz ähnliches Alter von den Unternehmen und der Association. Die Anwendungsfelder, die du eben angesprochen hast, das finde ich extrem spannend, weil ich auch wirklich sagen muss, KNX ist so ein Bereich, ich denke an den Integrator, was Funktionalität angeht. Da setzt eigentlich nur die eigene Kreativität die Grenzen, weil ansonsten ist im Prinzip alles möglich über unterschiedliche Komponenten, über Logik etc.
Und das eröffnet natürlich auch nochmal ganz neue Anwendungsfelder. Ich glaube nicht, dass wir vor 15 Jahren mal dran gedacht haben, dass wir irgendwann mal eine Gartenbewässerung nativ über KNX entwickeln und dann ziemlich erfolgreich in den Markt bringen. Aber genau das machen wir.
Und da ist eben KNX aus dem klassischen Anwendungsbereich Gebäude im Prinzip schon draußen. Wir sind im Garten, wir sind schon im direkten Umfeld vom Gebäude und das finde ich persönlich auch extrem spannend. Und da kann ich das nur verstehen, warum immer mehr Hersteller dazukommen.
Weil wie gesagt, die Anwendungsfelder, die sind auch meiner Meinung nach noch nicht ausgeschöpft. Ich bin sehr gespannt, was in Zukunft noch kommen wird.
[Heinz Lux] (7:28 - 10:17)
Du hast ein schönes Thema angesprochen, das freut mich sogar. Also ich muss zuerst mal ein bisschen zurückblicken, weil ich lange, lange Zeit hinter Gardena war, um deren Installationen, Gartenbewässerung ans KNX zu bringen. Das ist damals kurzfristig gelungen, aber das war nämlich von langer Dauer.
Insofern war ich sehr, sehr glücklich, muss ich dazu sagen, als ich über eure Entwicklung mitbekommen habe, die wirklich eine Fuhre und vieles auf dem Markt geändert hat. Das ist klasse, was euch da gelungen ist. Wirklich super.
Glückwunsch an deine Entwickler und freue mich, dass es genauso Innovationen uns bepflügen. Aber du hast es richtig gesagt, wir sind aus dem Haus schon längst raus. Ich kann mich erinnern an den KNX Award, liegt glaube ich jetzt schon sechs, acht Jahre zurück.
Da gab es das Thema, dass die Straßenbeleuchtung tatsächlich, eigentlich Beleuchtung ist kein Thema, aber Straße ist doch draußen aus dem Haus, mit KNX entsprechend geregelt wurde. Wir haben Projekte, die sich nur auf Schiffe beziehen. Wir haben Projekte, die sich auf Wohnwägen beziehen.
Es gibt da eigentlich keine Grenzen, die irgendwie dargestellt werden. Alles was, ich sage immer sehr gerne, alles was steuerbar ist, lässt sich mit KNX Technologie steuern. Da gibt es eigentlich nicht das Gebäude als fester Limit, sondern alles draußen kann man machen und das siehst du selber.
Gartenbefestigung gehört teilweise zum Haus, aber ist draußen ein Schiff, ein Motorboot, ein, keine Ahnung, Campingwagen, alles das ist es. Neulich habe ich sogar was von einem Flugzeug gehört, vom Privatflugzeug, das mit KNX gesteuert ist innerhalb. Also ich glaube nicht, dass wir da irgendeine Grenze sitzen und wir gehen natürlich weiter.
Wir sprechen heute vom Energiemanagement, wir sprechen heute von Smart Grid. Das sind Sachen, die absolut draußen sich befinden und durch die vom Haus, natürlich die Information vom Haus wird entsprechend weitergeleitet und kann im Smart Grid im Bereich von, sagen wir mal zuerst mal eine Siedlung oder eine Altstadt oder eine Region, auch zu einem zu mehr Siedlungen oder mehr Stadtteile zusammengefasst werden zum Ganzen und das natürlich mit Unterstützung von KNX. Und letztens vielleicht auch die Gebäude miteinander können anfangen zu kommunizieren.
Ich bin jetzt nicht zu Hause, warum kann mein Nachbarn nicht meine Energie auch zur Verfügung gestellt bekommen? KNX kann darüber rekommunieren. Also es gibt viele Gedankensspiele diesbezüglich und vieles existiert schon und durch die neue Gesetzgebung, die es auch erlaubt, sage ich mal, dass man Energiegemeinschaften bildet, ist KNX wieder gefordert mit einer ganz neuen Dienstleistung, bedeutet Austausch von Informationen über den Energiebedarf des Gebäudes.
[Bastian Elsner] (10:17 - 11:36)
Ja, das sind super, super spannende Themen und ich sehe da auch irgendwo so ein bisschen eine strukturelle Veränderung. Also ich, du weißt, ich bin erst seit ein paar Jahren mit dabei in den Bereichen, auch erst seit ein paar Jahren wirklich tief. Aber was ich eben persönlich beobachte, ist wirklich dieser Weg.
Klassische Gebäudeautomation, ja, ist da, machen wir wunderbar. Aber die eigentliche Kunst, die wir machen, wir stellen Daten aus Lebensräumen bereit, welche dann in übergeordneten Systemen wunderbar nutzbar gemacht werden können. Ob das jetzt Energiemanagement ist, ob das irgendwelche Energiethemen für Quartiere zum Beispiel sind oder auch Mieterstrom.
Das geht alles irgendwie darüber hinaus und wir brauchen aber immer noch die Grundlage aus dem Bussystem im Prinzip. Und da verstehe ich uns als, sage ich mal, als die Fieldlevel Supplier auch wirklich als die Datengeber, die man eben braucht. Ob ich jetzt eine Einzelraumregelung denke, ob ich an die Präsenz denke, das sind alles Daten, die ich brauche, um wirklich mal ein richtig gutes Energiemanagement zu machen.
Und da stellen wir im Prinzip die Grundlage dar. Kommt das mir nur so vor, dass diese strukturelle Veränderung stattfindet oder gehst du damit?
[Heinz Lux] (11:36 - 13:36)
Siehst du das auch so? Die ist ja schon da. Die ist sogar schon länge da.
Vielleicht merken wir es gar nicht, weil es so fließenden Übergang gibt. Wir können, du hast es gerade gesagt, 35 Jahre warst du auf dem Markt, genauso wie wir. Wir haben uns bis jetzt immer orientiert an der Tatsache, die Abläufe im Gebäude, ob das Beleuchtung, Jalousie, Heizung zu automatisieren.
Dabei entstehen aber eine Menge an Daten, die wir bis jetzt nicht verwendet haben, weil sie eigentlich uns bekannt waren, die wir gestern im Display dargestellt haben. Das Gebäude entwickelt sie jedoch heute weiter. Es wird zu einem Serviceanbieter geben.
Die Daten, die da sind, die KNX auch weiß, alle schon länger, das ist nichts Neues, kann entsprechenden Dienstleistern draußen anbieten. Das kann ein Stromlieferant sein, das kann aber auch ein Sicherheitstechniker sein, das kann aber auch in eine andere Richtung gehen. Auch Daten von draußen wirken genauso auf das Gebäude von heute.
Ist Wettervorhersage draußen oder auch ein Outlook, der sagt, welche Daten gebraucht werden. Schönes Beispiel, benutze ich selber, insofern kann ich davon berichten. Mein Outlook weiß, ob ich morgen nach Frankfurt oder nach Brüssel fahre und kann entsprechend dadurch, ich habe einen Elektrowagen, sicherstellen, dass der Wagen geladen ist.
Wenn er weiß, dass ich die ganze Woche Homeoffice mache, kann ich mir entsprechend durch das Energiemanagement die Ladung des Fahrzeuges entsprechend anders planen. Und das sind so Sachen, der Austausch, den es davor gar nicht gab, aber eigentlich immer schon vorhanden war, bekommt heute einen ganz anderen Level. Der Level ist Gebäude als Service.
Das ist eigentlich das Wichtigste. Wir haben das Gebäude digitalisiert, das ist alles perfekt und die nächste Stufe unseres Gebäudeautomation ist Gebäude als Serviceanbieter.
[Bastian Elsner] (13:36 - 14:34)
Das sehe ich auch durch andere Gespräche. Ich denke auch gerade der Betrieb von Gebäuden wird zum Beispiel immer wichtiger und da sind eben genau diese Services, die dadurch entstehen können. Also ich denke zum Beispiel auch, dass das KNX-Ökosystem und die dahinterliegende Semantik, die ja wirklich extrem mächtig, sehr ausgereift ist und uns auch ein Stück weit unterscheidet von anderen Protokollen, dass das eben auch die Möglichkeit bietet, eine Art skalierungsfähige Benutzeroberfläche zu machen, wo neue Geschäftsmodelle daraus entstehen können.
Also ob das jetzt Facility Management ist, ob das dynamische Stromtarif mit einer entsprechenden Reiseplanung ist. Ich denke, da kann man lange rumspinnen und viele Ideen sich überlegen, was da geht, aber die Frage ist eben, wie kommt man da wirklich mal konkret auf die Sachen, weil eigentlich die ganzen Daten sind da, die Ideen, ich habe ja eben auch schon zwei formuliert, das sind handfeste Sachen, aber diese Services, die fehlen noch so ein bisschen.
[Heinz Lux] (14:35 - 16:30)
Ja und die Vorbereitung dazu läuft gerade. Ich muss dazu sagen, du hast gerade ein schönes Thema angesprochen, Semantik. Ja, ich mache da immer noch so ein schönes Beispiel.
Wir sprechen miteinander, so wie ich und du gerade eben. Das kann ich mit einem KNX-Aktor vielleicht heute noch nicht, weil der spricht über andere Merkmale, technologische Merkmale, die vielleicht nicht zur menschlichen Sprache entgehen können. Derzeit läuft bereits ein sehr wichtiger Prozess in der KNX-Analogie, die semantische Annektierung.
Bedeutet, die Produkte selber werden mehr von sich hergeben. Bedeutet, die werden sich anders mit uns, ja, das Wort unterhalten, sagen, kommunizieren. Dadurch, dass sie sich entsprechend zum Ende gegeben mit dem, was sie machen, was sie tun und dem entsprechend einer menschlichen Kommunikation entgegenkommen.
Diese Semantik ergänzende Informationen zu den Produkten wird gerade vorbereitet. Einige Stelle haben damit schon einen Preis bekommen, was mir sehr freut. Auf der Leitung Bildung wird es auch entsprechend vorgestellt.
Dadurch können natürlich auch Dienste von außen auf diese Daten leichten Zugang finden, weil es ihnen entsprechend direkte Ansprechkommunikation gegeben ist und nicht die Erkenntnis von KNX-Technologie notwendig ist, sondern der Austausch über Semantik, ich sage immer dazu Grammatik, die uns alle ausgemacht hat, ist gegeben und entsprechend ist das Kommunikation nach außen dadurch deutlich leichter. Da entwickelt sich gerade eine ganz neue Art der Kommunikation mit KNX-Technologie und das ist Semantik, eindeutig.
Die von dir bestätigt sich sehr gut. Und ich weiß selber, dass du dabei bist. Das weiß ich.
Deine Produkte sind schon auch dabei, die es dahin bekommen. Also eins zumindest weiß ich, aber das darf ich noch nicht verraten. Das wirst du verraten später.
[Bastian Elsner] (16:30 - 16:34)
In ein paar Wochen müssen wir uns noch gedulden und dann ist es soweit.
[Heinz Lux] (16:34 - 16:38)
Ja, das ist wie Weihnachten. Vielleicht noch wichtiger oder etwas.
[Bastian Elsner] (16:38 - 18:03)
Ich denke, es geht vor allen Dingen auch in die Richtung, ist eben gerade wirklich sehr spannend, weil wir sind eben da, dass wir die Daten verfügbar haben, dass die Semantik auch da ist. Aber wir haben eben auch noch eine gewisse Komplexität und diese Komplexität muss meiner Meinung nach, da müssen wir zumindest mal drüber sprechen. Also ich denke, die Komplexität komplett loswerden, das wird nicht möglich sein, weil Gebäudeautomation ist einfach ein komplexes Thema.
Aber wir müssen trotzdem noch so ein bisschen mehr auf die Vereinfachung gehen. Also ich denke gerade an unseren Nordstern, die Simplicity. Wir sind da, glaube ich, beide einer Meinung.
KNX steht ganz klar für Leistungsfähigkeit. Das ist ein Merkmal, das wir haben. Die Robustheit, dass wir wirklich Projekte haben, die seit 35 Jahren laufen.
Die Infrastruktur funktioniert immer noch. Aber gleichzeitig hört man eben oft, okay, aber KNX ist so komplex, wenn nicht sogar kompliziert. Wie kann es doch ein bisschen einfacher werden?
Und ich habe die Semantik und die semantische Verknüpfung, auch wenn es ein komplexes Thema ist, eigentlich auch als das Lösungsmittel verstanden, wie man da gewisse Komplexität und auch Geschwindigkeit reinbringen kann. Also Komplexität rausnehmen und Geschwindigkeit reinbringen kann. Wie siehst du denn das?
Wo müssen wir wirklich einfacher werden?
[Heinz Lux] (18:03 - 23:04)
Lass mich zuerst mal ganz zuerst mal mit einem Dank beginnen. Das ist ein sehr gutes, wichtiges Thema, was du gerade angesprochen hast. Ein Dank beginnend an die Urväter unseres KNX-Systems, die vor 35 Jahren, 1990, das Thema auf den Weg gebracht haben.
In 1990 gab es noch kein Internet, es gab keine Handys, es gab wenig IPv6 und solche Sachen. Und trotzdem haben diese Menschen damals diese Technologie auf die Schiene gebracht. Die haben beschlossen, dass es welche Grundwerte es gibt, dass es ein Tool dafür gibt.
Sie haben sogar die ganze Community hergestellt. Sie haben die KNX-Partnerschulung gemacht. Sie haben die Spezifikationen gebracht.
Sie haben die Interoperabilität auf den Weg gebracht. Faszinierende Sachen, die heute alle noch gültig sind, die heute alle noch funktionieren und trotzdem, weil sich die Welt verändert hat. Wir haben Internet, wir haben Cyber Security.
Alles das Thema, Themen, die heute noch sehr gut funktionieren, Gebäude und dafür bin ich dankbar. Aber, wie du selber festgestellt hast, die Welt um uns verändert sich, neue Anforderungen. IoT ist ein Thema, ein sehr KNX-Secure ist ein Thema oder Cyber-Secure ist ein Thema.
Wir haben das CRE vom EU beschlossen, auch das Thema NIS. Und hier muss sich KNX-Technologie dem immer anpassen. Und das tut sie auch.
Ich habe gerade genannt, IoT ist jetzt heute auf dem Markt. Auf der Leitung Bündig wird das Thema Open Software vorgestellt. KNX-Secure ist ein Thema, das uns seit vier, fünf Jahren bedeutet.
Über die Hälfte unserer Produkte sind inzwischen secure und in den nächsten zwei Jahren werden alle anderen auch sein. Das sind Sachen, die sehr leicht, auch in Bezug auf die Interoperabilität, an die KNX-Technologie entsprechend angepasst wurden. Also die Technologie wurde angepasst an diese Produkte.
So, sprechen wir weiter. Es muss einfacher werden, es muss angepasster werden an die Zeit, schneller, einfacher. Simplicity ist das Zauberwort.
Ja, auch hier denke ich, bereiten wir uns gleich davor. Du hast es angesprochen, wir haben dazu fünf solche Gruppen genannt, die entsprechend gegründet werden. Und eines davon ist zum Beispiel das Thema Tool.
Das Thema Tool wird in Richtung Einfachheit gezogen. Es wird ein einfaches Tool für die Beginner geben. Es wird natürlich auch bleiben, die ETS, wie sie heute ist, für die sehr großen Projekte.
Auch das wird sich nicht verändern, aber für die Beginner wird es entsprechend eine Unterstützung geben, die jetzt gerade entwickelt wird. Zweitens, wir haben unser Thema Webseite, wo die ganze, sagen wir mal, das Tor zu KNX-Technologien, zu Light and Building, total eine Erneuerung unterzogen. Das wird eine Webseite sein, die durch KI gesteuert wird.
Das heißt, derjenige, der auf unsere Technologie aufmerksam wurde und mehr Informationen dazu braucht, bekommt auf der Seite für ihn spezifisch zugeschnitte Informationen und muss sie nicht zuerst mal durch alle Webseiten durcharbeiten. Das Thema KI hat hier eine Rolle, die ganz neu definiert wird. Aber bleiben wir beim Thema KI.
Das ist eigentlich, ja, das ist das Tool oder dieses Mittel zur Vereinfachung von Prozessen, von Systemen. Und hier spielt natürlich auch KNX-Technologie in Verbindung mit KI eine sehr große Rolle. Wir werden auf der Light and Building zeigen, wie mit der Unterstützung KI gewisse Prozesse in der ETS bereits vereinfacht werden können.
Wir werden auch zeigen, wie KNX-Technologie, die Informationen darüber, entsprechend einfacher sortiert werden. So ist unsere Spezifikation mit den fast 10.000 Seiten bereits heute ein Teil der KI. Das heißt, du kannst ganz speziell für dein Produkt die Sache raussuchen.
Alle Informationen über KI gibt es über einen Chat. Das heißt, KNX-Chat, das ist verfügbar. Es werden die ersten kleinen Apps geben auf der Light and Building.
Das ist nur der Beginn. Ich weiß von vielen, vielen Herstellern und auch Systemintegratoren, die deshalb an Künstliche Intelligenz-Apps dran sind. Und die ganzen Prozesse um die ETS, aber auch im Prinzip nochmal von KNX deutlich vereinfachen.
Und lasst uns bitte in die Zukunft blicken. Die Produkte selber, du bist ein Produkthersteller, werden entsprechend KI-Integration vornehmen, fast schon müssen, weil die Produkte nicht mehr den Menschen dienen müssen. Und da gibt es natürlich auch hier, also sowohl bei der ganzen Umgebung Web, die ganze Umgebung Parametrierung, ETS, auch an die Produktentwicklung.
Hier wird das Thema KI eine deutliche Zuwachs bringen an Funktionen, aber vor allem an Simplicity, Vereinfachung.
[Bastian Elsner] (23:05 - 24:32)
Ich verstehe das für mich auch so ein bisschen, dass die nächste große Innovation im KNX-Umfeld eigentlich weniger neue Funktionen sind, sondern eigentlich weniger Komplexität. Und diese weniger Komplexität, die kommt eben durch die Nutzung von neuen Tools, durch KI zum Beispiel, durch die automatische semantische Verknüpfung. Ich möchte auf einen Punkt nochmal kurz eingehen.
Ich habe mich selber auch viel mit den Normen, sage ich mal, mit den Lehrbüchern, wie man ganz traditionell, ich denke, das ist immer noch Stand heute, du hast die Automatisierungsebene, du hast die Steuerungsebene, du hast die Feldebene. Und da tue ich mir aus der Herstellerbrille immer so ein bisschen schwer, brauche ich denn jetzt in einem einfachen Deckensensor, muss der denn überhaupt KI-fähig sein? Oder muss der einfach nur die richtigen Daten bereitstellen, dass meine Visualisierung, die dann gegebenenfalls KI-fähig ist, dass sie dann mit diesen Daten weiterarbeiten kann?
Weil ich denke eben auch an Pricing von KNX zum Beispiel. Das ist ein Thema. Je mehr Komponenten ich dort reinbringe, je mehr Funktionalität ich reinbringe.
Und da bin ich mir selber sicher, ein bisschen unsicher. Ich würde uns immer auf die Feldebene einordnen. Und diese Themen Steuerungs- und Automatisierungsebene, dort sehe ich eigentlich eher die KI.
Und da bin ich eben total gespannt darauf, wie sich das Ganze einpendeln wird. Was ist deine Vision, was da angeht? Denkst du wirklich, jedes einzelne KNX-Gerät ist KI-fähig?
Oder liefern wir nur Daten für die KI?
[Heinz Lux] (24:33 - 27:14)
So war das auch, eindeutig. Weil erstens, das bereits mehrfach angesprochen Thema Semantik ist die Grundlage für KI. Ohne die Semantik, ohne die Semantik-Annektierung, wird KI sich sehr schwer tun.
Weil mit BitSpice vermutlich wird sich nicht so viel umgehen können. Aber gehen wir zu unserem nach wie vor heutigen Standard. Was macht heute ein Systemintegrator in einem Gebäude?
Er programmiert, parametriert die Produkte, damit sie miteinander entsprechend funktionieren. Er weiß, der Schalter kann das Licht schalten und das war's. Das wird sich aus meiner Meinung stark verändern.
Er wird diesmal nicht ganz konkret verbinden. Die Verbindung wird vermutlich durch die semantische Annektion von alleine stattfinden, durch die KI-Tools. Er wird darüber hinaus auch nicht ganz korrekt, also heute muss er festlegen, okay, die Heizung geht um 16 Uhr an, weil er nach Hause kommt und um 22 Uhr geht er auch so schlafen.
Diese Art der Automatisierung wird sich auch deutlich verändern. Das heißt, das wird nicht programmiert von wann bis wann, sondern das System selber, das KLX-System, wird sich entsprechend an die Bedürfnisse des Menschen stärker anpassen. Ist tatsächlich heute nur so, wenn ich dann diese automatischen, fast schon Zeitschalter, was verändern will, muss das Systemintegrator nochmal ins Haus kommen und das verändern, neu parametrieren.
Das wird sich deutlich verändern. Auch das Thema Energiemanagement, das wir heute so stur vielleicht haben, dass man sagt, okay, da wird was geladen und das Gebäude wird Energie nutzen. Auch dieses wird mit KI-Integration und durch die semantische Information kommend von den Produkten, durch die KI-Integration entsprechend selber die Bedürfnisse des Menschen anpassen und auch unter Betrachtung der Energie kommend ins Gebäude oder der Energiepreise kommend ins Gebäude.
Das wird anders. Das Systemintegrator wird entlastet von wiederholenden Parametrierungsprozessen und wird mehr dazu kommen, um den Menschen die Umgebung zu verschaffen, wo dann es dem Gewohnheiten des Menschen überlässt und dass die KI-Tools, die es dann alle geben wird, entsprechend diese Umgebung neu schaffen. Also von der Automatisierung, Programmierung, ändert sich das zu einem Gewohnheit des menschenbetreffenden Systems, der sich entsprechendes Gewohnheiten auch anpasst.
[Bastian Elsner] (27:15 - 28:51)
Das ist ein total cooles Zukunftsbild, wo ich sagen würde, einen Teil davon haben wir auch schon geschaffen. Ich möchte noch mal kurz auf die Gartenbewässerung zurückkommen, weil das finde ich ist so ein total treffendes Beispiel. Ich bin diese Woche erst aus Afrika zurückgekommen.
Ich war in Mombasa, da stand ich vor dem Flughafen. Es hat schrecklich geregnet. Ich habe das noch nie so gesehen und dann stand ich unterdacht und habe dann auf so eine Wiesenfläche geschaut und währenddessen wirklich alles vom Himmel runter gekommen ist, was ging, war die Gartenbewässerung an.
Das heißt, da sind einfach die Sprinkle weitergelaufen. Das in Afrika bzw. Mombasa, Kenia, hat da eh Probleme mit dem Wassersupply.
In der Region weiß ich nicht, wie schlimm es ist, aber da schaust du dir an und da fragst du dich einfach, okay, das muss doch besser gehen. Jetzt macht man da schon eine Bewässerung. Sie war zumindest morgens an.
Das war schon mal gut, aber es hat eben geregnet. Und dann denke ich mir, wie cool wäre es, wenn ich da jetzt einen Erdfeuchtesensor habe. Dann habe ich schon mal eine bessere Lösung, weil ich dann zumindest die Bewässerung stoppen kann, wenn der Boden schon feucht ist.
Aber wie cool wäre es, wenn ich da jetzt noch die Daten von einem Wetterbericht hinzunehme, weil ich weiß ja, ob es in den nächsten paar Stunden regnen wird. Klar, es kann immer noch lokale Schauer geben, das muss nicht hundertprozentig echt sein. Da würde ich natürlich immer empfehlen, eine Wetterstation sich entsprechend auf Dach zu setzen, dass man da auch diese Live-Daten hat.
Aber ich denke einfach, es geht noch viel besser. Ich meine, wir sind schon so gut durch diese Real-Time-Sensorinformation. Ich meine, es ist ja auch unser Steckenpferd, der Firma Elsner, dass wir eben genau diese Sensorik herstellen.
Aber da kann man nochmal ordentlich eins draufsetzen und das kann noch viel besser werden in Zukunft.
[Heinz Lux] (28:52 - 31:22)
Eindeutig. Du hast das, glaube ich, das Thema, was deine oder Elsner Gartenbesuch hat mit diesem feuchten Sensor oder Bodensensor, ist zum Beispiel schon gut geregelt. Die Wetterdaten haben wir schon angesprochen, aber es geht noch ein Stückchen weiter.
Es wird alles bewässert im Frühjahr, im Sommer und im Herbst. Das weiß die Gartenbewässerung aber heute gar nicht. Dieses Thema muss auch entsprechend integriert werden.
Nächstes Thema, an was denken wir, wenn zum Beispiel jetzt draußen so viel Schnee ist und die ganze Bewässerung natürlich ist ganz anders zu handhaben, als das wir heute haben, wo wir sagen, am 1. März die Vegetation beginnt, könnten wir auch schon wieder Wasser sparen. Und drittens, das Thema Wasser ist, du bist gerade in Afrika gewesen, der sparsame Umgang mit Wasser ist sehr, sehr wichtig.
Meine Anlage, noch nicht Elsner, kommt noch, bewässert heute um 3 Uhr in der Früh für eine halbe Stunde entsprechende Bereiche. Es ist unabhängig davon.
Genau, gebraucht oder nicht gebraucht, und das macht er sich immer automatisch. Und das soll sich stark verändern und die KI wird hier helfen. Bodensensor, eines Thema, Wetterstation, zweites Thema, drittes Thema, welches welches Jahreszeit haben wir gerade?
Und dann kommt natürlich noch etwas, wie stark die Vegetation selber ist. Auch da gibt es Möglichkeiten, es rauszubekommen. Ich habe neulich einen schönen Berg gesehen.
Eine Kamera kann erkennen, ob die Pflanze, ja, wenn man so ein Bild vom Garten hat, ob die Pflanzen gerade trocken sind oder in großem Wachstum sind. Auch das gibt es etwas. Man muss nicht jeden Tag gießen, z.B. Auch das kann man rausbekommen und dann entsprechend durch die Bildverarbeitung, KI kann das erkennen, kann sagen, okay, die nächsten zwei Tage wird nicht mehr wässern, die Migration ist gerade ausreichend, Wasser sparen. Also viele, viele Themen, die da kommen und die sich heute sehr schnell entwickeln werden. Also ich denke da nicht mal an fünf Jahre. Ich denke an zwei, drei Jahre.
Da kommen einiges ab und zu. Ja, also die KNX-Technologie ist einem großen Wandel vollzogen zum Guten für den Menschen, für die Umwelt, Energie und natürlich auch für das Thema Natur und unsere entsprechende Umgebung.
[Bastian Elsner] (31:23 - 32:16)
Für mich ist das Thema Nachhaltigkeit, egal ob es da jetzt um Ressourcen geht oder ob es um Technik geht, ist da einfach ein extrem wichtiges Thema. Klar, auch wenn wir unternehmerisch irgendwelche Investmententscheidungen treffen, ist immer die Frage nach der Nachhaltigkeit, wie nachhaltig ist denn jetzt überhaupt diese Maßnahme? Und da finde ich das extrem charmant, weil KNX als System eben schon extrem nachhaltig ist durch die Infrastruktur.
Wir haben die Busleitung, die normalerweise im Gebäude ist. Ich habe irgendwann mal gelernt, dass die Elektroinstallation ist normalerweise das, was am allerlängsten in einem Gebäude drin bleibt. Und genau da können wir im Prinzip anknüpfen, dass wir nicht mal die komplette Infrastruktur erneuern müssen, sondern im schlimmsten Fall ein paar Feldgeräte, ein paar Aktoren.
Aber die Leitungen, das System, das zugrunde liegt, ist im Prinzip schon dasselbe. Bin ich ein bisschen abgeschweift. Wir sind vom Wasser gekommen, von einer Ressource.
Aber ich glaube...
[Heinz Lux] (32:17 - 33:38)
Was denn bleibt dabei? Das ist etwas Gutes, was du sagst. Wo ich begonnen habe, mit KNX zu leben, war ein großes Thema.
Das war die Brandlast. Man braucht sehr wenig Kabel, Einsparung von Kabel. Durch zu einem Kabel, das war immer die Busleitung.
Und das war das Brandlast von 60 Prozent. Also oder zumindest Kabelersparnis von 60 Prozent. Dann haben wir angefangen zu sprechen über Energieeffizienz, dass man im Gebäude zwischen 30 und 50 Prozent mit Einsatz von Einzelraumregelungen einsparen kann.
Und jetzt kommt noch zu etwas dem, was ich neulich erst mal mit jungen Menschen konfrontiert wurde. Das war ein klasse Gespräch. Die haben ganz was Einfaches zu mir gesagt.
Ich habe ein Handy oder Airpods, egal was. Das brauche ich drei. Nach vier, fünf Jahren brauche ich wieder was Neues.
Das ist Elektroschrott, der uns praktisch heute mit vielen, vielen solchen Gadgets begleitet. Kein Akto. Ich habe hier selber einen davon, den ich vor 27, fast 30 Jahren eingebaut habe.
Heute immer noch da. Ich habe ihn nicht ausgetauscht. Der funktioniert die nächsten 20 Jahre sicherlich auch.
Es entfällt wenig Elektroschrott durch Nutzung von KNX-Technologien. Kleinigkeit, die man aber heute nicht so betrachtet, es funktioniert. Viele andere, sage ich mal, Systeme, die man nur kurz benutzt, landen wieder bei Elektroschrott.
Das ist bei KNX eindeutig.
[Bastian Elsner] (33:38 - 34:47)
Da gibt es mehr als genug Beispiele von den proprietären Playern, die es mal eine Zeit lang gab und die es heute nicht mehr gab. Aber ich glaube, das wird den Rahmen sprengen. Ich möchte unbedingt noch auf die Nachhaltigkeit und auf eine Ressource, die, glaube ich, heute noch für uns, für den, sage ich mal, für unsere Hörer noch viel wichtiger ist, wie das Wasser.
Und zwar, das ist die Energie und das Energiemanagement. Ich muss da jetzt noch mal so ein bisschen den Finger in die Wunde legen. Ich entschuldige mich jetzt schon mal davor.
Aber ich muss mir das, ich muss mir das oft anhören lassen, auch vor allen Dingen von, sage ich mal, Gebäudeautomatisierern, die nicht so gerne KNX einsetzen, sondern eben andere. Und da kommt immer, ja, was macht ihr denn mit dem Energiemanagement? Das gibt es doch noch gar nicht.
Warum arbeitet ihr da nicht dran? Und da tue ich mir immer so ein bisschen schwer. Können wir da noch drüber sprechen, wie sich das vielleicht entwickelt hat und was auch wirklich die Rolle von einem KNX-System in Bezug auf Energiemanagement ist und was da vielleicht auch so ein bisschen ein Druckschluss ist?
Also was muss da überhaupt ein Gebäudeautomatisierungssystem leisten können diesbezüglich? Und was ist vielleicht ein bisschen mehr Wunschdenken?
[Heinz Lux] (34:47 - 38:48)
Ich muss zuerst mal einen großen Unterschied machen, weil das wird auch verwechselt. Energieeffizienz und Energiemanagement, ich definiere jetzt erst mal die beiden, weil das muss man zuerst mal auseinanderhalten. Energieeffizienz bedeutet, wie kann KNX-System einsetzen, um die Energie im Gebäude, das kann Heizungsenergie, das kann auch Wasser sein, das kann auch Strom sein, entsprechend gut einzusparen, weil ich Lichter in bestimmten Räumen nicht brauche, weil ich Räume nicht heizen muss, wo ich nicht da bin und die Temperatur entsprechend mit Einzelwäldern reden kann.
Da gibt es ja Spanische, die heute bekannt sind und seit Jahren oder Jahrzehnten auch Bestand haben. Jetzt kommen wir zu Energiemanagement. Hier spielt ein anderer Faktor eine wichtige Rolle, und zwar die Erneuerbaren Energien.
Danke schön, Bastian, danke. Diese Energie ist bekanntlich nicht in Maßen vorhanden. Denn Sonne scheint sicherlich schon, aber sonst ist sie nicht endlich, sondern nicht unendlich, bloß endlich.
Bedeutet, die Menge an Energie muss anders gemanagt werden. Und hier spielt KNX eine Rolle. Jedes KNX-System hat Verbindung zu jedem Verbrauch im Gebäude.
Er weiß, wann die Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner, was alles da gibt, angeschlossen ist und so weiter und so fort. Und auf diese Weise kann ich entsprechend die verfügbare Energie, die gerade vorliegt, zu bestimmten Preisen, managen und die mit KNX steuern. Ich muss nicht viel dazu tun.
Vielleicht muss ich ein Energiemanagement-System einbauen als extra Aktor, den es heute auch gibt und entsprechend das Ganze regelt. Aber die Verbräuche, Smart Metering, haben wir vor 25 Jahren schon bei KNX gehabt. Das ist auch nichts Neues.
Wir können messen, die Stromverbräuche. Und wir müssen die bloß jetzt managen. Und dazu gibt es Aktoren, KNX-Aktoren, die die Energiemanagement-Schlüsse einmal von dem, was von draußen reinkommt und entsprechend nicht endlich verfügbar ist, endlos verfügbar ist und das, was von innen gebraucht wird, gemanagt wird.
Und jetzt kommen noch ein bisschen weiter. Ich bin an einer Straße, wo ich jetzt schon weiß, dass zehn Gebäude ein elektrisches Fahrzeug haben, also E-Fahrzeug. Und dazwischen auch die dazugehörige Wallbox.
Ich weiß, dass, wenn Nummer zehn dazukommen, ist irgendwann einmal, wenn alle nach Hause kommen und anschließen, wird es gefährlich. Und diese Kommunikation ist auch wiederum durch KNX möglich, dass man sich gegenseitig austauscht über diese Informationen, über IP, über Internet ist dieses möglich. Und dann kann man das entsprechend auch verteilen, damit es keinen Crash gibt und so weiter.
Gehen wir auch noch mal weiter. Warum ist der Gespräch heute immer noch weiter von Themen wie Preisentwicklung bei Strom? Wenn es draußen super Sonne scheint, dann haben wir günstige Preise, teilweise sogar Nullpreise.
Wenn es draußen sehr kalt ist und keine Sonne scheint und kein Wind weht, haben wir die Preise höher. Das wurde schon sehr oft geprobt und getestet. Mit roten Lämpchen.
Jetzt ist die Preise höher und mit grünen Lämpchen. Jetzt kannst du Energie nutzen. Aber diese Information haben wir alle.
Die können wir bekommen. Die können wir in das Energiemanagementsystem einspielen und entsprechend Gebäude, Funktionalitäten, die hohen Strombedarf haben, Trockner oder Waschmaschine steuern oder zum Beispiel das Auto zu bestimmten Zeiten laden oder auch den Energiespeicher laden, weil gerade Energie sehr günstig ist. Diese Möglichkeiten sind da.
Dies ist kein Zukunftsdank mehr. Die haben wir. Ich lade Sie gerne alle ein zum Leitung-Building zu dem Haushaus Martin von ZWEH.
Dort wird es auch ausgestellt, vorgestellt oder auf unserem Stand kann ich es ausrichten oder auf unsere Mitglieder. Diese Energiemanagementsysteme sind da, die sind gemanagt und die sparen mächtig Energie und nutzen vor allem die erneuerbaren Energie.
[Bastian Elsner] (38:49 - 39:49)
Und das ist meiner Meinung nach auch genau das Thema, wo wir hier bei uns in Deutschland noch viel mehr arbeiten müssen, wo wir das auch noch viel mehr pushen müssen, weil das ist im Prinzip die Zukunft. Das ist das, wie wir uns auch unabhängig machen von anderen Staaten, von anderen Gebilden. Und das ist für mich irgendwie Freiheit.
An der Stelle, wir haben auch kurz das Smart Metering erwähnt. Da muss ich unbedingt noch mal den Klaus Ott ins Spiel bringen, weil als ich da die visuelle Schnittstelle für das Smart Metering gesehen habe, das gibt es ja schon eine Weile. Und ich habe jetzt aber gestern, habe ich glaube ich erst ein neues Video von Torben gesehen.
An der Stelle auch ganz liebe Grüße an Klaus und Torben. Sehr cooles Video geworden. Da hat er das so ein bisschen erklärt, wie man selbst von den offiziellen Zählern, von den Messstellenbetreibern im Prinzip die Verbräuche auslesen kann und so auf den Bus bringen.
Und selbst das ist mit KNX möglich. Das hat ja in erster Linie gar nichts mit Raumautomation zu tun. Und da sind wir schon wieder bei diesen unzähligen Anwendungsfällen, wo man im ersten Moment gar nicht dran denkt.
[Heinz Lux] (39:49 - 40:28)
Seit insgesamt 18 Jahren gibt es diese Smart Metering, habe ich neulich erfahren, als optische Ablesemöglichkeit von jedem existierenden Zähler in Deutschland. Ob das Wasser, Strom oder sowas ist, ist das möglich. Und wir haben das, wir haben alles.
Aber wir müssen das entsprechend auch anwenden. Wir müssen nichts Neues erfinden. Und es gibt auch Aktoren, das ist auch bewusst, die ja praktisch die Energie bereits messen an dem Anschluss selber.
Das heißt, ein KNX-Aktor kann entsprechend den Strombedarf an einem bestimmten Anschluss messen. Auch das gibt es schon.
[Bastian Elsner] (40:28 - 40:51)
Können wir da schon so ein bisschen drüber sprechen? Gibt es denn neue Entwicklungen, wie man zum Beispiel auch funktionale Bausteine fürs Energiemanagement einfach ein bisschen schneller und ein bisschen einfacher, weil wie ich das verstanden habe, ist das schon noch mit ziemlich viel Engineering behaftet, weil es einfach da so ein paar Grundfunktionen noch nicht so richtig gibt. Aber soweit ich weiß, ist da einiges in Arbeit.
Können wir da schon drüber sprechen?
[Heinz Lux] (40:52 - 43:54)
Ja, wir können das versprechen, weil wir es vorgestellt haben. Wir haben am 1. Dezember eine sogenannte Veranstaltung.
Also Openline heißt es, KNX Openline. Das ist jedes viertel Quartal. Und dort haben wir das Thema Energiemanagement, wie es sich weiterentwickelt, vorgestellt.
Ich sage nur in vier wichtigsten Details, das erste Thema, es gibt ja ein Sunspec Alliance. Die haben seit 30 Jahren Bestand. Die größten Anbieter vom Energiemanagement, ob das Photovoltaik oder der Wallbox ist, sind in die Sunspec Alliance vertreten.
Mit dieser Allianz haben wir eine Allianz gebildet und wir haben ein Mapping zwischen den beiden Systemen aufgestellt. Das bedeutet, dass heutige Photovoltaikhersteller oder auch ein Wallboxhersteller kann sich dadurch schnell auf KNX verknüpfen. Zweitens, hier gehen wir heute immer von der starren Funktionalität, dass sich die Systeme nur mit der ETS integrieren lassen können.
Was das Thema Energiemanagement ist, und da müssen wir von Realität ausgehen, da wird eine Wärmepumpe, da wird eine Photovoltaik und da wird ein, keine Ahnung, Wallbox ins Haus geliefert, angestoßen werden und jetzt muss man das Ganze ETS machen. Dieses stimmt nicht mehr so ganz. Es gibt inzwischen eine neue Spezifikation, die sowohl für die KNX Net IP, das konventionelle, oder KNX IoT vorliegt.
Und wo sich die Systeme selber erkennen, dass sie sich gegenseitig auch verlinken können, natürlich spielt die Autosemantik eine Rolle, aber es gibt noch ein Stückchen weiter. Wir werden dazu eingehen können, dass wir die Servernummer eines Produktes einlesen können und dass die ETS auf diese Weise erkennt, um was es sich handelt. Dieses Vorbereiten sehen wir auch in Vorbereitung.
Dazu gibt es ein passendes Spiel für die jungen Menschen auf dem ZVBH-Stand auf der Leitung Building. Kommt vorbei, schaut es euch mal an, das wird sehr einfach sein, die Produkte einzuminden. Ja, und da gibt es eine klare Entwicklung zu mehr Simplification oder Einfachheit, diese Produkte einfacher an KNX-Systemen anzuminden und dort entsprechend auch zu wirken lassen.
Ja, und ich muss hier nicht erwähnen, das Thema KI wird hier auch eine Rolle spielen, nicht nur in der Parametrierung, sondern auch im Beziehung zu 50 Jahren Energiemanagementbetrieb mit KNX. Ich muss immer dazu sagen, erlaubt mir das einfach, wir haben 2010 auf der Leitung Building, das war das erste Mal KNX City in der Galerie, vorgestellt mit Smart Meters, damals von Klaus Ott, Link und Janke, entsprechend und auch Energiemanagement-System, wie wir Energiemanagement haben können. Das ist 16 Jahre her und das funktioniert heute immer noch.
[Bastian Elsner] (43:54 - 44:29)
Beeindruckend. Ich bin sehr gespannt, was wir auf der Leitung Building zu sehen bekommen. Ich hoffe nur, dass wir die Folge auch entweder kurz danach oder vielleicht noch sogar während der Leitung Building veröffentlichen.
Das muss ich noch schauen. Heinz, auch mit einem Blick auf die Zeit. Ich würde jetzt schon zu unserer Abschlussfrage kommen.
Wenn du auf die nächsten fünf bis zehn Jahre blickst, was muss KNX beziehungsweise die KNX Association unbedingt richtig machen, damit der Standard auch in der nächsten Generation relevant bleibt? Zehn Jahre ist schon ein langer Ausblick.
[Heinz Lux] (44:29 - 47:37)
Ich würde schon fast drei Jahre sagen, weil das verändert sich sehr, sehr stark gerade jetzt. Und mit KI wird es eine Geschwindigkeit annehmen, die wir davor noch nie hatten. Wir haben immer gedacht, okay, KNX Secure hat sich zehn Jahre lang entwickelt, KNX IoT war das die gleiche Geschwindigkeit, auch zehn Jahre.
Das wird es nie mehr geben in der KNX Technologie. Das Thema wird sich deutlich schneller entwickeln. Ich gehe von drei bis fünf Jahren Entwicklungen und da wird das Thema geben.
Aus meiner Sicht wird sich das Thema IoT sehr, sehr stark an uns an uns anpassen oder an KNX IoT anpassen. Es wird jetzt zur Leitung Building das Open Source KNX IoT Stack geben, der eigentlich dadurch vieles verändert, weil die Verbindung zu KNX von allen Seiten, die es davor vielleicht doch sehr umständlich war, plötzlich viel einfacher sein wird. Und dieses Open Source Stack wird das ermöglichen.
Das Thema ETS wird sich wandeln, eindeutig wandeln. Es wird nach wie vor geben, habe ich schon erwähnt, diese ETS Anwendung, die heute durch sehr starke Unterstützungssysteme notwendig sein wird bei großen Projekten. Aber die einfachen Projekten werden möglicherweise im Hintergrund der ETS noch geschehen haben, im Vordergrund durch einfaches, ja, Plug und Play, sage ich das so jetzt nicht, aber durch die Anbindung mit Semantik.
Und drittens, nochmal Betonung hier, wir werden durch die Anbindung an die IP oder Internet ganz andere Anwendungen plötzlich auf uns ran treten. Das war schon mit einer Verbesserung genauso. Auch das war eine Anwendung, die ganz anders gewählt war.
Aber wir werden mit vielleicht mit mit mit Sicherheit Thematik deutlich stärker konfrontiert werden. Wir werden das Thema Energiemanagement ganz anders definieren müssen. Und wir werden das Thema Klimaschutz mit Anbindung von KNX deutlich mehr auf einfachen.
Und lasst mich bitte abschließen mit einem schönen Satz. Seit jetzt insgesamt 15 Jahre unterstützt KNX Association jedes Jahr die sehr gute Organisation, die heißt Plants for the Planet. Wir unterstützen Organisationen und pflanzen jedes Jahr 20.000 Bäume. Und wenn man das auf 50 Jahre gemacht hat, haben wir entsprechend 300 Autos. Auch das ist ein weiteres KNX zum Klimaschutz. Nicht was Technologie, sondern einfacher als Unterstützung mit kleinen Bäumen schon da draußen, die ja die, ja, unser Klima verbessern, unseren Klimaschutz bewähren und entsprechend gestalten.
Ich möchte mich für das Gespräch bei dir bedanken. Und ich wünsche dir vor allem tolle Gespräche. Adoch, das Thema sehr stark.
Und durch dich ist KNX Technologie neu definiert worden. Deine Podcasts sind einmalig gut und ich war stolz, heute dein Gast sein zu sein.
[Bastian Elsner] (47:37 - 49:28)
Super, Heinz. Vielen, vielen Dank für das wirklich für das wirklich tolle Schlusswort, den offenen Austausch. Das hat mir viel Spaß gemacht.
Auch die Vorgespräche, es war wirklich klasse. Ich möchte für mich noch einmal kurz zusammenfassen, was ich heute aus unserem Gespräch mitnehme. Erstens, ich nehme mit, KNX entwickelt sich weiter.
Nicht unbedingt super laut, sondern vor allen Dingen strukturell. Bei Ausbildung, Professionalisierung passiert gerade extrem viel. Zweitens, das Energiemanagement ist technisch viel weiter, als viele eigentlich denken.
Aber man darf es nicht missverstehen. Echte Intelligenz entsteht nicht durch starre Regeln, sondern durch Systeme, die Zusammenhänge verstehen und miteinander sprechen. Drittens, die Zukunft entscheidet sich nicht nur an neuen Funktionen, sondern auch daran, ob wir es schaffen, Komplexität entsprechend zu reduzieren und gleichzeitig so leistungsfähig zu bleiben, wie wir das die letzten 35 Jahre unter Beweis gestellt haben.
An der Stelle danke ich dir ganz arg für deine Zeit und deine Perspektive im heutigen Gespräch. Das war es auch heute wieder mit der aktuellen Ausgabe von "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast rund um KNX und Gebäudeautomation von Elsner Elektronik. Wenn dir die Folge heute gefallen hat, dann lass mir sehr gern ein Follow auf Spotify da oder schreib mir einen Kommentar.
Darüber freue ich mich extrem. Wenn dich interessiert, was bei mir der Firma Elsner oder allgemein der Gebäudeautomation so passiert, dann folgt uns gerne auf LinkedIn. Den Link zu meinem Profil und zur Seite der KNX Association findest du in den Shownotes.
Bis zur nächsten Folge. Das war es bei "Menschen, Lebensräume & Technik", deinem Podcast von Elsner Elektronik.
Stand: 03/2026