Elsner Podcast Cover Folge #23: Das Potenzial von Smart Living: Vom einzelnen Gebäude zum System – mit Lars Thomsen Elsner Podcast Cover Folge #23: Das Potenzial von Smart Living: Vom einzelnen Gebäude zum System – mit Lars Thomsen

Elsner Podcast Folge #23: Das Potenzial von Smart Living: Vom einzelnen Gebäude zum System – mit Lars Thomsen

Worum geht’s in dieser Folge?

Warum bleibt Smart Living trotz verfügbarer Sensorik, Daten und Technik oft hinter seinen Möglichkeiten zurück? In Folge 23 geht es um eine „Moonshot“-Perspektive auf Gebäudeautomation – und um die Frage, wie aus vielen Insellösungen ein skalierbares Ökosystem wird.

Bastian Elsner spricht mit Zukunftsforscher Lars Thomsen (Future Matters) darüber, warum die größten Hürden weniger technischer Natur sind, sondern in Kommunikation, Mindset und Geschäftsmodellen liegen. Im Fokus stehen Datenökonomie, variable Energiepreise, neue Services rund um Energie, Pflege und Sicherheit sowie die Rolle von Datenräumen als Grundlage für echte Wertschöpfung.

Eine Folge für alle, die Smart Living nicht als Feature-Sammlung verstehen, sondern als Möglichkeitsraum – und wissen wollen, wie aus vorhandener Technik, Daten und Vision ein zukunftsfähiges System entsteht.

Lars Thomsen

Zur Person

Lars Thomsen ist Zukunftsforscher sowie Gründer und Chief Futurist der future matters AG in Zürich, einem der führenden europäischen Thinktanks für Corporate Foresight und strategische Zukunftsplanung. Seit über 20 Jahren berät er Unternehmen, Vorstände und öffentliche Institutionen zu technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen.

Sein Fokus liegt auf Datenökonomie, Energie- und Mobilitätssystemen, digitaler Souveränität sowie neuen Geschäftsmodellen im Spannungsfeld von Technologie und Gesellschaft. Als internationaler Keynote Speaker übersetzt er komplexe Zukunftsthemen in klare Bilder und strategische Handlungsoptionen.

Sein Anspruch: Zukunft nicht vorherzusagen, sondern Entscheidungsträgern die Orientierung und den Mut zu geben, sie aktiv zu gestalten.

Portrait von Lars Thomsen auf orangem HintergrundPortrait von Lars Thomsen auf orangem Hintergrund

Transkript der Folge #23

Veröffentlichungsdatum: 25. Februar 2026

[Bastian Elsner] (0:00 - 1:40)
Hallo und herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Menschen, Lebensräume & Technik", Deinem Podcast von Elsner Elektronik. Mein Name ist Bastian und heute versuchen wir eine echte Moonshot Folge.

Nicht weil wir abheben wollen, sondern weil ich glaube, dass wir im Bereich Smart Living und Gebäudeautomation seit Jahren unter unseren Möglichkeiten bleiben. Die Technik ist da, Sensoren sind da. Vor allen Dingen sind aber auch Daten da und trotzdem fühlt sich vieles immer noch so ein bisschen klein, fragmentiert und erstaunlich wenig zukunftsfähig an.

Mein heutiger Gast ist Lars Thomsen, Zukunftsforscher, Gründer von future Matters in Zürich und jemand, der ganz bewusst eine andere Flughöhe ansetzt. Lars sitzt ganz im Gegensatz zu mir nicht so im Maschinenraum der Gebäudeautomation und genau das macht dieses Gespräch so spannend. Wir versuchen heute Muster zu erkennen, Parallelen zu ziehen und Fragen zu stellen, die man sich innerhalb der Branche oft gar nicht mehr so stellt.

Wir wollen über Smart Living als Ökosystem, über Datenräume, über digitale Souveränität in Europa und über den Konflikt mit Hyperscaler reden. Und vor allen Dingen, warum Technik alleine nicht reicht, wenn wir Menschen auf diese Reise mitnehmen wollen. Lars, schön, dass du da bist.

[Lars Thomsen] (1:25 - 1:27) Hallo Bastian, ich freue mich auch sehr. 

[Bastian Elsner] (1:27 - 1:39) Lars, du kommst, wie ich bereits schon erwähnt habe, nicht wirklich aus dem Smart Living Maschinenraum. Wenn du von außen auf unsere Branche schaust, was fällt dir denn da so als erstes auf?

[Lars Thomsen] (1:39 - 3:32) Ja, also wenn du sagst von außen, ja, mein tägliches Brot verdiene ich damit, tatsächlich größere Muster zu erkennen und in die Zukunft zu schauen, was die nächsten fünf Jahre so an Veränderungen durch technologische Entwicklungen und Innovationen passiert. Aber ich bin trotzdem in irgendeiner Weise doch ein Techie. Also das heißt, ich brauche in der Regel nicht viele Leute zu fragen, wenn ich irgendwie etwas Neues installieren möchte.

Ich habe Spaß daran, ein paar Dinge auszuprobieren. Bin auch so ein Smart Home Typ, der es richtig toll findet, Dinge zu automatisieren, die vorher nicht da waren. Und trotzdem, im Moment arbeite ich tatsächlich auch in einem Projekt für die SmartLivingNEXT Initiative.

Und da fällt mir natürlich auf, so das größere Muster, wir kommen jetzt in so eine neue Phase rein. Wir haben die letzten 20 Jahre lang ganz tolle Technik in Gebäude und in Wohnungen und in Industrieanlagen eingebaut. Das waren aber hauptsächlich solche Insellöser.

Das heißt, man hat darauf geschaut, dass das jeweilige Objekt richtig gut funktionierte mit der Technologie und der Software, die man dort eingebaut hat. Und der Paradigmenwechsel, den wir jetzt überall haben, ist eben, dass wir eigentlich größer denken müssen. Auf einmal haben wir variable Tarife in den Stromnetzen. Wir haben Anforderungen von kommunalen Unternehmen, die sagen, wir wollen unterjährige Verbrauchstrukturen machen und brauchen die Daten.

Und im Grunde genommen kommen wir jetzt in so eine Phase rein, wo wir sagen, es muss nicht nur im Kleinen funktionieren, sondern wir müssen unser Denken so ein bisschen systemischer größer machen. Und wie das immer so ist, ich habe das auch in anderen Branchen gesehen, das braucht eine gewisse Zeit, bis man verstanden hat, wo sind da die neuen Geschäftsmodelle, was ist da drin für uns, wer kann damit Geld verdienen, wie macht man das konkret? 

Und das ist eine sehr spannende Zeit, wie ich finde.

[Bastian Elsner] (3:32 - 4:19)
Ja, das geht mir ganz ähnlich. Ich habe für mich, als ich angefangen habe mit dem Thema Datenräume, Smart Living als allgemein, was kann man denn so mit Gebäudeautomation noch machen, das Ganze ein bisschen größer denken, ist mir aufgefallen, wie komplex dieses Thema eigentlich ist. Es ist ja schon ganz viel möglich, aber es ist eben auch eine gewisse Herausforderung, die Möglichkeiten erstmal zu vermitteln.

Ich fand das total spannend, als du im Vorgespräch gesagt hast, eigentlich ist schon alles da, wir haben alles am Start. Das größere Problem liegt eigentlich darin, den Nutzen richtig zu kommunizieren. Also eigentlich haben wir vielmehr ein Vermittlungsproblem.

Könntest du das nochmal wiedergeben, was du mit diesem Vermittlungsproblem genau meinst? Wir haben ja solche Begriffe wie zum Beispiel die Datenökonomie.

[Lars Thomsen] (4:20 - 7:47)
Und das sind solche sperrigen Begriffe, wo man sich manchmal fragt, okay, wer kann das eigentlich richtig definieren? Weil das ist etwas Neues, was in den letzten, sagen wir mal, 10, 15 Jahren im Internet eben passiert ist. Und ich mache das mal ein bisschen groß.

Ganz andere Firmen als jetzt Technikunternehmen, so im klassischen Sinne, die Gebäudeautomatisierung gemacht haben oder Installateure oder solche Firmen, haben Firmen wie Google oder Meta oder XAI auf einmal gesagt, je mehr Daten wir von einem System kennen, desto besser können wir damit Dienste anbieten, Nutzen stiften, Werbung schalten. Und das ist der Grund, warum zum Beispiel Google sogar Ausflüge gemacht hat in die Energie, weil sie sagen, wenn wir zum Beispiel einen Thermostaten, das war so das Erste, was mich damals so fasziniert hat. Die haben vor 10, 15 Jahren die Firma Next gekauft.

Also diese Thermostaten, die man eigentlich austauschen konnte von einem normalen, das waren meistens solche Drehthermostaten, die die amerikanischen Häuser hatten. Da waren Bimetallstreifen drin und wenn das dann unter 20 Grad drinnen wurde, im Kontakt geschlossen, ging die Heizung an oder eben die Klimaanlage. Und das waren eigentlich dumme Geräte.

Und das haben sie ausgetauscht mit einem schlauen Thermostaten, also der Nest Thermostat, so hieß der. Also das war die Nest Technology. Und der war letztendlich mit dem Internet verbunden und hat dann die ganze Zeit die Muster erkannt, wie die einzelnen Häuser tatsächlich funktionieren.

Also wann ist die Familie da, wann sind die bei der Arbeit, wie sieht das aus, wenn die Sonne scheint, wie schnell erwärmt sich das Haus, damit konnten sie sogar die Dämmung bestimmen. Sie konnten eben durch diese Mustererkennung sehen, wie viel vorher, bevor jemand nach Hause kam, musste das Haus wieder gekühlt oder aufgewärmt werden und konnten damit auf einen Schlag bis zu 30 Prozent Energie dadurch sparen, dass sie diese Intelligenz automatisiert haben. Also das heißt, da mussten nicht die Bewohner des Hauses nachdenken, wie machen wir das am besten und wie kann ich am besten Energie sparen, sondern man verlagerte das auf dieses intelligente Gerät.

Und das Gerät kostete nur 179 Dollar. Das heißt, es bezahlte sich, wenn du 30 Prozent Energie einsparen kannst. Eine Heizperiode.

Und da ging es eigentlich darum, dass man sagte, auf der einen Seite dient das dem einzelnen Haus, auf der anderen Seite ist es für Google natürlich eine tolle Sache, weil wenn die alle 220 Millionen Häuser in den USA die Daten haben, dann können die damit verhandeln mit den Energieversorgern. Pass mal auf, wir können die Heizung auch ein paar Minuten später einschalten, wenn ihr gerade Netzprobleme habt oder wir nehmen irgendwelche günstigen Tarife, um den Boiler dann ein bisschen vorher aufzuheizen oder irgendwie etwas. Und das ist so der Grund, warum Google so unglaublich reich geworden ist, weil sie eben gesagt haben, diese Daten sind im Grunde genommen viel mehr wert, als die Hardware, die wir da einmal an die Wand geschraubt haben oder die die Leute sogar selber dran geschraubt haben.

Und Software ist nicht nur etwas, was in einem Gerät ist, sondern das ist dann diese übergreifende Dinge, wie wir diese verschiedenen Häuser aggregieren, wie wir Muster erkennen, wie wir das gegenüber dem Markt spielen. Und der Grund, warum Google eine Billionen-Dollar-Marktbewertung hat, ist, weil sie Datenökonomie machen. Und das müssen wir jetzt mal übertragen auf eben zum Beispiel so ein gewachsenes Feld wie die Gebäudeautomatisierung oder Smart Living-Dienste und nachher auch auf Pflege und Energie und so weiter.

[Bastian Elsner] (7:47 - 9:17)
Ich finde gerade über dieses Wort intelligent lässt sich in der heutigen Zeit auch so ein bisschen streiten. Was ist denn überhaupt ein intelligentes Gebäude? Ich meine, seit Jahren reden wir von Smart Home.

Ich kann da an uns, an die Firma Elsner denken. Wir machen seit 35 Jahren Sensorik für die Gebäudeautomation, um eben Daten bereitzustellen, um dann eben bedarfsgerecht steuern zu können. Aber das sind Daten, die bleiben im System drin, die sind lokal.

Das kann ein riesengroßer Vorteil sein. Das ist ein Grund, die Daten, die ich in meinem Haus erhebe, bleiben auch dort. Das ist natürlich auch eine Form von Souveränität.

Aber da geht natürlich auch extrem viel, um das mal flapsig zu formulieren, durch die Lappen, weil wir eben diese Datenökonomie nicht betreiben, weil die im Prinzip lokal dort bleiben. Und ich denke oder ich stelle jetzt einfach mal die provokante These auf und sage, das, was früher oder der Status Quo eines intelligenten Gebäudes ist für den Nutzer in der Wahrnehmung vielleicht gar nicht mehr so intelligent, weil eben genau diese Vorausschauenden, also die Predictive-Maßnahmen, ich weiß, der Nutzer macht immer am Samstag um 9 Uhr, dreht er die Heizung auf, weil er den Vormittag dort zu Hause verbringt etc. Das sind Sachen, die nimmt der Nutzer wahr, ja, das muss on board sein. Das braucht eigentlich so ein intelligentes System in 2025 beziehungsweise in 2026, aber das ist noch nicht der Status Quo.

Deswegen die Frage, was merkt der Nutzer denn, ob ein Gebäude wirklich so richtig smart ist? Also jetzt einfach mal aus deiner Warte.

[Lars Thomsen] (9:17 - 12:31)
Naja, nehmen wir das Wort smart einfach mal. Also wenn du mal in deinen Bekanntenkreis guckst, es gibt ja solche Bezeichnungen für Leute, wenn man sagt, hey, das ist irgendwie ein ganz smarter Typ. Was damit gemeint ist, wenn man das auf einen Menschen überträgt, ist, das ist jemand, der vorausdenkt, der mitdenkt, der die Muster erkennt von seinen Freunden, der irgendwie Impulse liefert.

Und das kann aber kein, also ein smarter Typ ist kein Stubenhocker. Das ist nicht jemand, der nur zu Hause ist und irgendwie versucht, die Daten aus seinem Haus auszulesen, sondern er muss mit offenen Augen durch die Welt gehen und sagen, hey, ich war da neulich in einem Restaurant, das ist super, ich nehme euch mit, kommt nächsten Samstag, seid ihr dabei? Das heißt, wir brauchen diese Öffnung unserer Wahrnehmung auch für die Dinge, die außerhalb unseres Zuhauses stattfinden, um smart zu werden.

Smart heißt einfach, Muster erkennen, die auch außerhalb unseres normalen Erkennungskreises funktionieren. Und wenn man das mal überträgt, es ist eben so, dass wir jetzt ganz viele Veränderungen in dem Umfeld von den Häusern haben. Wir hatten über die Zeit, auch nochmal ganz kurz, nein, ich glaube, es ist weitergelaufen, weil ich habe weitererzählt, ich mache einfach weiter.

Wir hatten über die Zeit, über die letzten 20, 30 Jahre immer wieder eigentlich ein System, wo wir sagten, wir wissen ja den Strompreis auf die Kilowattstunde ganz genau oder wie viel das kostet für das gesamte Jahr. Und darum konnte man einmal einstellen, dieser Parameter, der bleibt jetzt immer fix und dann können wir einfach damit ein bisschen spielen. Jetzt ist es aber so, dass wir mit den erneuerbaren Energien auf einmal zu Prosumern geworden sind.

Das heißt, wir konsumieren nicht nur Energie, sondern ein Gebäude hat eine eigene Solaranlage, hat vielleicht Speicher oder eine Wärmepumpe und unten vielleicht noch Elektromobilität mit drin, wo man dann auch ein bisschen steuern kann, wann wird da was und wie viel geladen. Und wir haben einen Markt da draußen, der alle 15 Minuten seine Preise verändert und der sogar solche Prognosen, also Daten bereitstellt, pass mal auf, nächste Stunde kostet so viel, heute Abend so viel, heute Nacht so viel und morgen früh so viel. Und das hatten wir nicht.

Und jetzt müssen wir also im Grunde genommen diese geschlossenen Inseln, wo wir sagten, na ja, auf dieser Insel, da konnten wir gut agieren, öffnen für andere Systeme, für variable Energiesysteme oder Preise oder wie wir das nennen, atmende Energiesysteme, dass man eben genau bestimmen kann, wann beziehe ich Energie, wann kann ich auch was zurückspeisen und damit sogar Geld verdienen, weil jetzt sind wir bei dem Geld. Also man kann, wenn man flau ist und mit dem Markt arbeitet, wie wenn du Aktien kaufst, kaufst du günstig und verkaufst teuer.

Das ist eigentlich so dein Ding. Ja, das kannst du auch mit Strom machen oder mit Wärme oder mit anderen Dingen. So, wir haben andere Megatrends, wie zum Beispiel die alternde Bevölkerung, dass wir immer mehr Menschen haben, die Betreuung zu Hause brauchen oder beziehungsweise eine Sicherheitskomponente brauchen, dass wenn sie jetzt irgendwie, ja, was nicht machen können, dass das möglichst günstig ist, weil wir können nicht überall 24-7 Pflegekräfte hinsetzen.

So, und all diese Dinge spielen eigentlich mit da rein, dass das Ganze jetzt auch so einen Brückenwind bekommt, ja, also für die Sachen.

[Bastian Elsner] (12:32 - 15:13)
Ich würde gerne noch ein bisschen bei dem Thema Energie bleiben. Ich habe ja die Frage gestellt, so aus deiner Warte, woran merkt ein Nutzer heute wirklich, dass sein Gebäude smart ist? Und ich höre da so ein bisschen raus, insofern das Gebäude auch energierelevante Entscheidungen treffen kann.

Sprich, wann mache ich den Speicher voll? Wann lade ich mein E-Auto? Und dadurch, dass ich das eben alle 15 Minuten ändern kann beziehungsweise wir auch die vorausschauenden Daten haben, wird das immer relevanter für den Nutzer.

Und ich glaube, dass das auch so ein bisschen die Wahrnehmung ist. Ab dann ist es wirklich ein intelligentes Thema. Also ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Wahrnehmung so rauskommt.

Ich möchte das Ganze auch nochmal mit ein paar Zahlen unterfüttern, weil dieses Thema Energie ist einfach wirklich extrem wichtig. Das ist kein, also wirklich kein Spezialthema mehr, wo sich irgendwelche Technikgeeks mit Energiemanagementsystemen auseinanderhalten. Das ist wirklich ein Thema, das kommt meiner Meinung nach in der breiten Masse an.

Und es ist auch extrem wichtig, dass es das tut. Ich habe mir in Vorbereitung auf die Folge, habe ich mir zum Beispiel mal die aktuellen Zahlen von den Energieverbräuchen aus der Europäischen Union angeschaut. Da gab es in 2024 eine Studie, die hat im Prinzip festgestellt, dass rund 40 Prozent des Energieverbrauchs also auf die Gebäudebranche zurückfallen.

Etwa 36 Prozent der energiebezogenen Emissionen in der Europäischen Union gesamt lassen sich auf die Gebäude zurückführen. Das heißt für mich auch ganz klar, wir sprechen hier wirklich über einen Hebel, wo wir auch einen extremen Hebel haben. Das heißt wirklich kein Randbereich mehr, wenn es um Energie, Klimaziele und auch um die Lebensräume geht.

Wer das Ganze nachlesen möchte, der findet diese Quelle auch in der EU-Gebäuderichtlinie EPBD aus dem Jahr 2024. Das mache ich uns auch noch in die Shownotes rein, falls das jemand nachlesen möchte. Und deswegen sage ich einfach, wenn wir dieses Thema, wenn wir diese Zahlen wirklich ernst nehmen, dann müssen wir aufhören, über einzelne Features und über einzelne Systeme zu sprechen.

Das, was du so schön als Insellösung beschrieben hast. Sondern wir müssen endlich anfangen, Brücken zu bauen, genau zwischen diesen Inseln. Und da habe ich auch so ein bisschen Smart Living Next als eigentlich mehr ein Infrastrukturprojekt verstanden, wo wir eben versuchen, genau diese Brücken zu bauen.

Gehst du mit mit meinen Ausführungen oder was sagst du dazu?

[Lars Thomsen] (15:13 - 20:44)
Ja, absolut. Also systemisch betrachtet ist das alles sehr sinnvoll. Die Frage ist einfach nur, es ist eben ein Paradigmenwechsel, auch im Denken.

Und was ich im Moment merke, ist, dass viele Leute sagen, ja, aber okay, was habe ich davon? Also wenn du jetzt zum Beispiel eine Firma hast, wo du sagst, ich lebe davon, Installationen zu machen und ein bisschen Wartung zu machen und die Konzentration eben darauf hast, dass du sagst, ich mache ein Angebot. Ich installiere da die ganzen Hardware, die Sensoren und pflege und warte die Software.

Dann war das bislang dein Blick darauf, was du am Ende auf dein Konto bekommen hast. Und jetzt müssen sie eigentlich so denken, wie eine Google denken würde. Also wie so ein Datenökonomieunternehmen, das wirklich sagt, hey, wir können aber mit Schlauheit oder mit Intelligenz sogar noch viel mehr Geld verdienen als eben mit unserer einmaligen Installation.

Und das ist eigentlich eine ganz neue, wie man das so schön neu sagt, ein ganz neuer Business Case oder ein ganz neuer Use Case für viele Beteiligten. Und wir merken, dass einige sich damit schon schwer tun. Die haben manchmal so das Gefühl, ja, das ist ja gar nicht unser Deal.

Also wir sind diejenigen, die an der Hutschiene und im Maschinenraum oder so, wie du es vorhin gesagt hast, tätig sind, während die Datenökonomie ja eher so diese Welt der Geeks und der Freaks und der Internetgurus da war. Und jetzt wird es aber ganz normal. Und ich meine, wir müssen schon diese Frage auch mal aufwerfen, weil sie ist ganz wichtig.

Wir haben über die letzten 15 Jahre ein bisschen naiv, da sind wir mit unseren Daten umgegangen. Und zwar jeder persönlich, als auch in unseren Volkswirtschaften. Also ich meine, ich bin ganz selbstkritisch.

Ich finde das super toll bei Amazon, meine Sachen zu bestellen. Und Amazon erstellt Profile die ganze Zeit, wie ich suche, welche Dinge ich mir angucke, ob ich Markenprodukte kaufe oder doch irgendwie was Günstigeres. Amazon weiß, was ich als nächstes kaufe.

Es weiß sogar, was ich meiner Frau zum Geburtstag wahrscheinlich schenken werde und wann der ist und alles Mögliche. Und wir haben gegenüber den großen Hyperscalern, so nennen wir Amazon und Meta und Google, die also global letztendlich wie große Datenpraten oder Staubsauger versuchen, uns ganz tolle Dienste umsonst zu geben, aber damit natürlich im Hintergrund enorm viel Geld verdienen. Und da müssen wir eben aufpassen, dass unsere Souveränität, zum Beispiel in der Europäischen Union, in Deutschland, aber eben auch im ganz privaten Sinne überhaupt noch gewährleistet ist.

Denn ganz ehrlich, wenn du in den Wohnungen, wenn du in den Betrieben, wenn du in den Gebäuden diese ganzen Daten einfach nur Google überlässt oder irgendwie einem amerikanischen oder chinesischen Hyperscaler, dann kannst du erstens nicht davon profitieren und zweitens ist es auch eine Sicherheitsfrage irgendwann. Also wie spielen die nach den europäischen Regeln? Beachten die die DSGVO, also die Datenschutzrichtlinien?

Und das Interessante ist, die Europäische Union hat das eigentlich relativ früh schon entdeckt, dieses Problem und hat dann über einen langen Prozess diesen EU Data Act und den AI Act entwickelt und hat eigentlich eine, wie ich finde rechtlich sehr interessante Grundlage geschaffen. Sie haben nämlich gesagt, derjenige, der die Daten erzeugt oder wo die dort Daten erzeugt werden, dem gehören diese Daten auch. Und das ist eben ein Riesenunterschied.

Wenn ich heutzutage ein iPhone habe, also ich nehme jetzt Apple einfach mal als Beispiel, dann kommt ja, wenn du das einrichtest, irgendwann diese ganzen Nutzungsbedingungen und dann scrollst du runter und sagst irgendwann, na okay. Und damit übereignest du Apple eigentlich alle Daten, dass sie die nutzen können, so wie sie sie wollen. Also wo du bist, wann du bist, wie viel du telefonierst, welche Dinge du anguckst, welche Sachen du auf Amazon machst, wann du deinen Thermostaten hochregelst, alles.

Und eigentlich kommen wir da nicht mehr, also wir müssen jetzt eigentlich den nächsten erwachsenen Schritt machen und meiner Meinung nach macht das die Europäische Union, weil sie das Ganze umdrehen und sagen, nein, nein, also auch bei Apple gilt, die Daten, die du mit deinem Apple-Gerät erzeugst, die gehören in erster Linie dir und du kannst entscheiden, was du damit machst. So und jetzt müssen wir nur ein System finden, dass Apple weiß ganz genau, wie viel Geld sie mit deinen Daten verdienen können, indem sie dir maßbeschleunigte Werbung geben oder Produkte verkaufen oder die weiterverkaufen. Jetzt müssen wir nur ein Modell finden, das auch ein normaler Installateur, ein Gebäudedienstleister, ein Facility-Manager oder eben vielleicht sogar der Privatmensch sagen kann, hey, die Daten gehören mir und ich habe auch was davon.

Und wir sehen, dass erste Firmen damit ganz gut arbeiten. Im Energiebereich sehen wir solche Firmen wie 1,5 Grad oder Enpal oder Octopus Energy. Schönes Beispiel, ja.

Die sagen, wir machen Revenue-Share, so nennt man das. Also wir teilen letztendlich das, was wir Intelligenz gemeinsam erarbeiten und welche Marktvorteile wir damit haben, dass wir günstiger Strom einkaufen. Teilen wir, wir geben dir eine App, die ist sicher, also nach den europäischen Datenschutzrichtlinien.

Und dann kannst du selber entscheiden, wann du zum Beispiel dein Elektroauto auflädst. Und wenn du 100 Kilowattstunden lädst, dann macht das einen Unterschied, ob eine Kilowattstunde 50 Cent oder 25 Cent kostet. Weil logisch, das ist mal ein Unterschied.

Das sind 25 Euro Unterschied für eine Autoladung.

[Bastian Elsner] (20:45 - 20:53)
Da haben wir den Mehrwert ganz einfach kommuniziert. Und da haben wir auch nicht so ein Vermittlungsproblem, weil das, sag ich mal, wirklich jeder verstehen kann.

[Lars Thomsen] (20:55 - 21:28)
Und ganz kurz noch, die machen das aber auch mit ein bisschen Gamification. Das finde ich nämlich ganz toll, weil du hast eine App und da kriegst du aktiv Angebote, wo draufsteht, hey, pass mal auf, wenn du dein Auto heute Nacht um 2 Uhr lädst, dann sparst du 25 Euro. Willst du das machen, ja oder nein?

Und du drückst ja und du fühlst dich hinterher richtig gut, weil du denkst, yes, 25 Euro gespart. Pizza für alle für heute Abend. Und da muss man eben auch dran denken, wie kriegen wir den Spaß an der Sache darüber. Und irgendwie so eine Interaktivität, das ist so die große Herausforderung.

[Bastian Elsner] (21:29 - 22:51)
Ja, super. Also gehe ich komplett mitten mit deinen Ausführungen auf. Vielen Dank für das 1,5 Grad Beispiel.

Ich glaube, das ist sehr greifbar, vor allen Dingen auch für unsere Zuhörer. Ich würde gerne noch einen Punkt aufnehmen. Du hast noch darüber gesprochen, dass sich auch einige von den, ich nenne sie jetzt mal traditionelle Hersteller, die in der Vergangenheit sehr viel Geld mit wunderbarer Hardware verdient haben.

Und ich sehe das auch bei uns in der Branche. Also ich bin ja sehr verhaftet in der KNX-Welt. Wir machen auch viele Modbus-Produkte, arbeiten da mit anderen Herstellern zusammen, sind OEM-Lieferanten teilweise.

Und das, was du beschreibst, das kann ich da ganz klar beobachten. Ich meine, es ist nicht nur der Paradigmenwechsel, den wir haben, dass wir jetzt einen neuen Strompreis alle 15 Minuten bekommen. Es geht auch darum, wie erfinden wir unsere Geschäftsmodelle neu.

Und ich glaube, den Spruch kennst du ganz gut. Und ich denke, da steckt viel Wahrheit drin. No one likes change except of a wet baby.

Und das ist eben auch die Wandlungs- und Transformationsbereitschaft, die wir dann in den klassischen Hardwareherstellern sehen müssen, sehen wollen. Für mich ein riesiges Eigeninteresse dabei. Wir sind hauptsächlich Sensorhersteller.

Ich mache mir seit Jahren Gedanken, wie können wir unsere Daten richtig nutzen, um da auch neue Geschäftsmodelle drauf aufzubauen. Ist gar nicht so wichtig, ist gar nicht so einfach. Du hast das den EU-Data-Egg genannt.

Ja, absolut.

[Lars Thomsen] (22:52 - 25:51)
Aber wichtig ist, erst mal, es dauert so eine gewisse Zeit, das Bewusstsein zu schaffen. Zweitens ist wichtig, die verbaute Hardware und das, was diese Betriebe können und aufgebaut haben, das ist ja nicht auf einmal nichts mehr wert. Im Gegenteil, das ist die Basis, auf der das aufbaut.

Und das ist nach wie vor ganz wichtig, dass wir Betriebe und Menschen haben, die diese Dinge auch tatsächlich physisch einbauen können, die funktioniert, die sicher sind, wo die Protokolle klar sind, wo die Dinge einfach funktionieren. Wir machen einfach nur eine Geschichte darüber. Und ich denke mal, das ist eben dann auch die Frage, wie einfach wird es, diese neue Datenwelt nachher dann auch mit zu integrieren.

Und das ist so die große Aufgabe, an der ich im Moment nachdenke, wie verbindet man diese physische Welt, die nach wie vor sehr wichtig ist, und auch die Basis. Ich meine, wir haben, ihr habt bestimmt viele Kunden, die sind eine wunderbare Basis, um jetzt noch eins draufzulegen. Also nicht alles abzureißen und neu zu machen, sondern zu sagen, neuer Layer.

Und es kann sein, dass ihr mit diesem neuen Layer dreimal so viel Geld verdient, wie ihr mit der Installation und den Produkten und vielleicht der Softwarewartung macht. Und das muss aber möglichst einfach funktionieren. Dafür braucht es eben, naja, wir nennen das den Datenraum oder den Data Space, wo diese verschiedenen Daten möglichst einfach und klar zu integrieren und mit der gleichen Semantik, ganz wichtig, du willst nicht jedes Mal irgendwie eine API schreiben und dann sagen, naja, es war eine andere Art Datenformat und schwierig ist, sondern wo du sagen kannst, hey, wenn ich jetzt, ganz einfach, also wenn ich die Türöffnung irgendwie messen kann und ich kann sehen, wie viel Luft jedes Mal rein und raus geht, kann ich meiner Heizung irgendwie ein wichtiges Signal geben. Also du kannst Dinge anpassen. Du kannst, wie ich eben schon sagte, mitverdienen an variablen Stromtarifen oder Einspeisertarifen oder diesen ganzen Geschichten.

Und ich glaube, wir können das sogar öffnen für ganz viele neue Bereiche, die sogar für euch bislang vielleicht noch gar nicht die Kunden waren, dass zum Beispiel ein Pflegedienst auf einmal sagt, hey, wir haben dir gerne etwas, da würden wir das gerne draufsetzen, weil wir haben einen Pflegeauftrag für den Herrn oder die Dame so und so, aber wir haben nicht genug Personal, können wir einen Teil mit eurem System dann abfahren und dafür geben wir euch im Monat 100 Euro.

So, und das wäre doch mal eine schöne Geschichte, wenn wir von sagen, so real current revenue, das heißt, wir öffnen uns jetzt gegenüber unseren Stadtwerken, gegenüber Kommunen, vielleicht einem Mobilitätsdienstleister, einem Pflegedienst, einem Sicherheitsdienst und auf einmal kriegen diese Systeme einen Mehrwert. Und das ist aber eine schwierige, also ich sage mal, das ist so eine Kaufgeschichte, wo wir sagen müssen, dafür müssen wir erst mal die Öffnung und diese Klarheit haben, dass das eben nicht eine Konkurrenz oder ein Neuanfang ist, sondern eigentlich nur ein Enhancement oder ein höherer Aufbau.

[Bastian Elsner] (25:51 - 26:47)
Dazu vielleicht ein ganz konkretes Beispiel aus der Installationswelt. Sobald ich einen Sensor installiere, also ich nehme jetzt einfach mal den Präsenzmelder, der einfach nur im Gang hängt vom Schlafzimmer auf dem Weg ins Badezimmer zum Beispiel, bleiben wir beim Beispiel Pflegedienst, ob der jetzt nur das Licht schalten tut oder ob der auch triggert, Achtung, hier läuft normalerweise immer zwischen 8 und 7 Uhr, läuft hier jemand auf die Toilette, das ist ausgeblieben, hier könnte etwas passiert sein, schickt da mal jemand hin.

Das ist die gleiche Infrastruktur, das ist die gleiche Datenbasis, ohne dass wir zusätzliche Hardware irgendwo installieren müssen. Wir müssen diese Daten, die sowieso da sind, nur anders nutzbar machen und auf andere Geschäftsmodelle übertragen. Und da gehe ich mit, das ist die aktuelle Herausforderung.

Das ist komplex und das kann man aber, glaube ich, durch gute Beispiele, durch gute Anekdoten auch irgendwie rüberbringen. Das ist verständlich.

[Lars Thomsen] (26:47 - 28:58)
Ganz genau und das wird eben nicht über Google oder Meta laufen, sondern hoffentlich über eine europäische Plattform, wo auch die Sicherheit gewährleistet ist, dass wir nicht Leute hier ausspionieren und das nachher irgendwie vom chinesischen Geheimdienst oder so ausgewertet wird, sondern dass das alles auch mit der richtigen Ethik und mit der richtigen Einstellung nach unserem Wert funktioniert. Das sind zum Beispiel Sachen, also ich arbeite auch an Projekten mit, wo wir sogar Kameras einsetzen, um gewisse Situationen in Wohnungen zu erkennen. Die Kamera hat aber keinerlei Verbindung zum Internet.

Das heißt, es können keine Bilder gesendet werden, sondern wir machen das Edge Computing. Das heißt also, die hat so viel Intelligenz in dem kleinen Gehäuse, dass sie zum Beispiel unterscheiden kann, ob jemand normal durch die Wohnung geht oder tatsächlich in Schmerzen gekrümmt ist oder irgendwo hinfällt und sich nicht einfach nur hingelegt hat auf das Bett oder so. Und solche Sachen zu integrieren, die sind so viel Geld wert, weil jeder von uns, und das sage ich immer so, also ich habe auch eine Mutter, die noch gut unterwegs ist, aber sie ist in der zweiten Hälfte ihrer 80er Jahre und ich mache mir manchmal Sorgen, wenn ich zweimal anrufe und sie geht nicht ans Telefon.

Ich hätte ganz gerne einfach ein System, wo ich auch gerne 50 Euro im Monat für ausgeben würde, wo ich sagen würde, ich habe eine rote, gelbe oder grüne Ampel, wo einfach drin steht, nee, normaler Tagesablauf, Mutter geht es gut, auch wenn sie nicht ans Telefon geht, ist sie nicht im Garten. Aber solche Sachen, und ich glaube, wir sollten dann ein bisschen Business denken. Also wenn ich 50 Euro im Monat gerne dafür zahle, diesen Peace of Mind zu haben, einfach, ja, oder ich teile das mit meinen Brüdern.

Da müssen wir eben jetzt hinkommen. Und das muss eigentlich einfach für den Installationsbetrieb dann auch zu machen sein. Weil an wen würde ich nämlich den Moment wenden?

Ich kann ja nicht dem Pflegedienst diesen Auftrag geben. Ja, oder vielleicht kommt nachher euer Kunde, der Stadtwerk oder die kommunalen Versorger auch von Pechers zu uns sagen, können wir die Daten von dem Sensor, von dem du gerade gesprochen hast, Bastian, bitte sicher abgreifen und integrieren in das Angebot für den Pflegedienst. Und natürlich muss da irgendwie Geld für jeden irgendwie dabei sein, wenn man sich diese Mühe macht.

[Bastian Elsner] (28:58 - 30:38)
Ich denke, dieses skalierungsfähige Geschäftsmodell beziehungsweise die Daten ermöglichen skalierungsfähige Geschäftsmodelle, das ist wirklich eine extrem spannende Sache. Lars, eine Sorge, die bei unserem Vorgespräch mitgeschwungen ist und die jetzt auch an der einen oder anderen Stelle wieder rausgekommen ist. Du hast mir erzählt, du hast die IT-Revolution während deiner Karriere so ein bisschen selbst miterlebt.

Und es gab ja die großen deutschen Hersteller, die ganz toll PCs und Server hergestellt haben und die auch wunderbar an Mann gebracht haben. Und dann ging diese IT-Revolution aber auf die nächste Stufe. Du hast eben schon mal gebracht Cloud Computing.

Und da gab es dann auf einmal wieder andere, die viel schneller waren. Also ich denke an die IBM zum Beispiel und dann auf einmal die Cloud-Infrastruktur. Das ist dann doch von jemand anderem gekommen.

Und ich sage es jetzt mal ganz böse. Ich glaube, wir haben in der Europäischen Union, wenn nicht sogar in Deutschland, haben wir ein ganz enormes Talent dafür, Innovationen zu fördern und diese auch zu erschaffen. Aber dann sind wir nicht gut darin, diese Innovation wirklich zu verwerten und damit Geld zu verdienen und dass wirklich mal die nächsten großen Unicorns in diesem Bereich in der Europäischen Union bestehen. Und ich sehe da die Parallelen zum Smart Living Bereich, über das wir gesprochen haben, also wie das in der eigenen Evolution passiert ist und an welchem Punkt wir jetzt gerade stehen.

Siehst du diese Parallelen auch oder flunkere ich mir das ein bisschen herbei?

[Lars Thomsen] (30:39 - 34:38)
Ich habe vorhin von diesem Paradigmenwechsel erzählt oder gesprochen. Ich habe das eben miterlebt, weil ich war, als es die CeBIT in Hannover noch gab, jedes Jahr auf der CeBIT und habe da immer die gleichen Leute getroffen, die mit ihren großen BMWs, Mercedes oder Audis da auf dem Parkplatz standen und die waren so diese Leute, die 20 Jahre lang super gut verdient haben, eben Computer zu verkaufen, Hardware und vielleicht noch einen Netzwerkrouter und noch ein bisschen Software drauf und einen Wartungsvertrag.

Und dann kam irgendwann dieses ganze Thema Cloud Computing und Internet und Internetdienste und auf den Gesprächen, die ich mit den Leuten bei der CeBIT hatte, waren die so, Cloud Computing kann ich mir gar nicht vorstellen, wie kann man in einer Wolke einen Computer haben? Und dann kam Cisco, der Network ist der Computer. Haben die nicht verstanden?

Haben die gesagt, nein, nein, ein Computer ist ein Computer, ein Netzwerk ist ein Netzwerk und haben also diese Sachen nicht verstanden. Die CeBIT gibt es nicht mehr und die Leute, die damals mit ihren dicken Autos da waren, die kenne ich noch heute und erzählen mir immer noch von ihren glorreichen Tagen in den 80er, 90er Jahren, wo sie irgendwie die Kings waren und das müssen wir ganz wichtig bei diesem Schritt, den wir jetzt haben, tatsächlich lernen und vielleicht haben wir auch einen ganz guten Anlass, weil wir haben globalpolitisch oder geopolitisch im Moment klare Anzeichen dafür, dass man sich nicht mehr auf alle Versprechungen von internationalen Partnern verlassen sollte. Und wenn wir tatsächlich die Hoheit über unsere Daten, die enorm viel wichtig, die enorm wichtig sind, wertvoll sind und letztendlich auch unsere Persönlichkeitsrechte und Schutz beeinflussen, also das dürfen wir meiner Meinung nach nicht aus der Hand geben. Und ich habe nochmal die große Hoffnung, dass wir mit den Grundlagen, die wir jetzt mit dem EU-Act, mit dem AI-Act der EU und dem Data-Act, den wir haben und auch solchen Konzepten wie eben GAIA-X, die wirklich, naja, eine, wie ich finde, sehr erwachsene Form damit umgehen, wie wir gesellschaftsdienlich diese Daten einsetzen können, dass es uns allen besser geht, dass es sicherer ist, dass wir nicht erpressbar werden. Und nun ist eben die Frage, passiert das Gleiche wieder wie jetzt mit der CeBIT und den Computerverkäufern? Ja, dass wir sagen, wir geben das ab und es ist auch egal, wenn Google das für uns macht, ist gut.

Oder Apple oder XAI. Nein, und ich glaube, wir brauchen eigentlich eine neue Generation von Unternehmen, die sagen, wir können zwei Dinge, nämlich, das ist selten, du findest ja kaum mehr richtig Leute, die wirklich gut installieren können, die noch wissen, wie man sowohl eine kleine Litze irgendwie anschließt, als auch mit einer Hilti das richtige Loch dafür zu bohren. Und das ist eine wichtige Sache, die wird diese, das wird Google nie machen.

Aber wir müssen jetzt den zweiten Teil, womit Google sehr viel Geld verdienen würde, wieder in unsere Sphäre bringen. Und darum ist es mir so wichtig, dass wir die bestehende Industrie jetzt dabei helfen, diesen neuen Möglichkeitenraum, der da einfach entsteht, auch zu verstehen und zu umarmen und den nicht abzulehnen oder den irgendwie komisch zu finden. Und meine Herangehensweise derzeit ist, ich glaube, wir brauchen sehr viel Gamification und AI.

Also wir brauchen letztendlich eine künstliche Intelligenz, die uns sogar darauf hinweist und sagt, hey, Bastian, du hast doch da den IR-Sensor gemacht, der das Licht anschaltet. Die Daten sind was wert. Willst du die nicht verkaufen an das Rote Kreuz oder an die Caritas oder an die lokale, ja, irgendwas, wenn wir eine Plattform haben, die dir diese Vorschläge macht und vielleicht sogar noch sagt, damit kannst du 50 Euro im Monat nehmen oder damit kannst du 100 Euro nehmen, dann würdest du doch, und wenn du sagst, das klicke ich an und das klicke ich an und das klicke ich an.

Je einfacher wir den Zugang machen, desto schneller werden die Leute sagen und sobald man Geld verdient, sagen die Leute sowieso, ja klar, bin ich dabei.

[Bastian Elsner] (34:38 - 34:51)
Ja, ich finde es ein total schönes Bild, das zu zeichnen. Das ist ja eigentlich die Unterhaltung mit dem eigenen Gebäude, mit dem eigenen Lebensraum, wo man gemeinsam noch einen gewissen Hebel hat.

[Lars Thomsen] (34:52 - 35:19)
Aber es geht, Bastian, ich muss ja gerade noch eins dazu sagen, das Ganze funktioniert aber nur systemisch, weil wenn einzelne Gebäude sind zu dumm, also auch wenn du jetzt einfach nur eine Familie beobachtest, ist das lange nicht genug. Du musst eigentlich Tausende von Familien haben, wo du Muster erkennst, weil dann siehst du wiederkehrende Muster, Besonderheiten und damit kann man eben spielen. Und darum ist es schon wichtig, dass wir diese Inseln jetzt miteinander tatsächlich mit einer guten Verkehrsverbindung.

[Bastian Elsner] (35:20 - 38:03)
Und wir kommen wieder zurück zu 1,5 Grad, die einfach mal so einen virtuellen Speicher zusammenbauen über geografische Grenzen hinweg. Genau das ist im Prinzip das Vorbild für solche Modelle. Ich möchte gerne noch auf das Thema EU-Data-Act noch mal so ein bisschen genauer eingehen, weil ich komme aus einer mittelständischen Unternehmung und wir freuen uns ganz selten über irgendwelche neue Regulatorik, die aus Brüssel kommt, weil das ist in erster Linie, ist es meistens ganz viel Arbeit und die Schreie bei uns in der Bevölkerung oder auch in der Politik nach Bürokratieabbau, die werden ja immer lauter. Aber ich freue mich selten im ersten Moment, aber wenn ich dann wirklich mal gründlich drüber nachdenke und da finde ich, ist der EU-Data-Act eben wirklich so, es ist kein Bürokratie-Monster, sondern es ist eher so ein Bürokratie-Segen, der uns wirklich schützt und auch was hilft. Ein Beispiel, das für mich sehr einprägsam war, ich bin mir nicht sicher, ob ich es im Vorgespräch schon mal erwähnt hatte, dann musstest du dir jetzt noch mal ein zweites Mal anhören, aber das muss ich auf jeden Fall unseren Zuhörern noch mitgeben.

Jede Waschmaschine hat einen Erschütterungssensor, wenn die Trommel nicht mehr richtig läuft. Das ist eine Schutzfunktion, dass wenn man da Ziegelsteine oder irgendwas reinmacht, dass die Trommel sich dann nicht selber kaputt macht. Diese Erschütterungssensoren sind wahnsinnig genau und geben extrem spannende Daten auch für zum Beispiel Erdbebenforschung oder für die Geografie, weil man damit eben auch die Schwingungen der Erde oder Erdbeben wunderbar festhalten kann.

Und wenn ich jetzt an sowas wie eine Waschmaschine denke, in einem gut entwickelten Land wie Deutschland, da haben wir alle 20 Meter eine Waschmaschine und einen Sensorpunkt. Diesen Sensor, den kaufe ich mit, wenn ich mir die Waschmaschine kaufe. Aber habe ich irgendwas von diesen Daten?

Nein, die werden normalerweise im nächsten Firmware-Update over the air an den Hersteller geschickt. Der Hersteller sammelt die Daten, verkauft das vielleicht an irgendeinen Datenmarktplatz weiter, aber ich als Nutzer habe nichts davon. Und da denke ich eben, wie cool wäre es, wenn wir unseren Unternehmen die Möglichkeit geben, mit den Daten, die bei mir im Gebäude erhoben werden, Geld zu verdienen.

Aber daran möchte ich auch gratifiziert werden. Und ich glaube, dieses Beispiel hast du schon wunderbar rund gemacht. Und ich denke, wir können jetzt noch drei Stunden über mögliche Beispiele sprechen, wo genau solche Geschäftsmodelle aufkommen können.

Aber wenn ich mal meine liebe Google-Maschine anwerfe und versuche, dann nach konkreten Modellen zu suchen oder nach konkreten Anwendungsfällen, das suche ich lange, da finde ich nichts.

[Lars Thomsen] (38:04 - 40:06)
Ja, aber genau, das ist jetzt eigentlich genau das, was wir neu aufbauen. Und da ist Fantasie und Kreativität sogar gefragt. Also ich glaube, das ist ja auch etwas, wenn du in der Mustererkennung eben die Möglichkeit hast, auf neue Ideen zu kommen.

Also ich habe, während du sprachst, gerade nur daran gedacht, was wäre passiert, wenn die Waschmaschinen, die im Gebäude waren, in Gelsenkirchen, wo die Sparkasse jetzt beraubt wurde, wo die Leute sich dann über Weihnachten durchgebohrt haben in der Wand, gemerkt hätten, da rüttelt irgendwas, aber das rüttelt im Nebenhaus nicht, da ist irgendwie etwas. Und man hätte diesen Raub von mehreren hundert Millionen da unterdrücken können, weil man einfach mit einer Waschmaschine und einer Anomalie, die die angezeigt hat, und es sind nämlich keine drei, sondern wahrscheinlich drei oder vier, gesagt, da schicken wir mal eine Streife hin. Das ist ein Riesenwert.

Und ich frage mich eben, natürlich müssen wir jetzt die Möglichkeit haben, das einfach zu machen. Wie du eben gesagt hast, also Smart Living Next, die wird so eine Oberfläche haben, wo man die verschiedenen Daten, die verschiedene Leute anbieten und die in der Semantik stimmen, sinnvoll verknüpfen kann. Und wenn du jetzt sagst, komm, ich mache jetzt einfach einen Dienst, der Einbrüche verhindert über einen Waschmaschinensensor, dann kannst du das in kurzer Zeit machen und das vielleicht an der Versicherung verkaufen oder an die Sparkasse.

Nur dafür braucht es, und das ist eben das, was wir in Deutschland oder in Europa ja auch ganz gut können, kreative Leute, die sagen, komm, ich sehe einfach, was haben wir da, wie können wir die Sachen zusammenstellen, dass daraus was Sinnvolles wird. Das ist wie wenn du mit Lego arbeitest. Die einzelnen Steine sind nicht viel wert, aber wenn du daraus irgendwie etwas zusammenbaust, was in der Gesamtstruktur irgendwie etwas ergibt, und so müssen wir das eigentlich verstehen.

Das ist nicht eine Bürde, die wir jetzt haben, wo wir sagen, ach, jetzt müssen wir auch noch für den EU-Act arbeiten und noch eine weitere Vorschrift und will ich alles nicht. Wenn wir vom Mindset herangehen, dass wir dieses, jetzt können wir, was machen wir, wenn wir das, natürlich für eine ganz andere Sache.

[Bastian Elsner] (40:07 - 40:53)
Ich finde das Beispiel Lego passt auch tatsächlich ganz gut, weil Lego ist im Prinzip ein standardisiertes System, wo man eben die Klötze schön aufeinandersetzen kann. Ich möchte auch nochmal versuchen, weil wir haben jetzt ganz oft das Wort Datenraum oder auch Datenökonomie benutzt, ich möchte es noch einmal klarstellen für unsere Zuhörer, weil ich denke, das ist wirklich eine sehr wichtige Differenzierung. Wenn wir von Datenräumen sprechen, dann meinen wir kein neues Cloud-System, sondern wir meinen eigentlich Regeln, Vertrauen, klare Spielregeln und vor allen Dingen ein geteiltes Wertesystem für eine neue Wertschöpfung und Datennutzung.

Es tut mir ganz arg leid für diese sperrige Definition, aber ich glaube, das ist wirklich wichtig.

[Lars Thomsen] (40:53 - 42:41)
Aber weißt du was, während du gerade gesprochen hast, ist mir gerade eingefallen, lass uns das doch gar nicht Datenraum nennen, sondern Möglichkeitenraum. Damit hat das Gleiche dann irgendwie eine viel schönere Sache. Also wenn du eine große Lego-Kiste hattest als Kind, mit diesen kleinen Leuchteinen und mit diesen durchsichtigen Dingern, wo du dann was durchleuchten konntest, und eine Tür und Sachen, die fürs Dach passen, dann war diese Spielkiste ein Möglichkeitenraum.

Und du konntest die Sachen so zusammenbauen, dass du hinterher etwas machen konntest, wo du sagst, ist das schön. Und du hast sogar dabei was gelernt. Also ich hatte dann irgendwann diese Tankstelle von Lego mit diesen kleinen zwei Leuchteinen und der 4,5-Volt-Batterie.

Ich habe dann sogar was über Elektrizität gelernt, wie man das anschließt und parallel verkabelt oder seriell, und dass das dann dünner wird und alles. Und ich sage mal, wenn wir es schaffen, zu sagen, diese Daten sind kein Muss, sondern ein Kann-Angebot. Wir müssen nichts damit machen, aber wir können.

Und dann haben wir auch das Unternehmerische, weil Unternehmer eigentlich immer sagen, was kann ich machen? Nicht, was muss ich machen, sondern was kann ich machen? Daran ist das Framing so wichtig.

Also das heißt, wie bauen wir das Ganze auf? Wie verkaufen wir diese neue Idee oder dieses neue Paradigma auch an die Unternehmen, die im Moment damit schon gutes Geld verdienen, aber die jetzt für die Zukunftsfähigkeit damit noch viel, viel mehr machen können. Und vielleicht gibt es noch einige, die werden die neuen Superplayer hier in Europa, weil sie einfach so viel Schlauheit da reinbringen und sagen, ist doch toll, ich kann das, was ich einmal gemacht habe, tausendfach verkaufen, weil es gibt tausende von Leuten, die deine Idee jetzt brauchen könnten und die kannst du dann multiplizieren.

Ganz anders, als wenn du jetzt irgendwo neue Kunden akquirieren müsstest.

[Bastian Elsner] (42:41 - 43:35)
Auf jeden Fall. Ich gehe komplett mit dem, was du gesagt hast. In unserem Vorgespräch ist mir noch eine Sequenz besonders deutlich in Erinnerung geblieben.

Das fand ich extrem schön, wie du das gesagt hast. Und zwar eine kleine Anekdote aus deinem Leadership Circle, in dem du aktiv bist. Das habe ich mir aufgeschrieben und auch ein bisschen drüber nachdenken dürfen.

Menschen lechzen nach anderen Menschen, die eine Vision haben und vor allen Dingen auch diese Vision richtig kommunizieren können. Lars, wollen wir uns das für das Thema Smart Living auch so ein bisschen auf die Fahne schreiben? Dass wir daran arbeiten, eine Vision zu formulieren, wo die Leute gern hinterher gehen.

Ich denke, der Möglichkeitenraum, die Lego-Kiste voll mit Möglichkeiten, ist da schon ein ganz tolles Bild, mit dem man was anfangen kann, ohne zu abstrakt zu sein von der Flughöhe. Ja, also das ist so.

[Lars Thomsen] (43:36 - 44:33)
Vielleicht sollten wir das Wort smart, so wie ich es eben verstehe, auch nehmen als etwas super Positives. Jeder hat gerne eine Freundin oder einen Freund, die smart sind, weil das bedeutet, sie sind vernetzt. Die gehen mit offenen Augen durch die Welt und die haben immer gute Ideen.

Also wenn du sagst, das ist ein smarter Typ, dann ist jeder gerne befreundet mit dem, weil der macht Dinge. Und Leadership ist ja häufig dann auch, also das ist ja gar nicht so abstrakt, also wir haben ja Leadership-Seminare und was du da lernst, das kannst du in die Tonne hauen. Leadership ist relativ einfach.

Bist du in der Lage, Menschen mitzunehmen und zu sagen, komm, wir machen jetzt eine Wanderung auf den Berg und einige sagen, nö, bin zu müde. Doch, doch, doch, das wird toll, weil hier sind die Wolken unten, aber da oben ist die Sonne, ihr werdet sehen, das werdet ihr in eurem Leben nicht vergessen. Du musst einfach nur die Leute mitnehmen und dann kommen die auch mit und die sagen hinterher, weißt du was, Bastian, das war so richtig schön.

[Bastian Elsner] (44:34 - 45:52)
Und ich hoffe ganz arg, dass wir mit unserer heutigen Folge auch den einen oder anderen mitnehmen konnten und für dieses, wie ich finde, wirklich extrem zukunftsträchtige und ultraspannende Thema begeistern. Ich für mich selber, ich habe drei Themen oder drei Punkte so richtig mitgenommen, die ich gerne nochmal zum Besten geben will. Meine erste Erkenntnis aus dem heutigen Gespräch war, dass Smart Living scheitert ganz selten an den Sensoren.

Die haben wir schon. Es scheitert hauptsächlich an Inseln fehlender Interoperabilität und daran, dass wir den Nutzen noch nicht verständlich kommunizieren können. Das wäre mein erster Punkt.

Mein zweiter Punkt. Digitale Souveränität entscheidet sich in unseren Lebensräumen. Wenn wir Daten aus den Gebäuden abgeben, geben wir Wertschöpfung, Kontrolle und Gestaltungsmacht gleich mit ab.

Mein letzter Punkt. Der Engpass ist ganz sicher nicht die Technik und die Hardware, sondern es sind Menschen, die mutig vorangehen, Kommunikation, Leadership und die Fähigkeit, Visionen entsprechend zu formulieren. Wenn wir den Wandel wirklich wollen, dann müssen wir ihn vernünftig erklären können und vor allen Dingen auch erlebbar machen.

[Lars Thomsen] (45:53 - 47:00)
Ja, und ich würde sogar sagen, was Neues lernen, das ist für viele Leute schon ein Angang, weil sie denken, sie müssen das lernen. Aber ich finde, mein Beruf z.B. besteht zu 50 % aus Dingen, die ich im Moment noch nicht kenne und die ich heute noch lerne. Das heißt, ich werde nach unserem Gespräch jetzt wieder mich vertiefen in Research und mir Dinge beibringen, die ich jetzt noch nicht kenne.

Und weißt du was? So ein Gespräch wie mit dir heute, das kannst du nur führen, wenn du was Neues lernst. Du lernst neue Menschen kennen, neue Denkweisen.

Und du bist auch ein interessanterer Mensch, wenn du nicht immer das Gleiche am Abendbrot erzählst, sondern vielleicht auch mal was mitbringen kannst, was deine Frau noch nie gehört hat oder deine Kinder inspiriert oder sowas. Und darum ist neues Lernen, also neue Dinge lernen, auch das ist so eine Einstellung in unserem Kopf. Ich habe lange Zeit immer gesagt, ich hasse Lernen für eine Prüfung und so weiter, war für mich immer doof.

Aber Lernen, um daraus Inspiration zu bekommen, super, das macht Menschen glücklich, wirklich. Und du lernst tolle neue Leute kennen.

[Bastian Elsner] (47:00 - 47:19)
Da gehe ich komplett mit und auch wirklich ein sehr schöner Schlusssatz deinerseits. Lars, vielen, vielen Dank für die Flughöhe und die Klarheit im heutigen Gespräch. Es hat mir wirklich extrem viel Freude bereitet.

Ich durfte wieder das eine oder andere lernen. Und genau, vielen Dank, dass du mit dabei warst. War klasse.

[Lars Thomsen] (47:20 - 47:24)
Hat mich sehr gefreut. Ich freue mich auf die weiteren Diskussionen und wir sehen uns in der Zukunft, Bastian.

[Bastian Elsner] (47:24 - 48:13)
Davon gehe ich aus. Und wenn dir, lieber Zuhörer, liebe Zuhörerinnen, diese Folge gefallen hat, dann würde ich mich über ein Abo extrem freuen. Worüber ich mich noch mehr freuen würde, wäre natürlich noch eine 5-Sterne-Bewertung auf Spotify oder ähnlichen Portalen.

Das hilft mir und dem Podcast sehr, dass wir mit solchen Gesprächen noch mehr Menschen erreichen können. Das heißt, wenn du jemanden kennst, der im Bau, in der Wohnungswirtschaft oder in der Integration unterwegs ist oder sich generell für intelligente Gebäudetechnik interessiert, dann schick ihm am besten diese Folge oder gleich den ganzen Podcast. Das war's für heute bei "Menschen, Lebensräume & Technik", Deinem Podcast von Elsner Elektronik. Bis zum nächsten Mal.

Stand: 02/2026

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